Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

„Wir brauen nicht nur Biere”

Günter Stemmler denkt mit seinen 67 Jahren noch lange nicht an einen Liegestuhl, obwohl er zwischenzeitlich schon mal ans Aufhören gedacht hat. „2012 hatte ich die Nase voll und wollte in Rente gehen”, erinnert er sich zurück. Doch dann sprang Sabine Stemmler-Lösche mit auf die Gleise.

2005 kaufte Günter Stemmler den damals schon seit zehn Jahren leerstehenden Sächsischen Bahnhof von der Deutschen Bahn ab. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart – doch so viel sei gesagt: Das 2.000 Quadratmeter große Grundstück liegt mitten im Zentrum. Schon damals hegte er den Traum, das Gebäude in einen Kulturbahnhof mit großer Bierbrauerei zu verwandeln. Doch die Banken sahen in Stemmlers Idee nur eine zum Scheitern vorverurteilte Vision. Ohne Kredit, nur mit seinem Hab und Gut und dank der Unterstützung einiger Freunde konnte er den Bahnhof über die Jahre vor dem Verfall retten. Um den Bahnhof peu à peu aus seinem Winterschlaf zu wecken, organisierte er Veranstaltungen und verpachte das Gebäude zeitweise an junge Leute. Stets war er dabei darauf bedacht, dass „hier kein Mainstream, sondern Live-Musik gespielt wird”.

Doch trotz seiner immerwährenden Liebe und seines Bestrebens dem totgeglaubten Bahnhof neues Leben einzuhauchen, schwebte das Damoklesschwert stets über ihm. Vor drei Jahren dann ein neuer Lichtblick. Sabine Stemmler-Lösche, Fachfrau in Sachen Lehmbau, wollte sich aus ihrem Berufsalltag zurückziehen. In der Idee mit einer Bierbrauerei samt Biergarten, Gaststätte und schon vorhandener Veranstaltungshalle eine alte Tradition der Stadt Gera wiederzugeben, fand sie eine neue Herausforderung. „Lange Zeit war es Tradition, dass Geraer Bier brauten und an die Bürger verkauften. Ich will an diese Tradition wieder anknüpfen und Gera ein Stück Heimatgeschichte zurückgeben”, erklärt Stemmler.

Gemeinsam mit Unterstützung weiterer Experten sanieren sie derzeit den Bahnhof, „dabei liegt es uns am Herzen, den Bahnhof nicht tot zu sanieren, sondern den alten Charme des 1892 erbauten Gebäudes zu erhalten”, betont Stemmler.

So wurde u.a. der Stuck am Himmel in der Eingangshalle mühevoll restauriert und die alten Balken auf der Terrasse nur teilweise erneuert. Während auf der rechten Seite im Keller die Gerätschaften zum Bier brauen Einzug halten, wird im linken Seitenflügel eine Gaststätte mit 40 Plätzen die Gerschen und ihre Gäste zum Genießen und Verweilen einladen. Der neu gemachte Biergarten samt Fußbodenheizung lädt in lauen Nächten zum gemütlichen Beisammensein bei mit und ohne Musik ein. „Wir werden hier nicht nur Bier brauen, sondern auch Kunst, Musik, Lesungen und viele weitere Veranstaltungen, wofür der Charme des Sächsischen Bahnhofs die passende Kulisse anbieten”, freut sich Günter Stemmler schon heute auf gelungene Abende mit verschiedenen Bieren, frisch gezapft aus seinem Keller.

Wer sich einen ersten Vorgeschmack holen möchte, ist am 13. Juni, 11 Uhr, zur Eröffnung der Brausaison willkommen. „An diesem Tag wird es noch kein eigens gebrautes Bier geben, dafür ist die Zeit zu kurz. Denn immerhin dauert ein nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Bier sechs bis acht Wochen. Und aktuell haben Günter Stemmler und sein Team noch alle Hände voll zu tun. „Ein gutes Bier aus einer Erfurter Manufaktur wird die Gaumen der Gäste erfreuen. Unser erstes Bier wird es Ende Juli geben und dann wird zum Bierfassanstich geladen”, freut er sich schon jetzt.

Übrigens am Abend des 13. Juni werden Keimzeit den Sächsischen Bahnhof rocken. Karten hierfür gibt es im Ticketshop Sächsischer Bahnhof. www.sbgera.de

( Fanny Zölsmann, 06.06.2015 )

zurück