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Wie ein Bumerang kommen die Kinder gern in ihr Lusaner Domizil zurück

Die Tage werden kürzer, die Abende länger. Und so sind die Kinder und Jugendlichen, die sich sonst am liebsten im Garten des Lusaner „Bumerangs“ austoben, nun überwiegend im Gebäude in der Werner-Petzold-Straße 10 zu finden. 
Schon der Name „Bumerang“ ist Programm. „Ihn haben sich die Kinder und Jugendlichen, die wie ein Bumerang immer wieder zurück kommen, selbst ausgedacht“, erzählt Andrea Schramm, die seit Beginn Leiterin dieser Einrichtung der Kindervereinigung e.V. Gera ist. „In den 20 Jahren hatten wir rund 18.000 Besucher. Über 100 Kinder sind hier gegenwärtig Stammgäste.“ Begonnen hat alles 1990 mit der Gründung der Kindervereinigung e.V. Gera am Biermannplatz in der heutigen Musik- und Kunstschule „Heinrich Schütz. Dort gab es ein Jahr später einen kleinen Jugendtreff. Da der Bedarf sehr groß war, wurde mit Hilfe der Stadtverwaltung ab 1992 der leer stehende Jugendclub „Freundschaft“ in der Otto-Rothe-Straße in Trägerschaft der Kindervereinigung genutzt. 
„Die Wismut schenkte uns damals einen Transporter Barkas B 1000. Den funktionierten wir zu einem Spielmobil um und waren auf Schulhöfen, in Turnhallen und Kindergärten, auf Spielplätzen und zu verschiedenen Veranstaltungen präsent. Die Mädchen und Jungen nutzen unsere Spielmöglichkeiten vor Ort sehr gern“, ergänzt sie. „Da ist es klar, dass es im Laufe der Zeit nicht bei einem Spielmobil blieb. Der jetzige Transporter hat mehr als genug Kilometer auf den Rädern. Dank zahlreicher Spender und Sponsoren werden wir zum 25. Gründungsjubiläum der Kindervereinigung im April 2015 wieder einen neuen, zwar gebrauchten Transporter zum Spielmobil küren.“
Als in Lusan 1993 der Jugendklub „Freundschaft“ wegen eines großen Einkaufmarktprojektes abgerissen wurde, war guter Rat teuer, denn es sollte parallel dazu den Neubau eines Jugendklubs geben. Doch weder Einkaufmarkt, noch Jugendklub entstanden damals. Der Investor zog sich zurück. So bemühten sich die Lusaner Jugendlichen gemeinsam mit den Stadtverordneten und Politikern um eine Lösung des Problems. Sie blieben hartnäckig am Ball. Als neues Objekt wurde die ehemalige Kombinierte Kindereinrichtung in der Werner-Petzold-Straße 10 gefunden. Die Stadt baute den Kinderkrippenteil für 2,3 Millionen D-Mark um. Geplant war das Objekt damals für das Berufsausbildungszentrum, den Jugendklub und die Kontaktstelle für Straßensozialarbeit. Da das Berufsausbildungszentrum in ein anderes Haus kam, erhielt der Jugendklub statt einer Etage noch eine zweite. „Leider fehlen uns hier trotzdem ein größerer Saal und die Garderobe dazu, aber dafür verfügen wir hier über mehr Zimmer. Insgesamt verbesserten wir uns erheblich“, so die „Bumerang“-Leiterin. 
Im Jahr 2005 wurde die Einrichtung endlich durch das neu entstandene, attraktive Gartengelände aufgewertet. Bei der Gestaltung hatten die Kinder und Jugendlichen Mitspracherecht. Eine großzügige Terrasse, Volleyballplätze, verschiedene Spielgeräte und ein Platz mit Backofen laden zum Verweilen und zu Sport und Spiel ein. Für viele Kinderveranstaltungen ist der Garten ein beliebter Ort. „Unsere Angebote reichen von Wanderungen, Basteln, Backen und Kochen bis zu Computerspiel, Keramikwerkstatt und Disko“, so Schramm. Kinder- und Sportfeste sowie Faschings- und bald auch wieder Weihnachtsfeiern gehören ebenfalls dazu. „Apropos Weihnachten“, wirft sie ein. „Wir waren sehr erfreut und überrascht, dass uns zum zehnten Lusaner Stadtteilfest die Kollekte des ökumenischen Gottesdienstes für unsere Veranstaltung ‚Wir warten auf den Weihnachtsmann’ am 24. Dezember für bedürftige Kinder überreicht wurde.“ 
Seit Jahren tragen Bürgerarbeiter und Bundesfreiwilligendienstleistende im „Bumerang“ mit zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung bei. Dabei versteht sich, dass eine fundierte und ständige Weiterbildung wie z.B. Antigewalttraining zum Wohl der Kinder notwendig ist. Bei seiner vielfältigen Tätigkeit erkennt das „Bumerang“-Team oft eher als Elternhaus und Schule Probleme und neue Trends bei Kindern und Jugendlichen und kann darauf reagieren. „Gerade im Alter zwischen sieben und 18 Jahren geht die Entwicklung rasant vonstatten“,  betont Andrea Schramm, die auch als Geschäftsführerin der Kindervereinigung fungiert. „Da ist Lebenshilfe angesagt. Wir beschränken uns nicht auf die Freizeitgestaltung, sondern regen die Kinder an, andere Menschen zu akzeptieren, zu tolerieren und sich entsprechend zu verhalten. Viele Eltern sehen ihre Kinder bei uns auch aus diesem Grund gut aufgehoben. Unsere Türen stehen für alle offen.“  

( Dietmar Walther, 02.10.2014 )

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