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Demokratie beginnt im Klassenzimmer

Immer wieder ist die Rede davon, dass sich junge Menschen nicht mehr für Politik interessieren und sich immer weniger für das Allgemeinwohl engagieren. Dies sei ein Trugschluss und nur ein Vorwand um Politik vorbei an Jugend und Nachwuchs rechtfertigen zu können, sagt der 16jährige Eric Grebenstein. Er ist seit zwei Jahren einer der drei Schülersprecher an der Ostschule Gera und weiß, dass sich auch Schüler Gedanken zu politischen Themen machen und hier engagierter wären, wenn man ihre Belange immer ernst nehmen würde. „Wir sehen das an den zu besprechenden Themen im Haus, bei denen sich viele mit Ideen und Meinungen einbringen und an unserer sogenannten Juniorwahl, die wir zu Bundestags- und Landtagswahlen durchgeführt haben“, erklärt er beim Rundgang durch die Schule.
Demokratie beginnt im Klassenzimmer. Als erstes wählen die Mitschüler einen Klassensprecher und diese wählen danach die Schulsprecher aus ihren Reihen. Eric Grebenstein ist bereits seit einigen Jahren Klassensprecher und in der neunten Klasse kam dann das Amt des Schulsprechers hinzu. Drei gibt es an der Ostschule und zusammen mit Sina Öztürk und Lennart Däumer setzt man sich für die Belange der Schüler ein und vertritt diese auch nach außen. So gibt es eine Schulkonferenz an der Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter teilnehmen und in der Normen für den Schulalltag auf den Weg gebracht werden, über Abschaffung alter und überholter Regeln gesprochen und abgestimmt wird, Probleme zur Sprache kommen und gemeinsam gelöst werden. Doch damit ist die Arbeit als Schulsprecher noch nicht getan. Hinzu kommt, dass man bei Sitzungen des Jugendhilfeausschusses vor Ort ist und als beratendes Mitglied auf diesen einwirkt und auch bei Stadtratssitzungen anwesend ist, wenn Themen die Schule und Schüler betreffen. „Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist dabei der Fahrplan des GVB. Hier haben wir unsere Einwände vorgebracht“, erklärt er und fügt hinzu, dass er bei der ersten Teilnahme etwas entsetzt darüber war, wie man in der Sitzung miteinander umgegangen ist. „Denjenigen der gerade spricht ausreden zu lassen, scheint nicht jedermanns Stärke zu sein“, berichtet er. 
Doch auch wenn der Einsatz aller Seiten stimmt, kommt nicht immer das gewünschte Ergebnis heraus. Das zeigt auch das Schulgebäude selbst, welches sich in einem nicht erfreulichen Zustand befindet. „Es ist ja nicht nur so, dass die Stadt Gera derzeit kein Geld für Sanierungen hat, sondern das generell bei Kinder- und Jugendeinrichtungen gekürzt wird. Wenn es draußen stürmt, witzelt man in der Schule, dass am nächsten Tag keine ist, da ja das Gebäude nicht mehr stehen wird. So schlimm sehen die Schüler den Zustand des Hauses selbst“, erzählt er. 
Selbst sieht er sich nicht in der Politik. Jetzt macht er gerade seinen Realschulabschluss, will danach aufs Gymnasium um dann Medizin zu studieren. Wie es dann mit der Zeit aussieht, weiß er natürlich noch nicht, aber er will versuchen sich auch weiterhin zu engagieren. Dies legt er auch anderen Jugendlichen ans Herz und kommt dabei auf den Jugendrat Gera der 2014 gegründet wurde und in dem es nicht nur um Schulthemen geht, sondern alle Belange die Kinder und Jugendliche betreffen. Wer sich engagieren möchte und wissen will wie er im Jugendrat oder anderen Organisationen mitwirken kann, sollte sich dazu an den Stadtjugendring wenden.

( Lars Werner, 14.03.2015 )

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