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Gera auf dem Weg zur Familienfreundlichkeit

Was bedeutet Familie? Wer gehört zu einer Familie? Ab wann ist man eine Familie? Was macht das Leben in einer Familie aus? Wie wichtig ist diese für eine Gesellschaft? Welche Auswirkungen hat eine Familie auf die Wirtschaft? Wie entscheidend ist eine familienfreundliche Kommune für den Faktor Familie?

„Die Welt hat sich gedreht, der Familienbegriff ist heute ein völlig anderer, als er vor ein paar Jahrzehnten noch war und auch Thüringen hat das erkannt. Familie kann heute auch ein Konglomerat aus verschiedenen Generationen sein. Die Gesellschaftsformen sind sehr bunt und breit gefächert”, weiß Sozialdezernentin Sandra Schöneich.

Anfang 2013 hat sich Gera auf den Weg zum Zertifikat „familienfreundliche Kommune” gemacht. Vor wenigen Tagen fand ein Strategieworkshop dazu statt. „Die Stadt bietet bereits sehr viel. Allein im Bereich Kinderbetreuung wird nahezu alles getan, was getan werden kann. Dabei gibt es gerade in Zeiten des demografischen Wandels stets weiteres Potenzial und das wollen wir zusammen erkennen und für die Zertifizierung konkrete Projekte für die nächsten drei Jahre ableiten“, sagt die Diplom-Sozialwirtin Kerstin Schmidt. Sie begleitet Gera als Auditorin des Vereins Familiengerechte Kommune e.V. für das von Gera angestrebte Qualitätssiegel „Familienfreundliche Stadt“.

Dass Gera schon vor dem offiziellen Start dieser Fördermöglichkeit in Thüringen auf das Pferd aufsprang, beweist das veröffentlichte ISEK GERA2030-Programm. „Es ist unserem Integrierten Stadtentwicklungskonzept zu verdanken, dass wir trotz fehlendem, für die Zertifizierung notwendigen Eigenanteil am Audit teilnehmen können. Bereits 2012 begannen wir im Rahmen des ISEK, die Stärken und Chancen unserer Stadt für Familien herauszuarbeiten, mit dem Bewusstsein diese eventuell weiterzuentwickeln”, macht die Sozialdezernentin deutlich. Die bereits begonnene Arbeit und das Hochwasser 2013 waren ausschlaggebend für die Thüringer Stiftung Familiensinn, die Zertifizierung zu einhundert Prozent zu finanzieren. „Wir können nicht aus dem Vollen schöpfen und alles angehen, was wir uns wünschen. Wir dürfen nicht zuerst auf Vielfalt setzen sondern müssen Qualität und Konzentration auf das Wesentliche in den Vordergrund rücken. Nur dann sind tatsächliche Verbesserungen realistisch, die bei den Geraern ankommen. Und das muss unser Ziel sein“, so Schöneich.

Familien mehr in den Mittelpunkt rücken, ist das Ansinnen sämtlicher Akteure in Gera. „Gerade in der älter werdenden Gesellschaft Geras sollen junge Menschen besonders angesprochen werden, damit sie sich für Gera als Lebensmittelpunkt entscheiden. Schwerpunkte bilden hierbei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Lebensqualität und der Dialog der Generationen”, steht es im ISEK2030-Programm.

Künftig soll die Wirtschaft als Partner für Familienfreundlichkeit gewonnen werden. „Es gibt schon einige Beispiele in Gera, die sich als familienfreundlicher Arbeitgeber auszeichnen. So werden von einigen hiesigen Unternehmen die Kita-Gebühren übernommen. Wir können uns zudem vorstellen, dass die Arbeitgeber auf flexiblere Arbeitszeiten setzen”, blickt Sandra Schöneich in eine noch familienfreundlichere Zukunft.

Almut Weinert, Bereichsleiterin für Wirtschaft und Technologie der IHK in Gera, schätzt die Lage bereits heute als positiv ein. „In Ostthüringen ist die Kinderbetreuung deutlich besser ausgebaut. Die Frauen in unserer Region gehen oft schon nach einem Jahr wieder arbeiten – frühkindliche Betreuungsangebote sind also üblich“, so Weinert. Betreuungsangebote seien unverzichtbar – allein aber zu wenig. Es bedarf auch der Flexibilität für Eltern und Unternehmen. Hier setzen die Betriebe zunehmend auf Selbsthilfe. „Viele bieten flexible und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle an. Immer öfter können Mitarbeiter auch mal von zu Hause aus arbeiten“, betont sie.

„Abschließend legen wir Ziele und Projekte fest und beteiligen die Geraer mit ihren Meinungen und Initiativen“, mit diesen Worten schloss Auditorin Kerstin Schmidt den Workshop. Gera lebe bereits eine aktive Beteiligungskultur, wie die intensive Bürgerarbeit für das ISEK GERA2030 zeige. An diese wolle man jetzt anknüpfen. „Gera nutzt sehr konsequent das ISEK als Arbeitsgrundlage und vertieft ernsthaft, was im langfristigen Leitfaden für die Stadt verankert ist“, so Kerstin Schmidt anerkennend.

( Fanny Zölsmann, 08.08.2014 )

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