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Übernahme zurückgezogen

Es ist eine wahre Hiobsbotschaft für Kinder, Eltern und alle Unterstützer der Agaer Grundschule.

Eine Woche vor dem Schulanfang kündigen die Euro-Schulen-Organisation GmbH (ESO) an, sie seien nicht in der Lage, die Staatliche Grundschule in Aga ab Sommer 2015 zu übernehmen. „Die Nachricht kam sehr überraschend und wir bedauern die Entscheidung zutiefst“, betont OB Dr. Viola Hahn und wies aber gleichzeitig darauf hin, dass der Schulbetrieb auf jeden Fall für das kommende Schuljahr aufrechterhalten wird.

Doch wieso dieser plötzliche Rückzug aus der Trägerschaft? Neues Gera gegenüber erklärte Geras ESO-Schulleiter Andreas Schröder: „Wir haben alles für einen guten Übergang von der staatlichen Schule zur Schule in freier Trägerschaft getan. Das Konzept wurde Stück für Stück konstruktiv weiterentwickelt und wir waren auf der Suche nach einem Team der Lehrerschaft, das hinter unserem Konzept steht. Die Finanzierung wurde geprüft und es wurden Lösungen gesucht. Jedoch sind wir bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu einer objektiv tragbaren Finanzierung gelangt.“

Dass man bei der Finanzierungsproblematik nicht klarer und eindeutiger die Sachlage nach außen kommuniziert hat, räumt die Schulleitung als Fehler ein.

Durch die Nichtaufnahme in den Schulnetzplan mussten, laut Schröder, verschiedene Finanzierungsvarianten geprüft werden, von denen sich aber letztendlich keine realisieren ließe. „Ich dachte, ich falle vom Stuhl und schaute auf den Kalender, ob vielleicht der 1. April wäre.“ So die Reaktion, als Antje Otto, Mitglied im Ortsteilrat sowie Initiatorin der Interessengemeinschaft „Zuklunft Schule Aga“, von der Entscheidung erfuhr. Dabei standen Stadt und Ortsteil mit der EOS im ständigen Kontakt. „Am 22. Mai hatten wir noch eine Info-Veranstaltung mit Schulleiter Andreas Schröder, der uns mitteilte, das alles nach Plan läuft. Und dann sowas?“

Auch die von der ESO angeführten Gründe erscheinen Antje Otto und dem Ortsteilrat nicht sonderlich plausibel: „Die Aufnahme in den Schulnetzplan war auch auf Nachfrage nie als Bedingung genannt wurden – zumal dies in Gera nicht geht, was der Bildungs- und Sportausschuss nach der Sitzung am 25. Februar auch den Euro-Schulen mitteilte. Und jetzt einzugestehen, dass die anfallenden Kosten zu hoch sind, ist ein Tiefschlag für alle Eltern, die das Versprechen und die Zusage der Schule für bare Münze genommen hatten.“ Laut der engagierten Agaerin sind die Eltern größtenteils schockiert und enttäuscht. Kontaktaufnahme seitens der ESO-Geschäftsführung empfindet Antje Otto als zwecklos. „Dafür verschwendet keiner auch nur eine Minute Zeit“, schätzt sie nach Gesprächen mit der Elternschaft den allgemeinen Tenor ein. Auch Ortsteilbürgermeister Bernd Müller zeigte sich vom Schreiben am 14. August völlig überrascht. „Selbst hatte ich auf Grund von ‚Gerüchten‘ nochmals ein Gespräch am 16. Juli in den Räumen der ESO. Hier wurde mir wiederholt versichert, dass alles auf einem guten Weg sei und ich mir keine Gedanken machen müsse. Insofern ist durchaus zu vermuten, dass hier Gründe vorliegen, die man der Öffentlichkeit nicht preisgeben will oder darf“, befürchtet Bernd Müller.

Vorwürfe an Politik oder Stadtverwaltung macht der Ortsteilbürgermeister und Stadtratsmitglied keine. Im Gegenteil: „Dass die Aufnahme in den Schulnetzplan im Bildungsausschuss nicht umzusetzen war, will ich hier nicht als Versagen der Politik bezeichnen. Es war von Anfang an bekannt, dass dies schwierig wird. Auch die Stadtverwaltung war in alle Gespräche eingebunden und hat konstruktiv mit dem Ortsteilrat seit November 2013 an einer Lösung gearbeitet. Und am Standort lag es schon gar nicht, er war eher ausschlaggebender Bestandteil des Konzeptes.“

Bedeutet der Rückzug nun aber endgültig das Aus für den Schulstandort Aga? „Nein“, meint Bernd Müller, denn „bis 31. Juli 2015 ist der Schulbetrieb gesichert und für Ortsteilrat und Interessengemeinschaft heißt es nach Überwindung des Schocks weiterhin gemeinsam anzugreifen und am Fortbestand bzw. einer neuen Trägerschaft zu arbeiten.“ Bereits im September werden sich Ortsteilrat, Interessengemeinschaft und Stadt dazu erneut treffen. Ob die angebotene Hilfe der Euro-Schulen bei der Suche nach einem Träger dabei angenommen wird, bleibt jedoch zu bezweifeln.

( Benjamin Schmutzler, 29.08.2014 )

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