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Rat an junge Leute: „Machen Sie blau!“

Um Gotteswillen, wird dieser oder jener aufschreien: Was soll der Rat an junge Leute, Blauzumachen, den wir in der Überschrift formulierten. Wir wollen doch gerade jene Jugendlichen davon abhalten, die sich dem Alkohol und der Bummelei zuwenden könnten. Gemach, gemach! „Machen Sie blau“ ist ein origineller Werbegag der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), die bundesweit 8.000 Mitglieder (man spricht von Helfern) zählt. Blau bezieht sich auf das blaue Logo – ein Zahnrad, umgeben von den Buchstaben THW – und auf die schmucken tiefblauen Uniformen der Helfer.

Das THW Sachsen/Thüringen hatte zu einem Unternehmerforum nach Gera eingeladen. Beratungsgegenstand: Wie sichern wir den Nachwuchs für das THW-Ehrenamt gemeinsam mit den Arbeitgebern, die ja schließlich ihren Beschäftigten den erforderlichen Freiraum gewähren müssen? Gastgeber des Forums war die Ostthüringer Industrie- und Handelskammer (IHK). Hauptgeschäftsführer Peter Höhne konnte rund 160 Unternehmer sowie Mitarbeiter und Leiter des THW in der IHK-Bildungsstätte begrüßen.

Die Gastgeberrolle der Geraer IHK ist nicht zufällig gewählt. Blicken doch THW und IHK auf eine zehnjährige ersprießliche Zusammenarbeit zurück. Bei der beruflichen Qualifizierung ehrenamtlicher THW-Helfer fungiert die IHK als bundesweites Prüfungszentrum. Seit 2005 haben rund 250 Teilnehmer die Eig nungsprüfung als „Geprüfter Ausbilder“ erfolgreich geschafft. Zum heutigen Forum erhielten weitere 23 Absolventen ihre Zeugnisse, beglückwünscht vom Präsidenten des THW-Bundesverbandes Albrecht Broemme.

Das Bemerkenswerte der langjährigen Kooperation THW-IHK ist auf Neudeutsch gesagt eine Triple-Win-Situation. Erstens schult das THW seine Ausbilder und bietet den Ehrenamtlern Entwicklungschancen. Zweitens erhalten die Unternehmer gut ausgebildetes Fachpersonal. Und drittens sichert die IHK mit der Ausbildereignungsprüfung die Qualität der Ausbildung in den Unternehmen.

Im Gedankenaustausch die erfreuliche Botschaft: Die rund 3.000 Männer, Frauen und Jugendlichen im THW-Landesverband Sachsen/Thüringen  vollbringen bei der örtlichen Gefahrenabwehr (z.B. Hochwasser) gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen Leistungen, die aller Ehren wert sind. Klar aber auch: In Familie und Beruf müssen die THW-Helfer Opfer bringen. Unterstützung sollte vor allem kommen von den Arbeitgebern und von den Kommunen.

Die Geraer Firma Pfahl Gerätebau ist so ein positives Beispiel. Teamleiter Toralf Patzig zeigt z.B. gegenüber THW-Helfer Michael Naundorf Verständnis, wenn dieser wegen eines Einsatzes den Arbeitsplatz zeitweilig verlassen muss. Da wird der Chef eben schnell mal den Dienstplan umbauen.

Der Geraer Unternehmer Reiner Spanner, Vizepräsident der IHK, verfügt über langjährige Erfahrungen im Spannungsfeld von Ehrenamt und Arbeitgeber. Klar, bringen Einsatzfälle Belastungen für die Firma mit sich, meint er. Aber ohne Ehrenamtstätigkeit wären Wirtschaft und Gesellschaft arm dran. Spanner ist dafür, das Interesse ehrenamtlich tätig zu sein, schon frühzeitig in der Schule zu wecken.

Wie ehrenamtliches Tätigsein und Berufsleben zusammenpassen, schildert Dr. Andreas Roß, Vorstand der Thüringer Energie AG. Das Unternehmen hat jüngst eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit dem THW abgeschlossen. Danach dürfen Helfer das moderne betriebseigene Ausbildungszentrum  nutzen. Man möchte so auch technikbegeisterte Lehrlinge erreichen und ausbilden.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee verwies auf die seit zehn Jahren arbeitende Ehrenamtsstiftung des Landes, wobei die Geraer Ehrenamtszentrale thüringenweit einzigartig sei. Sich an die Jugendlichen zu wenden, setze auch Umdenken voraus. Diese würden beim Ehrenamt eher projektbezogene Herausforderungen bevorzugen als langjährige Bindungen.

Dr. Emily Haber, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, hatte zuvor in ihrer Festansprache der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die Unternehmer mit wachsendem Engagement die Ehrenamtstätigkeit des THW unterstützen. Im Gegenzug bringe das auch den Arbeitgebern nicht unwesentlichen Nutzen.

Für gutes Miteinander gab es Auszeichnungen. Der THW-Landesbeauftragte für Thüringen Manuel Almanzor vergab die THW-Ehrenplakette u.a. an die IHK und an die Stadt Gera. 

( Harald Baumann, 14.02.2015 )

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