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Verschnaufpause für Mama und Papa

Für etwas mehr Ich-Zeit und weniger Stress. Für etwas mehr Ruhe und weniger Hektik. Für etwas mehr Geduld und weniger Gereiztheit. Dafür wollen künftig auserwählte Engel sorgen. „Du bist ein Engel”, schnellt es einem über die Lippen, wenn jemand unerwartet zu Hilfe eilt. Und genau das wollen die sogenannten wellcome-Engel für Geraer Familien tun.

Es sind Menschen von Nebenan, die Familien mit Kindern unter einem Jahr unterstützend zur Seite stehen wollen. „Wellcome – für einen guten Start ins Leben”, heißt das Modell, welches 2002 durch die Hamburgerin Rose Volz-Schmidt ins Leben gerufen wurde.

Heute, 13 Jahre später und 260 Standorte zählend, ist dieses Projekt auch in Gera angekommen. „Gedacht für Familien mit keinem oder nur geringem sozialen Netzwerk, sollen Eltern durch unsere Engel ein- bis zweimal die Woche für zwei-drei Stunden Unterstützung bekommen. Sie wachen über den Schlaf des Babys, während sich die Mutter erholt. Sie kümmern sich um das Geschwisterkind. Sie begleiten die Zwillingsmutter zum Kinderarzt. Sie stehen aber auch mit Rat und Tat zur Seite, wobei sie aber nicht den Willen haben, dass Leben in der Familie zu ändern”, erklärt Katharina Philipp das Projekt, welches sich an Eltern jeglicher Einkommensschicht richtet.

Katharina Philipp ist die Koordinatorin des Projektes hier vor Ort und im Familienzentrum in der Fritz-Gießner-Straße 14 anzutreffen. Träger ist der Schlupfwinkel und Sorgentelefon Gera e.V.. „Thematisch passt dieses Projekt zu uns. Wir sind nicht nur erste Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die sich in Not- und/oder Konfliktsituationen befinden, sondern leisten auch präventiven Charakter. Wir wollen verhindern, dass Gewalt an Kindern verübt wird, die oftmals eintritt, wenn Eltern sich überfordert, gestresst und strapaziert fühlen”, erklärt Silvia Krause, Geschäftsführerin vom Schlupfwinkel und Sorgentelefon Gera e.V.

Noch ist das aus Mitteln der frühen Hilfen finanzierte Projekt in Gera ein zartes Pflänzchen. Aktuell gibt es zwei Engel, die sich bereit erklärt haben, anderen Familien etwas Zeit zu schenken. Grundsätzlich kann jeder, egal welchen Alters, egal ob Mann oder Frau, ein Engel werden. „Natürlich sollte er aufgeschlossen und tolerant sowie erfahren im Umgang mit Kindern sein. Denn schließlich gibt die Familie ihr höchstes Gut in fremde Hände”, erklärt Philipp weiter und fügt an, dass ein politisches Führungszeugnis und ein ausführliches Gespräch die Wahl zum Engel abrunden.

Patricia Fröhlich und Susi Diebler dürfen sich bereits Engel nennen.

Die 36jährige Patricia Fröhlich ist selbst Mutter von sieben Kindern im Alter von sechs bis 17 Jahren. „Ich weiß, wie wichtig es ist, Zeit für sich zu haben und bin dankbar, dass meine Mutter in der Nähe ist und mir hilft”, zeigt sie sich erfreut. Sie will ihre Zeit am Vormittag schenken, wenn ihre Kinder in der Einrichtung und in der Schule sind.

Susi Diebler hingegen ist gelernte Erzieherin und arbeitet in einem Geraer Kinder- und Jugendheim. Sie ist 24 Jahre alt und möchte an ihren freien Tagen ehrenamtlich tätig werden. „Ich arbeite zwei bis drei Dienste in der Woche und möchte gerne meine freien Tage für andere spenden”, erklärt sie ihr Engagement. „Der Einsatz pro Familie ist erfahrungsgemäß aus anderen Städten nicht länger als auf drei bis vier Monate angelegt, da das Angebot mit dem ersten Geburtstag des Kindes quasi endet. Es ist eine individuelle, einfühlsame aber eben auch für den Einzelnen von kurzer Dauer ehrenamtlich angelegte, und dadurch recht flexible, Tätigkeit”, sagt die Koordinatorin.

Doch auch das selbstloseste Projekt kommt nicht ohne ein finanzielles Polster aus. „Da dieser Dienst wertvoll ist, sollte er auch mit einem Wert geschätzt werden. So werden wir für die Vermittlung einer Ehrenamtlichen eine Gebühr von bis zu zehn Euro sowie 50 Cent bis maximal fünf Euro pro Stunde für den wellcome-Einsatz berechnen, je nach Möglichkeit der einzelnen Familie. Davon werden hauptsächlich die Fahrtkosten für die Engel erstattet”, so Philipp und betont, dass die Engel selbstverständlich versichert sind.

Sowohl Eltern, die dieses Angebot nutzen wollen, als auch Interessierte, die ihre Zeit schenken wollen, werden noch gesucht und sollten sich nicht scheuen, den Kontakt zu Katharina Philipp zu suchen. Ein Anruf genügt: ( 8336861.

( Fanny Zölsmann, 20.06.2015 )

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