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Nicht perfekt, aber wichtig für Gera

„Heute ist uns heiß, aber morgen wird’s vielleicht schon wieder kalt“, zumindest ersteres beim finalen Lied vom regionalen „Opener“ Martin Ebert traf während des diesjährigen 360 Grad Heimat Festivals absolut zu. Denn es war warm vergangenen Sonnabend, sehr warm. Trotzdem machte auch ich mich auf den Weg in Richtung Hofwiesenpark. Häufig wird gejammert, dass bei uns nichts los sei, dass wir nichts Besonderes auf die Beine stellen: beste Gelegenheit für die musikbegeisterten Geraer und die Volkssolidarität als Hauptveranstalter, mit diesem Open Air das Gegenteil zu beweisen.

Das „Line-up“, also alle auftretenden Künstler, las sich schon einmal sehr gut und ich hoffte, dass dieses Jahr noch ein paar mehr Gäste dem musikalischen Ruf in Geras Mitte folgten – vorab: die Hoffnung sollte sich nicht bestätigen. Und dann war ja auch noch das von mir angeregte „Meet&Greet“ für drei Festivalbesucher mit Jennifer Rostock. So ein Fantreffen ist etwas originelles, entlockt den Stars die ein oder andere Information und macht zumindest den drei „Auserwählten“ eine besondere Freude. Umso enttäuschter und verärgert war ich dann, als ich auf dem Gelände erfuhr, dass die Damen und Herren der Usedomer Rockband kurzfristig doch keine Lust auf ein Gespräch mit mir und vor allem ihren Fans hatten. Es musste improvisiert werden, was mit „Madsen“, dem Hauptakt des Festivals, auch sehr gut gelang. In einem lockeren Gespräch plauderten vier der fünf Musiker aus dem Wendland mit mir und den rausgepickten Fans Lola Hoppe, Christopher Clausing und Benjamin Huth. Die Sicherheit, die richtigen Personen erwischt zu haben, gab die Tatsache, dass die gut überlegten Fragen fast ausschließlich von den jungen Festivalbesuchern kamen.

So wollte der 23-jährige Christopher zunächst wissen, wie die Band auf der kürzlich vollzogenen USA-Reise „so ankam“. Darauf Sänger Sebastian: „Die Schüler und Studenten haben trotz der Tageszeit am Vormittag richtig gut durchgedreht, und das zu den gleichen Stücken, zu denen das auch in Deutschland der Fall ist. Dies war auf jeden Fall etwas Besonderes.“ Und die Frage nach einem eventuellen „unplugged“ Album sah die Band als „..schönen Denkanstoß, doch zunächst arbeiten wir an einem neuen Album für den Winter 2014.“

Benjamin, seit 2006 Madsen-Fan und Besucher vieler Livekonzerte, interessierte, ob die Band lieber vor vielen Tausend Leuten bei großen Festivals oder eher vor den treuen Fans bei kleineren Auftritten spielt. Schmunzelnd bekam er die Antwort: „Das ist eine typische Journalistenfrage. Du kannst auch mit 50 Leuten den Spaß deines Lebens haben, wobei es vor richtig vielen jubelnden Fans natürlich auch ein extrem gutes Gefühl ist“. Die jüngste in der Runde mit der 13-jährigen Lola wollte wissen, wie die Musiker, von denen drei auch gleichzeitig Brüder sind, in ihrer Anfangszeit unterstützt wurden. „Wir kommen ja aus dem Ländlichen und da war die Unterstützung von Eltern und Freunden enorm wichtig. Nach unserer ersten Tour 2005 dachten wir: jetzt bleiben wir dran und verfolgen unseren Traum weiter. Dass dies alles bis heute so gut klappte, dazu gehört natürlich auch immer eine Portion Glück.“ Und auf die Frage nach einem bestimmten Ritual und nach der Nervosität vor einem Auftrag, antworteten die Musiker: „Eine Flasche Wodka pfeifen wir uns nicht rein, aber die Pumpe geht auch heute noch richtig stark vor jedem Konzert, was aber auch wichtig für die eigene Motivation ist.“

Und diese Motivation war eindeutig auch in Gera vorhanden, denn neben den anderen, guten Auftritten der Künstler gehörte die Show von „Madsen“, nicht nur für mich, zu den absoluten Highlights des Tages. Man hatte das Gefühl, die Band aus dem Norden hatte so richtig Bock auf Gera und ihre Fans – so blieb es auch nicht bei der sonst üblichen, einen Zugabe.

Der gelungene Abschluss einer Veranstaltung – „die Perfektion“, wie es „Madsen“ in einem ihrer Lieder besingt, war es hingegen noch nicht.

So ist es für mich wenig verständlich, warum bei knapp 40 Grad Außentemperatur ein Wasser 2,50 Euro kosten muss und warum man nach dem Erwerb eines Tickets für das Festivalgelände dieses nach einem kurzen Verlassen nicht wieder betreten durfte. Zusammen mit einem gezielteren Vorverkaufskonzept (denn leider kamen erneut weniger Besucher als von den Organisatoren veranschlagt) sollte man sich dennoch in die nächste Auflage stürzen. Denn eins steht fest: die Idee, kombiniert mit namhaften Künstlern und begünstigt durch gutes Wetter und zahlreiche Gäste kann unserer Stadt auch für die Zukunft in Sachen Außendarstellung und Image-Gewinn nur gut tun! 

( Benjamin Schmutzler, 25.07.2014 )

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