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Gegenseitige Hilfe zum Schutz von Kulturgütern vereinbart

Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn und der Leiter der Außenstelle Gera des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Reinhard Keßler, unterzeichneten heute (24. Februar 2015) eine Vereinbarung zur Gründung eines Notfallverbundes zum Schutz von Kulturgut in der Stadt Gera. Dieser Notfallverbund steht auch weiteren Eigentümern von Kulturgut zum Beitritt offen. Die evangelische und die katholische Kirche in Gera haben bereits ihre Bereitschaft zur Mitgliedschaft erklärt.
Die Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde hatte im April 2013 die Initiative zur Gründung des Notfallverbundes unternommen und der Oberbürgermeisterin einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Im Mai 2013 befürwortete Frau Dr. Hahn diesen Vorschlag die entsprechenden Vorbereitungen bei der Entwicklung des Notfallplanes als sinnvolle Ergänzung vorhandener Planungen. Wichtig ist die Bündelung vorhandener Sach- und Personalressourcen sowie der Fachkenntnisse – und zwar sowohl in der Prävention als auch im Notfall.
„Unvorhersehbare Ereignisse wie Unwetter, technische Defekte, Brände und Wasser können nicht nur für Menschen gefährlich werden. Sondern auch für Kulturgüter. Und was unternimmt man, wenn Kulturgut von Katastrophen betroffen ist? Natürlich: sich gegenseitig helfen“, erläutert Reinhard Keßler die Motivation, einen Notfallverbund ins Leben zu rufen. Nach der Gründung von Notfallverbänden in Berlin-Brandenburg, Dresden, Halle (Saale), Hannover, Leipzig, Magdeburg, Münster und Weimar folgt nun auch die Stadt Gera den deutschlandweiten Bestrebungen einer solchen verstärkten Zusammenarbeit im Kulturbereich. „Angesichts der großen Umfänge an Kulturgut können größere Notfallereignisse nur gemeinsam bewältigen“, betont Oberbürgermeisterin Dr. Hahn.
Dabei gehören Überlegungen zum Schutz und zur Erhaltung der umfangreichen und wertvollen Bestände an Kulturgut seit vielen Jahrzehnten zu den grundsätzlichen Arbeitsaufgaben in den städtischen Museen, der Bibliothek und im Stadtarchiv. Durch geeignete bauliche Maßnahmen und den Einbau von Klima- und Sicherungstechnik sollen  Gefährdungen oder Schäden an Kunstwerken, Sammlungen oder einmaligen Archivalien in den Ausstellungsräumen und in den Magazinen verhindert oder abgewehrt werden. Die Planung und Umsetzung derartiger Maßnahmen entspricht für die genannten städtischen Einrichtungen zumindest grundsätzlichen Anforderungen.
„Zu einer wesentlich anderen Einschätzung gelangt man, wenn vor dem Hintergrund der zahlreichen Hochwasserereignisse in den letzten Jahren oder dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs die Frage nach der Handlungsfähigkeit der einzelnen Einrichtungen zum Schutz des Kulturgutes bei derartigen oder ähnlichen Notfällen bzw.  Katastrophen untersucht wird“, erinnert Stadtarchivar Klaus Brodale. Bereits seit etwa zwei Jahren erarbeiten sowohl die Museen als auch das Stadtarchiv objektbezogene Notfallpläne, die für unterschiedliche Schadensereignisse angepasste Handlungsszenarien beinhalten. Diese umfassen neben der Analyse der Gefährdungssituationen und von vorbeugenden Maßnahmen vor allem notwendige Handlungsgrundlagen zur Information, Mengenberechnungen, den Einsatz von Personal und Ausrüstung bis hin zur eventuell notwendigen Bergung,  Auslagerung und Sicherung von Kulturgut. Vor allem für die zuletzt genannten Maßnahmen konnten mit der Bereitstellung von Notfallboxen in allen Kulturgut verwahrenden städtischen  Einrichtungen die Grundlagen für eine zumindest eingeschränkte Handlungsfähigkeit bei Notfällen erreicht werden. 

( gW, 28.02.2015 )

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