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„Es wird ein Hingucker“

Von der ehemaligen Sommerresidenz des Reußischen Fürstenhauses, über eine sozialistische Heimvolkshochschule nach dem ersten, und eines Lazarettes während des zweiten Weltkrieges bis hin zum Sitz des Geraer Landgerichtes und letztendlich seit 2003 Bestandteil des Campusses der Berufsakademie: die Geschichte des barocken Tinzer Schlosses seit der Planung von Gerardo Hofmann und Erbauung von 1745 bis 1748 ist lang und vielseitig.

Den historischen Beinamen „Wasserschloss“ erhielt das Gebäude durch einen umgebenen Wassergraben, der 1975 jedoch zugeschüttet wurde. „Einen reinen Wassergraben werden wir hier nicht wieder errichten, aber es werden flache Vertiefungen mit blauen Blumen bepflanzt, so dass der Anschein gewahrt bleibt“, freut sich Prof. Dr. Burkhard Utecht, Direktor der Staatlichen Studienakademie Thüringen - Berufsakademien Gera und Eisenach, dass der Umbau des Tinzer Schlosses und des dazugehörigen Schlossparks weiterhin im Soll ist. Konkrete Planungen zur Sanierung, um den räumlichen Bedarf für die stetig wachsende Bildungseinrichtung ermöglichen zu können, existieren bereits seit 2010 – aufgrund der damaligen, schlechten Wirtschaftslage konnte mit der Förderung und damit auch mit dem Baustart erst im vergangenen Jahr begonnen werden.

Investiert werden seit dem knapp 6,4 Millionen Euro, davon 4,8 Millionen durch Fördermittel der Europäischen Union aufgrund des Denkmalstatus des Gebäudes. Der Rest wird durch den Freistaat finanziert. Die Fördermittelperiode endet Mitte des kommenden Jahres. „Wir brauchten mehr Platz und ein Abriss und eventuell möglicher Neubau wäre zwar billiger gewesen, aber aufgrund des historischen Wertes und als Bereicherung für das Stadtbild stellte dies keine vernünftige Lösung dar. So können wir etwas altes erhalten und gleichzeitig an unsere Bedarfslage anpassen“, unterstreicht der Direktor die Chance, Historisches und Modernes miteinander zu verbinden.

Dies zeigt sich vor allem im Innenteil des Schlosses mit zukünftig rund 900 Quadratmetern Nutzfläche. Funktionalität und moderne Versorgungsleitungen treffen dabei auf ursprüngliche Raumzuschnitte und restaurierte, prunkvolle Architektur. Drei Seminarräume für kleinere Gruppen, Büros für Mitarbeiter, die Verwaltung und eine große Bibliothek mit begehbarer Empore werden für die Studenten ab dem Wintersemester 2015 nutzbar sein – weitere Ausbaumöglichkeiten im oberen Teil inklusive.

„Einzig die Zwischendecke im großen Saal hätte ich mir etwas anders gewünscht, für noch mehr Nutzfläche. Aufgrund der bautechnischen Vorgaben war dies jedoch nicht möglich.“ Aber damit kann der BA-Chef sehr gut leben, können doch ab kommenden Jahr die Studenten und Mitarbeiter, welche seit 2009 im provisorischen „Quartier“ des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes untergebracht sind, endlich ein Teil des einheitlichen Campus-komplexes werden. Dieser vergrößert sich allein im Außenbereich durch die Aufbereitung des ehemaligen Schlossparks um ein Vielfaches. Auf dem Areal, welches von zwei Seiten frei zugänglich ist, werden viele Sitzmöglichkeiten, Blumenbeete und Bepflanzungen für eine gartenähnliche Atmosphäre sorgen. Auch ehemalige, historische Brückenteile im Eingangsbereich des Geländes kommen durch Freilegungen wieder zum Vorschein. Bei Einbruch der Dunkelheit soll das Schloss Tinz von außen angestrahlt werden. Von einem wahren „Hingucker“ sowie als „Eingangstor für die Studenten Geras und Bereicherung für die Stadt“ spricht auch Heiko Wendrich, Vorsitzender vom Studenten-Förderverein Gera e.V..

Sein heimlicher Wunsch, dass mit der Fertigstellung von Schloss und Campusgelände im Sommer 2015 vielleicht auch schon frühzeitig die offizielle Erklärung zu Thüringens erster Dualen Hochschule erfolgen kann, wird sich nach Einschätzung von Prof. Utecht eher nicht erfüllen: „Da werden wir wohl, wie in der Planung des Kultusministeriums vorgesehen, noch mindestens bis 2016 warten müssen.“

Aber ein eigenes Schloss zum Studieren ist doch auch schon etwas.

( Benjamin Schmutzler, 08.08.2014 )

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