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Wachhund oder Weihnachtsgans? - Weihnachtsgeschichte

Zwei schlohweiße, schlachtereife Gänse schnatterten am Leumnitzer Flugplatz über das ihnen drohende Schicksal. Der Ostthüringer Fallschirmsportclub holte zum siebten Streich aus: Gänsespringen als Zielsprungwettbewerb zum Saisonabschluß war angekündigt. Die Geraerin Jana Egermann gewann vor vier Jahren das inzwischen traditionelle Zielspringen um die Weihnachtsgans. Aber sie dachte offenbar zu sehr an die Weihnachtsgeschichte. Diese Auguste kam nicht in die Pfanne. Sie wurde der "Wachhund" für den Hof ihres Vater und erlebte so bis voriges Jahr die Gänse-Rente. Die Gleitschirmspringerin vom OFC Gera hätte dann auch gar zu gern eine Nachfolgerin ergattert. Nach zwei Wertungssprüngen sah es sehr danach aus: Ein Nuller und einer mit einem Zentimeterchen Abweichung vom schwarzen Kissen. Dann doch noch ein Patzer, und damit erwies sich bei den Gleitern der Chemnitzer Dr. Rolf Kühnert (9 cm) vor Mario Kusch (13 cm) als Hans im Glück. Jana Egermann hatte trotzdem gut Lachen, als die Sprache auf das vergangene Jahr kam. Das Interesse am Fallschirmspringen ist in Gera offenbar deutlich gewachsen; spürbar auch in der aktuellen Mitgliederzahl. Beim OFC hängen jetzt 63 Männer und Frauen in den Seilen, d.h. Zuwachs um ein Drittel. Das bedurfte intensiver Bemühungen um die Ausbildung der Neulinge ,teilweise bis zur Lizenz. Da blieb für eigene Sprünge etwas weniger Zeit. Kann man fast als Entschuldigung gelten lassen. Ohnehin hatte der OFC auch sportlich Erfolge aufzuweisen.

Im Sommer schnappten die Geraer den Norddeutschen in der Besetzung Jana Egermann (3.)/ Christiane Stötzner (2.)/ Steffen Langnickel als Mannschaft schon zum dritten Mal den Ostseepokal weg. Der gehört ihnen nun ganz.
Trotz grauen Himmels nahmen auch wieder 44 "Fallis" aus Thüringen, Sachsen, Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern am Gänsespringen teil. Trendgemäß standen die Gleitschirme zu den traditionellen Rundkappen im Verhältnis von 36:8. Trotz des sächsischen Teilerfolges: Eine der beiden Weihnachtsgänse wird wiederum die Festtage überleben. Mit Antje Hering sprang erneut ein Dame des OFC Gera mit ihrer Kappe in die Bresche. Mit 21,16 Metern Abweichung hatte sie summa summarum gleich 25 Meter Abstand zwischen sich und dem Zweiten, Torsten Glaser aus Erfurt. Überraschend. Denn: Die 27jährige Kfz.-Elektrikerin nahm erst im März dieses Jahres all ihren Mut, Zeit und Geld zusammen und erfüllte sich den Traum von einer Ausbildung. Jetzt gehörte eine Gans ihr. Gehörte! Denn das Stadtkind Antje verkaufte ihre Auguste lieber an einen Bewerber, als sie fürs Festmenü rupfen zu müssen...

( Thomas Triemner, 16.12.2000 )

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