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Schlagzeilen der Woche

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Charmant, reizvoll, grün

„Heimkehrer nach Gera stiftet 2.100 Euro für die Reparatur des Simson-Brunnens. Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn freut sich über den Zuzug der jungen Familie und das spontane Engagement für die Stadt.” Durch diese Zeilen einer Pressemeldung von Seiten der Stadt war mein Interesse geweckt. Wer steckt hinter diesem ominösen Heimkehrer, der gleich mal einen Batzen Geld auf den Tisch legt, um einen alten Brunnen zu reparieren, in einer Stadt, in der es aktuell nur so von Negativ-Schlagzeilen wimmelt?   
Francesco Mazuhn wurde 1967 als Sohn einer Journalistin und eines italienischen Germanistikprofessors in Gera geboren. Mit einer Ausbildung als Feintäschner im Gepäck zog er im Alter von 20 Jahren mit seiner Mutter nach Berlin. „Berlin war für mich kein unbekanntes Pflaster. Fast jedes Wochenende verbrachten wir in der Großstadt. Als wir dann 1987 in Berlin ankamen, ergaben sich für mich völlig andere Möglichkeiten und plötzlich hatte ich einen neuen Job. Ich begann in einer Veranstaltungsagentur zu arbeiten”, erzählt Francesco Mazuhn. 
Später untermauerte er sein bereits erlerntes Wissen mit einem Marketingstudium. Im Anschluss an das Studium 1996, nach nur einer Woche „Arbeitnehmerdasein”, beendete er seine Karriere als Angestellter und wagte den Sprung in die Selbstständigkeit. „Anfangs war mein einziger Gedanke: ‚Wie schaffe ich es über die Runden zu kommen‘”, erinnert sich Mazuhn mit einem Schmunzeln zurück. Mindestens 100 D-Mark galt es für die Künstlersozialkasse monatlich aufzutreiben, das sollte drin sein, dachte er sich. Die Rechnung ging auf. Mit den Jahren folgten PR- und Marketingaufträge, er schreibt Konzepte für Unternehmen und Konzerne, wie Vattenfall, Vodafone und Arcor, wie sie sich am Markt etablieren können, und realisiert Veranstaltungen jeglicher Art. Er entwickelte sich zu einem erfolgreichen Unternehmer.
Raus aus der Hauptstadt, rein in einen grünen, reizvollen und charmanten Ort zum Leben und Arbeiten, das sind seine Gründe für den Neuanfang in Sachen Wohnen. Und einen Hauch von Prenzlauer Berg-Flair gibt es auf dem Mohrenplatz auch. 
Nur drei Mal besuchte er in den letzten 27 Jahren seine Heimatstadt. Vor vier Wochen kam er nun mit Sack und Pack zurück. „Wir waren auf der Suche nach einem schönen Ort zum Leben, in dem man fußläufig fast alles erreichen kann und es Sport-, Freizeit- und Kulturangebote gibt”, erklärt Mazuhn seine Entscheidung und betont, dass er sich gern auch weiterhin für das Grünflächenamt engagieren wird. „Gera hat wirklich viel zu bieten. Allein der Dahliengarten ist entzückend. Zudem gibt es so viel Engagement der Bürger, sich für ihre Dinge einzusetzen, das gibt es so geballt in Berlin nicht”, zählt seine Ehefrau Anja, die gebürtige Berlinerin ist, nur einige überzeugende Argumente auf. 
Gemeinsam werden sie nun die Agentur von Gera aus weiterführen. Die ein oder andere Projektidee für die Stadt hat er dabei bereits auch im Kopf.

( Fanny Zölsmann, 05.09.2014 )

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