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Alles begann an einem Donnerstag

Alles begann an einem Donnerstag noch lange vor der Wende. Es war der Wunsch von acht jungen Leuten sich regelmäßig zu treffen, um miteinander zu erzählen, gemeinsam wegzufahren oder Feste zu feiern. Schlicht und einfach: Sie wollten etwas zusammen unternehmen, so wie es Freunde, Verwandte oder Kollegen eben machen. „Auch wenn es damals noch gar nicht so gefördert wurde, haben wir unter dem Dach der Diakonie diese Treffen organisiert. Zum einen, um die Eltern zu entlasten und zum anderen, den Wünschen der jungen Menschen nachzukommen”, schildert Doris Staps. Seit 1984 ist sie Ansprechpartner für Eltern mit behinderten Kindern und entwickelte sich zu einem vertrauten Menschen, für die Jugendlichen und Erwachsenen, die täglich, wöchentlich oder manchmal auch nur gelegentlich diese Treffen aufsuchen.

Mit der Wende kam die Regelmäßigkeit. „In den ersten drei Jahren fanden die Treffen anfangs monatlich, später alle zwei Wochen, statt”, erzählt sie weiter. Und mit der 1993 veröffentlichten Richtlinie folgte die Form. „Wer weiß, ob wir uns jemals Familienentlastender Dienst (FED) genannt hätten, doch seit 1993 hatte das Kind nun einen Namen”, sagt sie. „In der Vorlage heißt es, dass es das Ziel der Förderung ist, die Angehörigen von Menschen mit Behinderungen, die mit deren Betreuung befasst sind, zu entlasten, damit die Selbsthilfekräfte zu stärken, die Bereitschaft zur Betreuung der behinderten Menschen aufrechtzuerhalten und vollstationäre Unterbringung von Menschen mit Behinderungen möglichst zu vermeiden”, fügt Andy Riedel, Bereichsleiter der Diakonie hinzu. „Auch wenn der Fördergedanke die pflegenden Angehörigen anspricht, unterstützt es unser Anliegen, die Menschen mit Beeinträchtigungen aus ihrer Isolation zu holen. Eigentlich profitieren alle davon. Den Eltern bleibt die Berufsfähigkeit erhalten und die jungen und auch erwachsenen Kinder können sich frei entfalten”, erklärt er.

So entwickelten sich im Laufe der Zeit neben dem Donnerstagtreff, dem ältesten Treff der Diakonie, zahlreiche Gruppenveranstaltungen, die das Leben derer, die mit einem Handicap leben, um vieles bunter und abwechslungsreicher gestalten. „Inzwischen gibt es verschiedene Angebote vom Jugendlichen bis zur Seniorin mit geistiger Beeinträchtigung, vom Gehörlosen bis zum körperlich beeinträchtigten Menschen, vom Elternkreis bis zur Einbeziehung und Fortbildung von Ehrenamtlichen”, zählt Riedel auf.

Denn so weiß Doris Staps, „wird es ein Prozess bleiben, die Mitte der Gesellschaft zu erreichen. Es wird immer Berührungspunkte geben und diese wollen und fördern wir auch, aber es wird auch immer Unterschiede in den Bedürfnissen anderer Gleichaltriger geben. Daher ist es umso wichtiger, die Bedarfe unserer Klienten zu kennen und zu unterstützen”, erklärt die Leiterin der Ambulanten Behindertenarbeit und betont, dass die Gesellschaft konfrontiert werden muss, anstatt ständig nur darüber zu reden.

Dass der FED aus dem Alltag der Familien nicht mehr wegzudenken ist, belegen allein die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. So haben 136 Familien aus Gera und Weida die Angebote des FED regelmäßig in Anspruch genommen. Allein 2.000 Stunden fanden in Einzelbetreuung und 450 Gruppenveranstaltungen statt.

Nun feiert der FED sein 20-jähriges Bestehen und lädt dazu am Freitag, 4. Juli, 9 Uhr, ins Joliot-Curie-Haus, Heinrich-Laber-Straße 4, ein. Die Festveranstaltung am Vormittag wird fließend in ein buntes Sommerfest am Nachmittag münden. Die Band „Batucaca“, ein Projekt der Pößnecker Werkstätten, wird für gute Stimmung sorgen. Gleichzeitig werden auch die neuen Gruppenräume im frisch sanierten Anbau vorgestellt. 

( Fanny Zölsmann, 04.07.2014 )

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