Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Couragepreis 2014 der Stadt Gera an Christa Hausigk verliehen

Vor wenigen Wochen wählte der Runde Tisch für Toleranz und Menschlichkeit Gera bereits zum zweiten Mal den Courage Preisträger der Stadt Gera. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Christa Hausigk, welche im Aktionsbündnis Gera die zwölfköpfige Arbeitsgemeinschaft „kontinuierliche Veranstaltungen“ seit ihrem Bestehen leitet. Überrascht war sie schon als sie davon erfuhr und ist diesbezüglich auch nach der Verleihung eher bescheiden und erzählt im Gespräch: „Es gibt in Gera viele engagierte Menschen, die es genauso oder noch mehr verdient hätten den Preis zu erhalten“. Doch natürlich freut sie sich über den Preis und sieht ihn als Anerkennung für das gesamte Team, dass Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge, Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen durchgeführt, die gezielt über Rechtsextremismus aufklären und damit einen wertvollen Beitrag leisten, den Extremismus zu bekämpfen.

Zwar ist Christa Hausigk die rechte Bewegung schon immer ein Dorn im Auge, aber erst ein Vorkommnis in der Familie brachte das Fass zum überlaufen und sie fing an sich aktiv an der Arbeit gegen den Extremismus zu beteiligen. „Mein Enkel wurde vor einigen Jahren von Neonazis angegriffen. Viel passiert ist danach nicht und das ärgerte mich sehr, dass dies heute wieder so verharmlost wird und rechtes Gedankengut in der Gesellschaft akzeptiert wird“, erklärt sie ihre Beweggründe aktiv zu werden. Also wandte sie sich an den Runden Tisch für Toleranz und Menschlichkeit, in dem eigentlich fast nur Organisationen und Stadtpolitik Mitglied sind und fing an sich mit Aufklärungsarbeit in diesem zu engagieren. Als im Februar 2010 das Aktionsbündnis gegen Nazis in Gera gegründet wurde, wurden in diesem verschiedene Arbeitsgruppen gebildet und so entstand auch die Gemeinschaft „kontinuierliche Veranstaltungen“. Seit dem treffen sich die zwölf Mitglieder alle sechs Wochen und besprechen ihre Ideen für neue Veranstaltungen, verteilen untereinander Aufgaben für die Organisation und Ausrichtung dieser, helfen beim Aufbau von Netzwerken und wirken hier aktiv mit und begleiten einige Projekte an Schulen und Jugendeinrichtungen in Gera. „Aufklärung ist für uns das wichtigste. Gerade junge Menschen sind von außen leicht zu manipulieren und das nutzen rechte Organisationen noch immer aus. Vor allem bei sozialen Themen kommen sie damit bei der Bevölkerung an und dies ist erschreckend. In unseren Veranstaltungen geht es dabei um die Vergangenheit, die Gegenwart und um involvierte Personen, die in der Szene aktiv waren“, erklärt Christa Hausigk zur Arbeit der Gruppe.

Zwar ist sie der Meinung, dass die rechte Allianz in Gera anfängt zu bröckeln und kleiner wird, aber dafür heute viel gefährlicher und gewaltbereiter ist. „Es wird zu wenig darüber geredet“, sagt sie, denn es gibt zwar in allen Köpfen die NSU-Morde, aber keiner weiß eigentlich, dass es seit der Wende rund 200 Tote durch rechte Gewalt gibt. Zudem gibt es tausende Übergriffe durch Neonazis und eine sehr hohe Dunkelziffer. Deshalb ist es für die Gruppe auch wichtig, neben dem Schulunterricht noch mehr Aufklärung zu leisten. „Wir arbeiten mit Schulen, Organisationen, Stiftungen und der Stadt zusammen um hier etwas zu bewegen. Hier haben wir zusammen schon einiges erreicht. Jedoch ist die Resonanz bei so mancher Veranstaltung noch immer sehr verhalten.” Dies liegt aber keineswegs an Gera, weiß sie zu berichten, denn durch Bündnisse in anderen Orten und durch Referenten auf den durchgeführten Veranstaltungen weiß sie, dass dies vielerorts so ist. Doch das wirkt sich auf die Arbeit der Mitglieder nicht aus, denn diese tun dies aus Überzeugung und sind hier mit Leib und Seele dabei. Einen Grund aufzuhören sieht sie bei sich und den anderen nicht. Im Gegenteil, man will auch weiterhin alles möglich machen um aufzuklären, so dass Aufläufe von Neonazis wie 2009, als es rund 4.000 in Gera waren, keinen Nährboden mehr finden und diese nicht nur aus Gera verschwinden.

( Lars Werner, 21.11.2014 )

zurück