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Wir wissen, wo der Schuh drückt

„Zur Sicherung der Versorgung ehemaliger Angehörige des öffentlichen Dienstes – Mitarbeiter im Staatsdienst, Lehrer, Richter, Beamte und Angestellte der Bahn und der Post usw. – haben wir die Absicht, in Gera einen Ortsverband des Bundes der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenden (BRH) zu gründen. Diese Initiative ist daurauf ausgerichtet, im Rahmen der Vereinigung der beiden deutschen Staaten die Versorgung der ehemaligen Staatsangestellen in der DDR schrittweise an diejenigen in der Bundesrepublik anzupassen. Wir wollen unsere Rechte im Rahmen des Bundes vertreten und laden Sie, Bekannte und Interessierte ganz unverbindlich zu einer Gründungsveranstaltung ein. Das Treffen findet am Dienstag, 29. Mai 1990, um 15 Uhr, im ‚Haus der DSF‘, Kleiner Saal, Gera, Markt, statt.”

Es ist ein Auszug aus dem Artikel, den Heinz Berner im Mai 1990 in der Zeitung las. Gemeinsam mit 22 weiteren Interessierten wohnte er dieser Veranstaltung bei. Er ist einer von zehn, die damals die Gründung eines Ortsverbandes des BRH in Gera anvisierten.

Als fünfter hat sich Heinz Berner auf der Anwesenheitsliste zur Gründungsversammlung eingetragen, als Mitglied mit der Nummer 1 ging er aus dieser hervor und ist dem Verband seit nunmehr 25 Jahren treu geblieben. „Damals war es für uns als Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes eine Möglichkeit, den verknoteten Zustand nach der Wende etwas zu entflechten. Wir hingen alle in der Luft, es gab für uns keine Garantie einer Weiterbeschäftigung. In diesem Verband sahen wir eine Möglichkeit von den Erfahrungen des Westens zu profitieren und einen Ansprechpartner zu haben, der uns in den Anfängen der neuen Zeit beratend zur Seite steht”, erklärt Berner, der vor der Wende im öffentlichen Dienst der DDR tätig war und den es als solchen nach 1990 nicht mehr gab.

29. Mai 1990 ist der offizielle Gründungstag des Ortsverbandes Gera des Thüringer Seniorenverbandes BRH e.V. - Bund der Ruheständler, Rentner und Hinterbliebenen im tbb Beamtenbund und Tarifunion Thüringen. „Erstrangiges Ziel war es, für die früheren Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes der DDR nach Wegen zu suchen, ihre Interessen zu wahren und Ratsuchenden Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Schwerpunkt in den Anfangsjahren war der Kampf gegen die erlassenen Rentengesetze für bestimmte Personengruppen. Die erreichten Erfolge waren der Lohn für die hartnäckige Arbeit. Besondere Verdienste hat sich hierbei der Rentenexperte und früheres Orts- und Landesvorstandsmitglied Dr. Georg Schneider erworben. Er hat sich in kürzester Zeit in die Rentengesetze eingearbeitet, sodass er weit über die thüringischen Grenzen hinaus bekannt wurde und als Experte gefragt war”, erzählt Hans-Otto Feuerstein, Vorsitzender des Ortsverbandes Gera.

Heute ist Dr. Georg Schneider immer noch aktiv und organisiert gemeinsam mit seiner Frau Wanderungen. Denn es sind die regelmäßigen Treffen, ob Stammtisch oder Frauentreff, Spielenachmittag oder Verkehrsteilnehmerschulung, die das Vereinsleben heute prägen. „Bis 2000 haben wir uns mit der Problematik der Rentenpauschalisierung beschäftigt, bevor Licht im Dunkel zu sehen war. Seitdem widmen wir uns vorrangig der Mitgestaltung des Lebensabends, haben aber immer auch eine Auge auf die politischen Belange der Senioren”, so Feuerstein weiter. Neben dem nachmittaglichen Programm finden auch Tages- und Mehrtagesfahrten statt. Für die Organisation dieser Ausflüge zeichnet Vorstandsmitglied Dieter Trabert verantwortlich. „Unser komplettes Vereinsleben wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge ohne jegliches Sponsoring finanziert”, verdeutlicht der Vorsitzende.

Aktuell zählt die Ortsgruppe 125 Mitglieder, die allesamt am Mittwoch, 17. Juni, eingeladen sind, gemeinsam ab 15 Uhr, im Seniorenheim „Grüner Weg” ihre Silberhochzeit zu feiern. „Als unsere Gäste dürfen wir die Seniorenbeauftragte der Stadt Gera und des Landes Thüringen, Hannelore Hausschild, Stadtrat Günter Domkowsky und den Vorsitzenden unseres Landesverbandes, Peter Heide, begrüßen”, freut sich Feuerstein auf eine gelungene Feier.

Für eine gelungene Goldene Hochzeit wollen die Verantwortlichen auch künftig „weiter vehement für die von früheren Bundespolitikern wie auch von der Bundeskanzlerin mehrfach versprochenen und nach wie vor geschuldeten Rentenangleichung an Westniveau eintreten”, so Feuerstein abschließend.

( Fanny Zölsmann, 13.06.2015 )

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