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Attraktivität bleibt und wächst

Mit einem positiven Jahresabschluss verabschiedet die Wohnungsbaugenossenschaft „Glück Auf” das Jahr 2013. „Seit einigen Jahren schreiben wir schwarze Zahlen, bei einem leichten Anstieg der Mitglieder”, zeigt sich Vorstand Uwe Klinger zufrieden. So zählt die Genossenschaft exakt 3.496 Mitglieder, 225 kamen 2013 hinzu, 206 verließen die „Glück Auf”. „Wir können zufrieden sein, obwohl das Umfeld schwieriger ist und wird. Ein gleichbleibender Vermietungsstand ist ein Erfolg”, fügt Vorstand Dieter Lappann hinzu. Sowohl 2012 als auch 2013 verzeichnet die Genossenschaft einen konstanten Erlösausfall durch Wohnungsleerstand.      
Um den Bestand stets interessant für die Vielfalt der Ansprüche des Klientel bereitzuhalten, setzt das Unternehmen auf ein differenziertes Angebot. „Jährlich verbessern wir unseren Bestand und legen dabei auch Wert auf die bleibende und wachsende Attraktivität des Wohnumfeldes”, so Lappann. 
So erwarb die Genossenschaft Anfang des Jahres 2013 drei Blöcke mit insgesamt 90 Wohnungen von der Gewo Gera (TAG Wohnungsgesellschaft Thüringen mbH) in der Elstersiedlung Debschwitz. Bevor 2014 die Sanierungsarbeiten beginnen konnten, folgte nach dem Kauf die Planung für den Leerzug der Gebäude. „Für all die Mieter haben wir Ersatzwohnungen gesucht und auch gefunden. Es ging immer einvernehmlich und wir haben für jeden eine individuelle Lösung gefunden”, so Klinger. In drei Bauabschnitten werden die drei Blöcke in sowohl altersgerechte als auch familienfreundliche Wohnungen umgebaut. „In jedem Haus verfolgen wir ein anderes Wohnkonzept. So wird der Block Südstraße 42-46 mit einem Laubengang ausgestattet. Ein Fahrstuhl führt in alle Ebenen und von dort aus gehen links und rechts Balkons zu den einzelnen Apartments ab. Ebenfalls wird die Debschwitzer Straße 22a-c barrierefrei ausgebaut. Familien, die auf der Suche nach großen Wohnungen mit viel Platz sind, können sich künftig in der Südstraße 38-40 einmieten. Hier entstehen u.a. zehn Vier-Raum-Wohnungen mit rund 100 Quadratmetern Fläche. Ein Aufzug wird auf halber Etage halten. An allen Blöcken werden Balkons angebaut. Aufgrund der veränderten Raumkonzepte werden nach der Sanierung von den einst 90 Wohnungen 70 verbleiben, davon 36 altersgerechte Einheiten und 34 Familienwohnungen”, erklärt der Vorstand das Bauvorhaben. 
Dass sie mit ihrem Konzept seit Jahren auf dem richtigen Kurs sind, beweist nicht zuletzt die Nachfrage. Bereits heute sind 50 Prozent der 70 neu entstehenden Wohnungen vermietet, auch wenn der Einzug noch ein paar Monate auf sich warten lässt.   
Neben dem Großprojekt Elstersiedlung stand in diesem Jahr die Erneuerung der Haustechnik in der Makarenkostraße 6-10 auf dem Plan. Rund 515.000 Euro investierte die Genossenschaft. „Die Herausforderung lag für alle Beteiligten darin, dass die Bauarbeiten bei laufendem Mietverhältnis ausgeübt wurden. Rund vierzehn Tage sorgten vier bis fünf Gewerke gleichzeitig für Trubel und Baustelle pur in jeder Partei. Neben den gesamten Leitungen wurden sämtliche Türen, das Treppenhaus und die Gegensprechanlagen erneuert”, zählt Klinger die Einzelheiten auf.
Doch damit noch nicht genug. Ein weiteres Projekt steht bereits in der Pipeline. Die Laasener Straße 104/106 mit 16 Wohnungen, ein Objekt der übernommenen Geraer Baugenossenschaft, wird im Sommer 2015 komplett saniert. Es werden barrierefreie Zwei- und Drei-Raumwohnungen entstehen, Balkons und neue Grundrisse sollen für neuen Wohnkomfort sorgen. „Wir haben uns für das Objekt neben dem Hotel Galgenberg entschieden, weil es eine gute Vermietungslage hat”, weist Dieter Lappann auf die Überlegungen hin. 
Nicht nur mit dem Schaffen und Sanieren von Wohnungen sind sie auf Erfolgskurs. Seit Jahren lässt das Unternehmen die Bestandsbereinigung nicht aus den Augen. „Der Leerstand in Gera wird sich auf weitere 14.000 Wohnungen bis 2030 vollziehen. Das Überangebot wird also bleiben. Vor Jahren haben wir bereits die Segel richtig gesetzt und seit jeher 1.406 Wohnungen abgerissen. Rund 30 bis 40 Prozent standen leer. 60 Prozent unserer Mieter haben wir umgezogen, für 15 bis 20 Prozent haben wir eine Lösung bei unseren Mitbewebern gefunden, der Rest ist uns weiterhin treu geblieben”, blickt Lappann zurück. „Wir haben dort abgerissen, wo auch künftig niemand mehr wohnen möchte”, fügt Klinger hinzu und betont zugleich, „dass wir keine weiteren Abrisse planen, denn mit unserem aktuellen Bestand sind wir auch noch 2020/2030 nachgefragt.”
Trotz aller Bemühungen den Markt attraktiv und interessant zu halten, stehen nicht alle Zeichen auf Grün. So fordern die Änderungen der Lebensstandards und Bedingungen einen erhöhten Anpassungsgrad. Barrierefreie Zugänge, Aufzüge, automatische Türöffner, Unterstellmöglichkeiten für Rollatoren sind nur einige Bequemlichkeiten der heutigen Gesellschaft.  
Zudem erschweren enorme Anforderungen von Seiten der Politik die Anforderungen an die Bauherren. Energetische Sanierungen stehen konträr zur Forderung nach bezahlbaren Mietraum. „Die Anforderungen fordern auch ein höheres Investitionsvolumen, welches refinanziert werden muss. Zukünftig wird es problematisch, Mieten von Neubaumaßnahmen zu refinanzieren”, macht Klinger deutlich. So steht die Frage: Wer soll zukünftig gefördert werden, der Bauherr samt Objekt oder der Mieter, um den wachsenden Anforderungen aller Parteien gerecht zu werden.

( Fanny Zölsmann, 22.08.2014 )

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