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Antrag für Campus liegt auf dem Tisch

Der Titel der Einladung machte neugierig: „Alle 8 in 80 Minuten”. Gemeint waren damit die Objekte, die in Gera einen unmittelbaren Bezug zur Städtebauförderung haben. Dazu gehören die Johannis- und die Salvatorkirche, das sanierte Wohn- und Geschäftshaus mit dem „Köstritzer Bierhaus” in der Schloßstraße 10, der sanierte Gebäudekomplex Florian-Geyer-Straße 4-6, aber auch die geplante Umnutzung des alten Krankenhauses in der Robert-Koch-Straße, das Vorhaben „Vernetzte Stadt – Starke Mitte” und natürlich auch das umfangreiche und teure Projekt Campus Rutheneum. Alle getreu dem Motto des Tages: „Städtische Identität hat viele Gesichter”. Zu Besuch in Gera war aus diesem Anlass auch die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller.

OB Dr. Viola Hahn nutzte die Gunst der Stunde des ersten bundesweiten Tages der Städtebauförderung, um die Bewerbung der Stadt um die Aufnahme das Projektes

Goethegymnasium in das Programm zu begründen. Immerhin stellt der Bund für sein Programm 50 Millionen Euro bereit. Aufgenommen werden Projekte mit besonderer nationaler Wahrnehmbarkeit und Qualität sowie mit überdurchschnittlichem Investitionsvolumen.

Eine weitere Festlegung hat in Gera größte Aufmerksamkeit gefunden: Obwohl der Eigenanteil jeder geförderten Kommune grundsätzlich mit einem Drittel der geförderten Kosten beträgt und vom Land bestätigt werden muss, verringert sich das bei Kommunen in Haushaltsnotlage auf zehn Prozent. Konkret heißt das für Gera: Die Stadt geht für das Gesamtvorhaben Campus Rutheneum mit Sanierung des Reußischen Regierungsgebäudes, dem Neubau einen Schulteiles und einer neuen Turnhalle von Kosten in Höhe von 22 Millionen Euro aus. Kein Pappenstiel! Aber die OB hat gute Argumente: „Wir wollen diese Chance nutzen, für das Gymnasium zeitgemäße Lern- und Lehrbedingungen zu schaffen. Die Musik- und Spezialklassen haben wiederholt bewiesen, dass das Rutheneum pädagogisch Weltniveau verkörpert. Dazu stehen im krassen Widerspruch die Bedingungen im jetzigen Schulteil auf dem Nicolaiberg.”

Natürlich machte die Ministerin auch darauf aufmerksam, das man bei allen Entscheidungen für die Zukunft auch die demokrafische Entwicklung stets im Auge behalten müsse. OB Dr. Hahn konnte sie beruhigen, denn alle drei städtischen Gymnasien würden auch in Zukunft gebraucht. Unterstützung fand sie dabei auch von Baudezernent Ramon Miller, der die gültige Integrierte Stadtentwicklungskonzeption als Fundament wertete und die zukünftige Entwicklung zur Grundlage hat.

Das Projekt sei auf der Grundlage eines Architektenwettbewerbes entstanden. Dafür hatte der Förderverein der Schule in nur vier Wochen 90.000 Euro gesammelt. Allerdings ist nicht immer alles glatt gelaufen. René Kessler vom Förderverein mahnte an: „Wir werden seit zehn Jahren hingehalten, das Ergebnis ist gleich Null.” Symbolisch übergab er der Ministerin einen Beutel mit abgefallenem Putz von Regierungsgebäude. Fazit: Es ist wieder Bewegung um das Gesamtprojekt Rutheneum gekommen. Dr. Hahn brachte es trotzdem auf den Punkt: „Am Ende wird es immer auf den Eigenanteil der Stadt ankommen.” Darauf darf man gespannt bleiben, denn schließlich muss der Stadtrat noch über den Schulentwicklungsplan beraten. Und in dieser Richtung gibt es durchaus kontroverse Interessen. Und trotzdem: Der Antrag „Campus Rutheneum” liegt nun auf dem Tisch der Verantwortlichen in Bund und Land. Noch einmal Dr. Hahn: „Gera hat so viele schöne Sachen, wir vergessen das aber noch zu oft.”

Lesen Sie dazu den Kommentar von OB Dr. Viola Hahn im Geraer Wochenmagazin. 

( Reinhard Schubert, 16.05.2015 )

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