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Seit Jahren an der Sp(r)itze

Seit knapp 30 Jahren ist Ludwig Geiger Fachdienstleiter Brand- und Katastrophenschutz bei der Geraer Stadtverwaltung – kurz gesagt: Chef der Feuerwehr. Ende dieses Monats wird er pensioniert. Damit vollendet er seine berufliche Laufbahn, die ununterbrochen dem Hilfs- und Rettungsdienst gewidmet war.

Begonnen hatte er 1971 als Freiwilliger bei der betrieblichen Feuerwehr des damaligen VEB Carl Zeiss in Jena während seiner Lehre, und nahm 1974 seinen Dienst bei der Berufsfeuerwehr in Jena auf. Ab 1975 studierte er für vier Jahre die Fachrichtung Brandschutz an der Technischen Hochschule Magdeburg und hat das Studium 1979 als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. Danach arbeitete er wieder bei der Jenaer Feuerwehr ehe er zu Jahresbeginn 1984 zur Abteilung Feuerwehr bei der damaligen Bezirksbehörde der Volkspolizei in Gera versetzt wurde. Am 1. Juni 1986 übernahm er dann die Leitung der Geraer Feuerwehr.

164 Männer gehörten Ende der 90er Jahre zur Berufsfeuerwehr, gegenwärtig sind es etwa 30 weniger. Wichtige Meilensteine in der Entwicklung der Geraer Feuerwehr waren die Bildung der Zentralen Leitstelle Ostthüringen 1994/1995, die die Stadt Gera und die beiden benachbarten Landkreise betreut und die Mitwirkung im Rettungsdienst seit 1993 gemeinsam mit DRK und ASB. „Wir werden jeden Tag drei- bis viermal zur Hilfe gerufen, hinzu kommen täglich acht bis zehn Einsätze des Rettungsdienstes. Zu den Aufgaben des Fachdienstes gehört auch die Planung für die Abwehr von Katastrophen, stellt Ludwig Geiger fest und betont, dass die Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Firmen hervorragend klappt.”

Das trägt erheblich dazu bei, dass die Männer mit ihren roten Autos und Sondersignalen nicht noch öfter zum Einsatz gerufen werden. Nicht zuletzt haben sich Anleitung und Betreuung der Mitglieder der unverzichtbaren Freiwilligen Feuerwehren erheblich intensiviert.

Ständig stehen in den beiden Feuerwachen in der Berliner Straße und in der Zoitzbergstraße rund um die Uhr 16 Leute zur Verfügung. Der Katastrophenschutzstab kann im Ernstfall innerhalb von wenigen Minuten die Alarmierung anderer Sicherheitskräfte, z.B. das Technische Hilfswerk, veranlassen. Eine wichtige Rolle spielt auch der Rettungsdienst-Zweckverband Ostthüringen , dessen Geschäftsstelle Geiger von 1995 bis 2009 als Geschäftsleiter leitete.

Welche Ereignisse sind im Gedächtnis geblieben? Die Antwort kommt prompt: „Ich habe im Grunde einen Lebensberuf und bin stolz, dass wir in meiner Dienstzeit keine toten Kollegen oder Kameraden bei unseren Einsätzen zu beklagen hatten. Ebenfalls bin ich im Nachhinein auch froh, dass wir in der Wendezeit keine besonderen Vorkommnisse hatten, weil es Besonnenheit und Verantwortung auf allen Seiten gab. Fachkräfte aus Kassel, Wiesbaden und Koblenz haben uns ab Februar 1990 geholfen, dass wir uns im neuen System zurecht finden. 1994 hat sich die Fläche der Stadt ja verdoppelt und eine Vielzahl bis dahin selbständiger Freiwilligen Feuerwehren musste in unser System eingebaut werden. Wir konnten das alles nur erreichen, weil wir alle an einem Strang gezogen haben.”

Sind unsere Stadt und der Umkreis von „Großeinsätzen” verschont geblieben? „Es gab drei Großereignisse an die ich mich sofort erinnere sagt Geiger, so 1984 ein Brand in den Teppichwerken Münchenbernsdorf, 1987 ein Feuer auf der Minol-Tankanlage in Gera-Zwötzen sowie ein Großfeuer auf dem Gelände der Industriebrache, auf der dann die Gera-Arcaden errichtet wurden. Und natürlich das Hochwasser im Jahr 2013.

Insgesamt glaubt Ludwig Geiger, ist die Feuerwehr Gera wohl sortiert aufgestellt und freut sich, dass bald drei neue Feuerwehr-Fahrzeuge zum Einsatz gebracht werden können. Schön wäre es, wenn das Verwaltungsgebäude auch eine Modernisierungskur erhalten würde.”

Von einer bevorstehenden „Ruhezeit” will Ludwig Geiger nicht sprechen: „Ich bleibe Mitglied im Feuerwehrverein Aga sowie im Ortsteilrat und habe mehr Zeit für mein Hobby Modelleisenbahn. Meine Frau freut sich, dass wir öfters auf Reisen gehen können.

Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn dankt Ludwig Geiger für seinen jahrzehntelangen Einsatz an der Spitze des Brand- und Katastrophenschutzes der Stadt Gera. „Ludwig Geiger hat sich mit seinem Engagement im Deutschen und Thüringer Feuerwehrverband sowie in der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren einen guten Namen“, betont die Oberbürgermeisterin. Darüber hinaus würdigt sie dessen ehrenamtliches Engagement in der Stadt - als Vorsitzender des SV Aga und Mitglied des Agaer Ortschaftsrates. „Für seinen neuen Lebensabschnitt wünsche ich Herrn Geiger viel Gesundheit und Freude und ich hoffe, dass er sich auch weiterhin ehrenamtlich zum Wohle unserer Stadt einbringt“, sagt Dr. Viola Hahn.

( Reinhard Schubert, 27.06.2015 )

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