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Jedes Kind hat alle Chancen verdient

Von außen ist der Klotz in der Lusaner Straße 67 wirklich hässlich, doch innen herrscht pure pädagogische Leidenschaft.

Geraneum - eine neue Gemeinschaftsschule steht in den Startlöchern. „Vor zwei Jahren haben wir uns auf den Weg gemacht, um eine Alternative zu schaffen, die den heutigen Anforderungen, Wünschen und Vorstellungen des Lernens und Lehrens entspricht und in der eine gesunde mit der Natur verbundene Lebensweise vermittelt wird”, erklärt Mitinitiatorin Nicol Götze-Buchholz.

Viele Objekte haben sie sich in Gera angeschaut, bevor sie hier in der Lusaner Straße 67 die geeigneten Räume fanden. „Schloss Osterstein, ein ehemaliges Schulgebäude in Thieschitz und ein baugleiches Gebäude in Liebschwitz haben wir u.a. auf unsere Bedürfnisse geprüft. Osterstein wäre eine gute Adresse gewesen, doch wünschte sich Prinz Reuß eher eine renditeträchtige altersgerechte Wohnanlage”, erklärt sie. „Die direkte Innenstadt kam für uns nie in Frage. Unsere Schule muss an den Wald”, führt sie weiter aus. Denn es ist eines der Grundfesten der neuen Gemeinschaftsschule sich in der Natur zu bewegen und sich mit der selbigen auseinanderzusetzen. „Die Gesunderhaltung des Einzelnen und der Lerngemeinschaft auf ganzheitlicher Ebene spielt eine wichtige Rolle. Nachhaltigkeit, Selbstversorgung und Partizipation sind die Grundpfeiler unseres Schulkonzeptes”, beschreibt Götze-Buchholz.

Nachhaltigkeit: Die Schüler sollen tagtäglich den natürlichen Umgang mit den wertvollen Ressourcen der Natur in der Theorie und der praktischen Umsetzung lernen.

Selbstversorgung: Jeden Tag soll frisch, biologisch vegetarisch gekocht werden, nach und nach mit Lebensmitteln aus dem eigenen großen Schulgarten.

Partizipation: Eltern sind willkommen und können an den Nachmittagskursen, wie Tanz und Bewegung, Zirkus und Schauspiel, Kunst und Handwerk, gemeinsam mit ihren Kindern teilnehmen und auch selbst Ideen einbringen.

Bereits auf dem Schulweg soll der gemeinschaftliche Tag beginnen. „An zwei Treffpunkten, entweder an der Straßenbahnhaltestelle Laune oder in Dürrenebersdorf, kann der morgendliche Schulweg gemeinsam mit erwachsener Begleitung starten. Ein Schulweg ist wichtig, um den Druck raus zunehmen und damit die Kinder die Zeit haben, mit ihren Freunden zu reden, bevor der Schulalltag beginnt.”

Doch bis der Schulweg erstmals gemeinsam begangen werden kann, bleibt noch viel Arbeit. Seit Monaten treffen sich die Eltern und Engagierten regelmäßig am Sonnabend um das Schulgebäude auf Vordermann zu bringen. Jedes Klassenzimmer verfügt über eine Klassenküche, in der gefrühstückt, gelernt und gewerkelt werden kann. Des Weiteren sind Werk- und Experimentierraum, Handarbeits- und Spielzimmer, Ruhe- und Bewegungsraum, Musikzimmer und Bibliothek im Aufbau. Drei Jahre Probezeit gilt es von Seiten des Landes zu überstehen, bevor Fördermittel zur Finanzierung des Schulbetriebes fließen werden. Sofern der Trägerverein dann auch Eigentümer wird, soll das Gebäude grundhaft saniert werden. „Geplant ist, sobald alle Ampeln auf grün stehen, das Schulgebäude nach ökologischen Standards samt Photovoltaik, Fassadenbegrünung und Solardach, umzubauen”, so die Zielstellung.

Spätestens zum kommenden Schuljahr soll der Betrieb mit den Klassenstufen eins bis sechs aufgenommen werden, „wenn”, so hoffen die Verantwortlichen, „endlich die Genehmigung vom Ministerium eintrifft, denn eigentlich sollte bereits zum zweiten Halbjahr begonnen werden”. Aktuell haben 30 Eltern ihre Kinder angemeldet.

Detaillierte Informationen zum Konzept unter www.geraneum.de

( Fanny Zölsmann, 24.01.2015 )

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