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In Zukunft dreht es sich bunt

„Schon wieder ein Artikel über Graffiti?“ wird sich jetzt vielleicht der ein oder andere Leser unserer Zeitung fragen. Aber genau wie die Aktion der Regelschüler vergangene Woche im Museum für Angewandte Kunst (wir berichteten), ist auch das Projekt „Spielkugel auf dem Zschochornplatz“ mehr als nur eine einfache Erwähnung wert. Initiiert von der TÜV Rheinland Schule in Gera und unterstützt vom Bugaförderverein und dem „Ja-für Gera“ e.V. wird ab kommender Woche ein Schüler im zweiten Lehrjahr „Staatlich geprüfter Gestaltungstechnischer Assistent“ dafür sorgen, dass das triste und verschmierte Erscheinungsbild der Drehkugel auf dem Platz oberhalb der Sorge der Vergangenheit angehört.

Im Herbst 2013 rief die Schule in der Friedericistraße zu einem offenen Wettbewerb auf, in dem junge Künstler ein passendes Motiv zur Gestaltung der Spielkugel entwerfen und vorstellen sollten.

Insgesamt 16 Entwürfe, allesamt von Schülern des ersten Lehrjahres in der TÜV-Schule, wurden eingereicht und nach einer öffentlichen Internet-Abstimmung stand fest: Graffiti-Künstler Stefan Scholz ist der junge Mann, der Geras „Zschochorn“ wieder etwas mehr Leben – und vor allem Farbe – einhauchen soll.

„Ich würde es als Comicstil mit Augenmerk auf Gera beschreiben. Im äußeren Teil springt das Maskottchen zwischen Heinrichstraße und Stadtmuseum, innen ist dann eine Art Liebeserklärung an Gera formuliert. Genau das Kreative und Vielfältige, weshalb ich auch diese Schule besuche“, erzählt der Schüler, der sich seit 2009 aktiv dieser Kunstrichtung widmet, zu seiner eigenen Idee und Umsetzung.

„Das runde Äußere und besonders der Innenteil sind schon Herausforderungen zum Sprayen. Aber wenn alles gut läuft und es nicht in Strömen regnet, werden die Kids ab nächster Woche Freitag wieder in der Kugel spielen können“, freut sich der 21-Jährige auf die Gestaltung, die ab Dienstag geplante drei Tage in Anspruch nehmen wird. Zum Einsatz kommen dabei verschiedene Acrylfarben und später auch Schutzlack. Durch die bunte Gestaltung soll es ein Hingucker werden, das Stadtbild und den Platz aufwerten, aber natürlich auch vor allem den Kindern zum Spielen dienen – zumal es die Erstklässler der Entdecker-Gemeinschaftsschule waren, die nach einem Besuch der Kugel mit ihren Verbesserungsvorschlägen an die „Großen“ herantraten.

Das dieses Projekt genau die Intentionen der TÜV Rheinland Schule widerspiegelt, weiß auch Diplom Designerin und Berufsschullehrerin Birgit Kremer-Masuhr, zugleich Leiterin des Projektes: „Neben dem künstlerischen und natürlich auch bildenden Anspruch sollen unsere Projekte immer gezielt einen Nutzen für die Stadt beinhalten. Deswegen werden wir gerne von Vereinen und Institutionen, die ein ähnliches Ziel verfolgen, angesprochen. Sofern alles in den Lehrplan integrierbar ist und den Schülern eine spannende Praxiserfahrung vermittelt, machen wir auch in Zukunft gerne mit.“

Praxisnähe, Lehrinhalte und der Stadt dienend – auch Schulleiterin Anja Stöhr hebt diese Aspekte hervor und verweist gleichzeitig auf kommende Vorhaben von Schülern und Lehrkräften.

So wird ein Teil des Logos der Volkshochschule (VHS) von zwei Schülern der Höheren Berufsfachschule des TÜV Rheinlands mit umgesetzt. Durch dieses Erscheinungsbild soll ein neues und stärkeres Indentifikationsmerkmal der VHS zur Stadt entstehen.

Ebenfalls bereits in Planung ist eine Plakatausstellung, welche sich mit „Diktaturen und Mauern im Kopf“ beschäftigt und vom Lokalen Aktionsplan im Rahmen des Bundesprogrammes „Toleranz fördern - Kompetenzen stärken” gefördert wird. Auch wenn die Ferien im vollen Gange sind: große Pausen für die Kunst, die Gestaltung und die Aufwertung unserer Stadt will man sich hier anscheinend nicht leisten. Gut so!

( Benjamin Schmutzler, 01.08.2014 )

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