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Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

Es geht doch. Nach der vom Stadtsportbund Gera initiierten Anhörung des Geraer Sports am 4. November, folgte am 20. diesen Monats die von CDU-Stadtrat Andreas Kinder versprochene beantragte aktuelle Stunde im Stadtrat. Wunder seitens des Sports wurden nicht erwartet, konnten sie auch nicht. Eine aktuelle Stunde ist nur ein Austausch von Informationen und Positionen ohne Beschlussfassung. Doch die aktuelle Stunde war tatsächlich nur eine halbe. Der Sport musste sich seine Aufmerksamkeit mit dem ebenfalls brisanten Thema „Elternbeiträge für Kitas“ teilen.

Besser wäre es gewesen, angesichts des engen Zeitlimits, dem Präsidenten des Stadtsportbundes vor den Statements der Fraktionen den Vortritt zu geben, denn wer weiß besser darüber Bescheid, wo dem Sport der Schuh tritt. Und hier ist man schon an einem wesentlichen Problem in der Stadt angekommen: „Warum redet man nicht mit uns?“, fragt Markus Morbach. Auch Andreas Kinder meint, dass die Thematik Sport in den zuständigen Ausschüssen unterrepräsentiert sei.

„Der Stadtsportbund zeige Verständnis für die derzeit äußerst brisante Haushaltslage der Stadt und ist durchaus bereit einen entsprechenden Beitrag zur Haushalskonsolidierung zu leisten“, so Markus Morbach. Auch für zügig getroffene Maßnahmen wird Verständnis aufgebracht, doch vermisse man, so der SSB-Präsident, eine „nachträgliche sportfachliche Diskussion bis heute“. „Ja selbst eingebrachte Vorschläge wurden nicht ernsthaft diskutiert“, mahnte er an.

Auf zwei, aus Sicht des SSB unausgegorenen Maßnahmen, nahm Morbach Bezug: So wird in zwei Sportstätten, deren Nutzungsverträge zur Bewirtschaftung kommunaler Sportstätten zum 31. Dezember auslaufen und die damit von der Schließung betroffen sind, weiterhin Schulsport betrieben. Die Bereitschaft der Vereine, den Sportbetrieb ohne Zuschuss bis zum Saisonende 30. Juni zu betreiben, zeigt die hohe Verantwortung dieser Vereine – nicht jedoch die Richtigkeit der Maßnahme.

Kritisch sieht der SSB zugleich die Erhöhung der anteiligen Kostenbeiträge der Vereine für Wettkampfveranstaltungen von Erwachsenen, da mit dieser Maßnahme Vereine bestraft werden, die mit dem Leistungs- und Wettkampfsport die Stadt Gera nach außen repräsentieren. Hinzu kommt, dass mit der „schleichend eingeführten“ erstmalig geforderten Mehrwertsteuer und weiteren HSK-Maßnahmen in Summe sich die Mehrbelastung für die Vereine mit Wettkampfsport verdoppeln.

„Der Geraer Vereinssport nimmt daher den Umgang mit den Maßnahmen zur Umsetzung des HSK sowie mit dem nicht zufriedenstellenden Vorankommen beim Wiederaufbau nach dem Hochwasser mitunter als existenzbedrohend wahr“, so Markus Morbach, der gleichzeitig aber in der Beauftragung eines Projektsteuerers für den Wiederaufbau eine große Chance für den Sport sieht. Voraussetzung sei aber, „hier keine Zeit zu verlieren, um die vorhandenen Chancen zu nutzen. Der Sport in Gera ist eine Macht. Mit rund 14.500 Mitgliedern in 110 Vereinen stellen die Sportvereinsmitglieder die größte Bürgerinitiative in unserer Stadt Gera mit einer hohen Integrationswirkung dar“, so Markus Morbach. Dem SSB geht es darum Lösungen zu eruieren, wie durch eine effiziente und bedarfsgerechte Nutzung, die ohne Belastung des städtischen Haushaltes mit der Hochwasserhilfe der zu sanierenden Sportstätten ein spürbarer Anteil zur Haushaltssanierung geleistet werden kann.

So richtig, die Erkenntnis im Antrag der CDU auch ist, dass die Vereine klare Aussagen und Zusagen haben wollen, mit denen sie planen können, stellt sich dennoch die Frage: Warum erst jetzt!?

Fraktionsübergreifend sei man sich wohl über die Bedeutung des Sports im Klaren, wie die Beiträge aus den Fraktionen zeigten, auch wenn hier und da konkretes Wissen in der Sache fehlte und mancher sich der eigenen getroffenen Beschlüsse nicht mehr erinnert.

„An einer gemeinsamen Arbeit sind wir – wie bislang stets auch angeboten und bewiesen – sehr interessiert und stehen für einen dementsprechenden Dialog jederzeit zur Verfügung“, bekräftigte Markus Morbach das Gesprächsangebot des Stadtsportbundes Gera an die Politik und Verwaltung.

( Reinhard Schulze, 28.11.2014 )

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