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Moderne Architektur und alter Charme

Unter dem Namen „Haus Simmel” wurde das historische Hauptgebäude auf dem Gelände des SRH-Wald-Klinikums in einem feierlichen Akt eingeweiht. „Es ist uns eine große Freude, dass wir nun den Schlussstrich unter die Generalsanierung des Klinikkomplexes ziehen können”, betonte SRH-Vorstandsvorsitzender Prof. Klaus Hekking. Er erinnerte daran, dass bei der Übernahme des Krankenhauses durch die SRH die Erhaltung der historischen Bausubstanz festgeschrieben worden war. Zehn Millionen Euro investierten das Klinikum und der Freistaat Thüringen in den Bau, in den ab Februar die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie ab Sommer die Hautklinik einziehen werden.

„Gera hat sich dank der Investitionen und der hervorragenden Leistung aller Mitarbeiter zu einem bedeutsamen Standort der Gesundheitsversorgung entwickelt”, lobte Prof. Hekking. Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn konnte das nur unterstreichen, denn das SRH-Klinikum ist der größte Arbeitgeber in der Stadt Gera. Neben Wirtschaft und Bildung sei die Gesundheitswirtschaft ein zentraler Aspekt für die Zukunft der Stadt. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner bezeichnete das Wald-Klinikum als eines der schönsten Krankenhäuser im Freistaat. Die Gesundheitsversorgung soll auch in Zukunft wohnortnah erfolgen. Das Klinikum sei ein gutes Beispiel dafür, Krankenhäuser für das 21. Jahrhundert fit zu machen.

Für Architektin Marion Donnig, die die gesamte Generalsanierung des im Frühjahr 2013 übergebenen SRH-Wald-Klinikums geleitet hat, war es wichtig, einen Bogen zwischen Alt- und Neubau zu spannen. Die markanten, einst als Freiluftliegehallen genutzten Loggien des Altbaus greife die moderne Architektur mit großzügigen Südbalkonen auf. Bei der Sanierung sei darauf geachtet worden, das alte Haus auf die Grundstruktur zurückzubauen. Anbauten der letzten Jahrzehnte wie der OP-Trakt und Aufzüge wurden abgerissen, Allerdings, so musste sie feststellen, seien im Zuge der Bauarbeiten unerwartete Mängel zutage getreten. Das schob die Architektin auf die Bauzeit während des 1. Weltkrieges, wo viel gespart werden mussten. Und auch im Inneren des Hauses habe es viele Veränderungen gegeben, während die repräsentative Fassade nahezu erhalten geblieben ist. „Und durch die Fenster hat man fast den Ausblick wie zur Eröffnung 1921, denn der denkmalgeschützte Park wurde im vorigen Herbst nach alten Plänen neu gestaltet”, machte sie aufmerksam. Gerührt erklärte Marion Donnig, dass sie sich nun nach ihrer zehnjährigen Tätigkeit in Gera von ihrer großen Aufgabe verabschieden muss. Bei dem gesamten Bau habe ein guter Geist geherrscht. Und auch für Prof. Hekking war die Einweihung des letzten sanierten Gebäudes gleichzeitig ein Abschluss. Er geht im Februar in den Ruhestand.

Mit der Inbetriebnahme des neuen/alten Gebäudes wird an Prof. Hans Eugen Simmel (1891 – 1943) erinnert. Er war von 1928 bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo 1933 als Chefarzt in dem Krankenhaus tätig. Der Sozialdemokrat jüdischer Herkunft verlor nach kritischen Äußerungen über die nationalsozialistischen Machthaber seine Anstellung und kam 1938 in das KZ Dachau. Er konnte nach seiner Entlassung mit seiner Familie emigrieren, verstarb jedoch kurz danach. Ein Stolperstein vor dem „Haus Simmel” erinnert an ihn. 

( Helga Schubert, 31.01.2015 )

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