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Haus der Geraer Schätze - Das Stadtmuseum am Museumsplatz

Kuriose Briefe, das älteste gedruckte Buch, die älteste Fotografie von Gera und die ältesten Gemälde. 100 Jahre Stadtmuseum und etwa 100.000 Objekte, die darauf warten, an einem Jubiläum wie diesem, sich den Besuchern zu zeigen. Die besten und ältesten Stücke präsentieren sich zur Zeit in der Sonderausstellung „Schatzhaus der Geraer Geschichte“ im Stadtmuseum und jedes Objekt hat dabei seine eigene Geschichte.
In dieser Woche begebe ich mich zusammen mit Matthias Wagner durch die Geschichte Geras und somit auch hinter die Kulissen des Stadtmuseums. Auf insgesamt sechs Stockwerken werden dort u.a. die unterschiedlichsten Alltagsgegenstände der Geschichte ausgestellt, aufbewahrt und gepflegt. Nur ein kleiner Prozentteil der Objekte ist in den Ausstellungen zu sehen. Fasst alle Sammlungen werden im Kellergeschoss und im Dachgewölbe des ehemaligen Zucht- und Waisenhauses und in Außenlagern aufbewahrt. Im Keller erkenne ich noch die einzelnen Zellen der Bewohner des ehemaligen Zucht- und Waisenhauses. In diesen Räumlichkeiten werden Papierdokumente aller möglichen Art aufbewahrt. Ebenso die Fotografien und Grafiken, die jede einzeln in einer Folie oder einem Passepartout eingeordnet sind. Im Keller befinden sich auch eine Bibliothek, die zu Recherchezwecken von den Mitarbeitern genutzt wird, eine abgetrennte Waffen- und Münzsammlung und Keramik- und Zinngegenstände. Im Dachgeschoss finde ich Gemälde, Textilstoffe und alltägliche Gegenstände aus den Haushalten der Bürger in Gera vor.
Diese enorme Anzahl an Objekten muss natürlich katalogisiert, fotografiert und konzipiert werden.  Diese Aufgaben übernimmt Matthias Wagner, wissenschaftlicher Mitarbeiter. Er fertigt Karteikarten mit Nummer und dem Standort jedes Objektes an. Diese werden im Computer gespeichert und können jederzeit wieder aufgerufen werden. Ebenso gestaltet er die Texte für die Ausstellungsobjekte. Die meisten Sammlungen bestehen aus privaten Schenkungen der Bürger Geras, aber auch wechselnde Leihgaben aus anderen Museen und Einrichtungen sind vorhanden. Werden Objekte ins Museum gebracht, bekommen sie einen sogenannten „Laufzettel“, auf dem die Daten des Gegenstandes und Anmerkungen des Schenkenden gemacht werden. Später werden sie in die Kartei aufgenommen und bei den anderen Stücken des Hauses einsortiert.
Auch bei der Planung und Umsetzung einer Ausstellung wirkt Matthias Wagner mit. Hierbei sucht er aus den vielen eingeordneten Objekten passende Stücke für die Ausstellung aus. Danach fertigt er eine Objektliste an, auf der alle Objekte, die für die Ausstellung gebraucht werden, aufgelistet sind. Durch die Katalogisierung kann jeder Mitarbeiter sofort jedes Objekt ausfindig machen. „Ich sehe uns als Dienstleister. Unsere Aufgabe ist es, den Besuchern des Museums die Geschichte der Stadt Gera näherzubringen“, so Matthias Wagner. 
 Durch eine externe Gestalterin erfolgt der optische Aufbau. Sie bringt Ideen für räumliche Anordnungen von Vitrinen, Wänden und Objekten und fertigt einen individuellen  Grundplan der Ausstellungsräume an. Dabei muss man immer an den Besucher denken und es aus seinen Blickwinkeln sehen. „Diese Planung erfolgt jedoch schon in der Zeit, während die andere Sonderausstellung noch in vollem Gange ist“, erklärt mir Matthias Wagner.
 Hinter den Kulissen arbeitet auch Monika Schulze, die die Restaurationsarbeiten an den Objekten übernimmt. Durch ihre Arbeit ist gewährleistet, dass die Ausstellungsstücke erhalten bleiben. Nebenbei ist sie auch sehr kreativ bei der Gestaltung und dem Aufbau der Ausstellungsräume.
Ein weiterer Raum ist für Kitas und Schulklassen vorgesehen. Hier arbeitet Fabienne Hohertz, die Museumspädagogin. Sie bietet regelmäßige Veranstaltungen wie „Quellen im Museum“ oder „Vom Dachstuhl zum Kellergewölbe“ an. Dabei werden die Unterrichtstunden in Geschichte und Heimatkunde für die Schüler im Museum veranstaltet und sie lernen direkt an den Objekten, also eine praktische Lehrstunde für alle Beteiligten. Aktuell in den Ferien gibt es die Veranstaltung „Von der Schafwolle zum Pullover“. Hier dürfen die Teilnehmer u.a. versuchen, aus Wolle einen Faden  zu spinnen. 
Eine weitere Ferienveranstaltung hat das Motto: „Kennst du deine Stadt Gera?“. Am Mittwoch, 20. August, 14 Uhr, trifft man sich am Stadtmuseum und geht gemeinsam zur Besichtigung des Rathausturms. Weiter geht es durch die Altstadt und kommt dabei an allen wichtigen historischen Gebäuden vorbei. Während dieser Führung erfährt man vor Ort viel Interessantes und Wissenswertes  aus der Stadtgeschichte. Auch Sagen und Legenden  aus vergangenen Zeiten werden erzählt. Bei Interesse an einer Teilnahme wird um Voranmeldung unter ( 8381475 gebeten.
Es lohnt sich auf jeden Fall, einmal in die Geschichte Geras einzutauchen und Spannendes über seine Stadt und ihre Vergangenheit zu erfahren. Dabei ist es egal ob man in Gera lebt oder von außerhalb kommt. Für jeden ist etwas Aufregendes dabei.
Für die Zukunft gibt es schon einige neue Ideen, die umgesetzt werden wollen und auf die nächsten Ausstellungen warten.

( Anja Thamke, 15.08.2014 )

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