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Verbindungen zwischen Alt und jung schaffen

Laut Gesetz gilt man ab dem sechzigsten Lebensjahr als Senior. Somit leben in Gera bereits fast 50 Prozent Senioren, die aber auch im Alter nicht auf das Abstellgleis gestellt werden wollen, sondern auch weiterhin ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten wollen. Dazu gehört unter anderem auch politisches Engagement um sich für die Interessen und Belange der Senioren einzusetzen. Dies bringt automatisch mit sich, dass auch junge Generationen einen Nutzen davon haben - ein gewünschter Nebeneffekt des Seniorenbeirates. Beispiel hierfür ist das „SIS Projekt“ (Senioren als Mediatoren in Schulen (wir berichteten).

„Den Beirat gibt es bereits seit der Wende. Seit 2007 wird dieser, nach eingereichten Vorschlägen, vom Stadtrat gewählt. Zuletzt war das im vergangenen Jahr. So sind die 23 Mitglieder aus 18 verschiedenen Organisationen und Vereinen der Stadt, wieder für fünf Jahre tätig. Dies hat rechtliche Hintergründe und dient zudem auch dem Mitspracherecht, wenn es eben um Belange der Senioren in der Stadt geht“, erklärt Hannelore Hauschild, die Vorsitzende des Beirates. Jedoch nutzt sie den Satz, dass man für Belange der Senioren da sei, nur sehr ungern. Vielmehr macht sie klar, dass es zwar eine hohe Anzahl an älter werdenden Menschen gibt und man diese vertritt, aber durch das Mitwirken in verschiedenen Gremien und Gruppen man sich nicht nur für die ältere Generation einsetzt, sondern im Allgemeinen das Beste für die Stadt herausholen will. So das Jung und Alt damit zufrieden sind. „Wir sind ein beratendes Organ und werden bei Anfragen bezüglich der Senioren tätig. Jedoch passiert dies von Seiten der Stadt noch viel zu wenig, aber wir bleiben am Ball und fordern eine Zusammenarbeit immer wieder ein. So sorgen wir nicht nur dafür, dass ältere Generationen die bestmöglichen Voraussetzungen zum Leben haben, sondern auch junge Menschen sich in Gera wohlfühlen, arbeiten und leben“, so Hannelore Hauschild weiter. Einfach ist der Weg dabei nicht, aber durch die langjährige Erfahrung der Vorsitzenden und der anderen Mitglieder konnte man schon einiges bewegen. So arbeitet man mit Stadt, Verbänden, Vereinen und auch Firmen zusammen, um dauerhafte Voraussetzungen zu schaffen, die jedem Einwohner weiterhelfen. „Die Themen gehen uns nie aus, es gibt eher zu viele Baustellen, die beackert werden müssen“, fügt sie hinzu.

Gemeint sind damit beispielsweise ein unabhängiger Pflegestützpunkt, an den sich jeder wenden kann, wenn er Hilfe benötigt. Früher gab es dazu ein soziales Netz, was aber so nicht mehr existiert. Weiterhin möchte man erreichen, dass nicht alle sozialen Aufgaben Projektbezogen sind und nur eine gewisse Laufzeit haben. „Gerade im sozialen Bereich wird immer wieder gekürzt. Die einzelnen Projekte helfen da zwar weiter, aber geben keine Sicherheit, da diese immer nur für einen bestimmten Zeitraum ausgelegt sind und dann immer wieder um Mittel gekämpft werden muss. Das ist keine gute Lösung“, erklärt sie dazu.

Auch in diesem Jahr liegen die Schwerpunkte darauf beratend tätig zu sein. So will man gerade bei der Aufklärung zum Pflegeneuausrichtungsgesetz tätig werden, durch das Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen spürbar ausgeweitet werden und die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht wird. Weiterhin wird es Schulungen und Tagungen zu Rechten und Pflichten im Ehrenamt geben, eine Seniorenredaktion für den offenen Kanal soll ins Leben gerufen werden und man möchte darüber diskutieren eine Art Seniorengenossenschaft einzurichten. „Ehrenamt wird für unsere Gesellschaft immer wichtiger und leider ist es hier auch so, dass man trotz allem gewisse Ausgaben hat und sozusagen noch Geld mitbringen muss. Mittlerweile gibt es Modelle in denen ehrenamtlich Tätige Punkte sammeln können, um diese dann selbst einlösen zu können, wenn sie Hilfe benötigen. Dabei geht es um kleine Leistungen und soll keine Konkurrenz zur Wirtschaft darstellen“, erklärt die Vorsitzende, die schon seit Jahren ehrenamtlich tätig ist. Somit soll ein kleiner Anreiz geschaffen werden und wer Hilfe in Anspruch genommen hat, kann so beispielsweise etwas zurückgeben. Es bleibt zu wünschen, dass dies umgesetzt werden kann, denn die zahlreichen Helfer im Ehrenamt sind oftmals mehr als 20 Stunden pro Woche im Einsatz. Auch bei den Mitgliedern des Seniorenbeirates ist dies nicht anders, wofür sie wie jeder andere großen Dank verdienen. Wichtig ist für alle Seiten, dass die Generationen auch weiterhin zusammenarbeiten, denn jeder kann von jedem etwas lernen und Hilfestellung geben. Zusammenleben so wie es laut Generationenvertrag gedacht ist.

( Lars Werner, 14.02.2015 )

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