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Wieder zum Ortszentrum aufbauen

Wie ein Volkshaus wirkt der unscheinbare Bau in der Liebschwitzer Straße keineswegs. Durch die in die Jahre gekommene Außenansicht denkt man eher an einen Dornröschenschlaf des Hauses, das darauf wartet, erweckt zu werden. Doch könnten die Mauern reden, würden sie über ein ereignisreiches Jahrhundert berichten, in dem das Haus vielseitig genutzt wurde und keineswegs im Tiefschlaf verbrachte.

Das es gebaut wurde, ist dem damaligen Schützenverein zu verdanken. Dieser benötigte ein Vereinshaus und so begann man im Januar 1914 mit dem Bau und konnte diesen bereits am 1. Juni 1914, zum 20. Jubiläum des Vereines, abschließen. Während des Krieges diente es als Unterkunft für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene und danach noch eine Zeit lang als Wohnort für Flüchtlinge. Hingegen zog der Verein nicht wieder in das eigene Gebäude, da dieser 1946 von der sowjetischen Militäradministration aufgelöst wurde und das Haus in Volks- und Stadteigentum überging. In den folgenden Jahrzehnten wurde es als Kulturstätte genutzt und war den Geraern als „Haus der Volkskunst“ bekannt.

Im Jahr 1990 gründete sich der Stadtverband der Amateurkünstler Geras e.V. und vereinte als Dachorganisation ein umfangreiches Potential künstlerisch unterschiedlicher Genre der Stadt unter dem Dach des Volkshauses.

„Das Haus wurde durch die Anwohner des Stadtteiles lebendig. Nach der Wende ist hier alles eingeschlafen, aber jetzt sind wir dabei, das Haus wieder zu beleben und zu einem soziokulturellen Zentrum auszubauen. Wir wollen, dass Vereine, Bands und Künstler hier ihre Proben durchführen können, es für Ausstellungen oder andere Arbeiten nutzen und das Haus auch durch öffentliche Veranstaltungen beleben“, erzählt Erika Wellmann, die gute Seele des Hauses und Verantwortliche für Kultur- und Pressearbeit. „Jeder der dabei mithelfen will und einen Ort für seine Band, Kunst oder den Verein sucht, ist bei uns herzlich willkommen“, macht sie noch einmal klar und fügt hinzu, dass die Sanierung des Hauses ebenfalls Stück für Stück mit Fördermitteln vorangetrieben wird und man mit eigenen, wenigen Mitteln bereits tätig ist, alles zu erhalten und Neues aufzubauen.

Damit auch die Geraer wieder verstärkt auf das Haus und die Arbeit des Stadtverbandes der Amateurkünstler Geras e.V., aufmerksam werden, wird am 14. und 15. Juni das hundertjährige Bestehen groß gefeiert. In Vorbereitung auf das Fest arbeitet man derzeit an der Ausstellung, die zum Festwochenende eröffnet werden soll.

„In erster Linie geht es in der Ausstellung um die 100-jährige Geschichte des Hauses, aber als wir an der Chronik arbeiteten, merkten wir schnell, dass der Stadtteil und auch ansässige Firmen an der Geschichte dranhängen. So haben wir in Zwötzen bekannt gemacht, dass es eine Ausstellung zum Volkshaus, zum Stadtteil und zu ansässigen Firmen geben wird und prompt kamen viele Anwohner und versorgten uns mit Material, was wir bis dahin nicht hatten“, erzählt Rainhard Reichel, einer der Initiatoren der Ausstellung. Er selbst ist in Zwötzen aufgewachsen, wohnt seit 61 Jahren hier und für ihn ist es eine Herzensangelegenheit, die Ausstellung mitzugestalten.

Los geht das Festwochenende am 14. Juni um 13 Uhr mit einem Konzert der Big Band Gera. Ab 13.30 Uhr laden die Schalmeien ein, vom Bahnhof Zwötzen über den Anger bis hin zum Volkshaus ihren Klängen zu folgen. Um 14.30 Uhr wird die Ausstellung „100 Jahre Volkshaus, ehemals Schützenhaus, in Zwötzen“ mit Salutschüssen eröffnet, bevor 15 Uhr der Parforcehorncorps „Diana“ zum Jubiläum aufspielt.

Von 17 bis 19 Uhr wird Lutz Geißler für Stimmung im Haus sorgen und ab 20 Uhr übernimmt die Band „Satelliten“ das Zepter im Haus für einen bunten Tanzabend. Auch an die kleinen Besucher des Festes wurde gedacht und so gibt es an diesem Tag zwischen 13 und 19 Uhr Angebote für die Kids mit Spielen, Bastelstraße und Kinderschminken. Am Sonntag beginnt das Jubiläum um 10 Uhr mit einem musikalischen Frühschoppen, bei dem u.a. das Andrea Berg Double „Andrea über´n Berg“ auftreten wird. Auch hier kommen die Kids wieder auf ihre Kosten und können ab 10 Uhr zahlreiche Angebote besuchen, bevor das gesamte Fest am Nachmittag ausklingen wird.

Zusätzlich wird es am Montag, 16. Juni, 14 Uhr, für alle Interessenten noch einen Vortrag zum Thema „Gera und die Eingemeindung von Zwötzen“ geben, bei dem einige Fundstücke aus der Bilderkiste des Stadtteiles gezeigt werden.

( Lars Werner, 13.06.2014 )

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