Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Demotiviert, perspektivlos, verloren

Dass Gera keinen jungen Menschen aufgeben will, zeigt sich nicht zuletzt im aktuellen Bemühen vom neuen Förderprogramm des ESF und Bund zu partizipieren. „Es heißt ‚Jugend stärken im Quartier‘ und knüpft am Vorgängerprojekt ‚Jugend Stärken: Aktiv in der Region‘ an”, erklärt Andreas Heimerdinger, Vorsitzender des Streetwork GERA e.V.. 
Gera nahm von 2010 bis 2013 am ESF-Modellprogramm mit dem Projekt „LebenLernen“ des Streetwork GERA e.V. teil. Dieses Programm lief Ende 2013 aus und „ist erfolgreich beendet worden”, fügt Birgit Klemm, Fachdienstleiterin Kinder- und Jugendhilfe hinzu und sagt weiter, dass „derzeit das Antragsverfahren für das neue Programm läuft. Dieses soll ab 2015 zunächst für vier Jahre in benachteiligten Stadt- und Ortsteilen umgesetzt werden.”
Seit 2010 sind zwei sogenannte Case Manager, finanziert über den Streetwork, Ansprechpartner für junge Menschen im Alter von zwölf bis einschließlich 26 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund. „Sie erreichen diese jungen Menschen genau in den Lücken, die innerhalb der vorhandenen Angeboten beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Arbeit entstehen können”, klärt Heimerdinger auf. 
Nachdem 2013 das alte Programm ausgelaufen und das neue erst frühestens im Sommer losgehen soll, entstand eine Lücke, die dank Mitteln aus der Jugendförderung und im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit überbrückt werden konnte. „Wir sind dankbar, dass die Stadt uns hier nicht hängen lässt und auch andere Wege geht, um die Finanzierung zu sichern. Denn nichts ist schlimmer, als die Arbeit am und mit den Jugendlichen zu unterbrechen. Diese jungen Menschen, die unsere Hilfe brauchen, haben zu viele Lücken, Abbrüche, Veränderungen und andere Irrwege in ihrem kurzen Leben genommen, sodass sie nun eine konsequente Führung brauchen, um ihr Leben in den Griff zu bekommen”, bringt es Heimerdinger auf den Punkt.   
Das neue Programm ist sozialräumlich angelegt und konzentriert sich auf Gebiete des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“, sprich Bieblach. „Doch werden wir auch andere Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf nicht aus den Augen verlieren. Konkret: Wir werden uns auch auf den sozialen Brennpunkt Gera-Ost konzentrieren”, betont Andreas Heimerdinger. 
2015 wird nun fortgesetzt, was vor vier Jahren begann: Junge Menschen wieder auf ihre Laufbahn schicken. Neu: Effektive und effiziente Strukturen der Zusammenarbeit zwischen dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe, den freien Trägern im Bereich Jugendsozialarbeit, der Agentur für Arbeit, Jobcenter, Quartiersmanagement und Wirtschaftsakteuren schaffen. „Für die Umsetzung ist eine kommunale Koordinierungsstelle vorgesehen. Diese steuert die methodischen Bausteine und die im Rahmen des Modellprogramms durchzuführenden Projekte”, führt die Fachdienstleiterin aus.   
Hinzu kommt eine neue erste Anlaufstelle. „Mit der Clearingstelle wird eine kurzfristig angelegte individuelle  sozialpädagogische Beratungsstelle geschaffen”, so Birgit Klemm und weiter: „Hier werden neben dem aktuellen Unterstützungsbedarf, die sich daraus ergebenden Ansprechpartner geklärt und der Jugendliche an diese übergeben. Junge Menschen mit intensiverem Unterstützungsbedarf werden in das längerfristige Case Management übergeben. Die Clearingstelle soll unversorgte junge Menschen durch die Vielfalt der Angebote lotsen.”
Des Weiteren sollen Mikroprojekte die vorhandene Herangehensweise unterstützen. „Wir wollen mit Mobilisierungsmaßnahmen den Jugendlichen, der oftmals keiner gewöhnlichen Tagesstruktur mehr nachgeht, wieder motivieren, morgens aufzustehen, etwas anzufangen und zu beenden, Erfolg zu haben, Anerkennung zu spüren, schlicht weg, etwas wieder zu schaffen”, beschreibt Heimerdinger eine nicht für jedermann nachvollziehbare Situation, in denen sich so manch‘ Jugendliche aber tatsächlich befindet: demotiviert, perspektivlos, verloren! 
Es ist das gemeinsame Ziel aller, keinen jungen Menschen aufzugeben. In den kommenden vier Jahren sollen rund 400 Heranwachsende betreut, beraten und unterstützt werden und wieder auf „Kurs” gebracht werden. 

( Fanny Zölsmann, 14.03.2015 )

zurück