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Ein Jahr nach dem Hochwasser

Gera (NG). Vor einem Jahr glichen Teile Geras einem einzigen großen See. Das Hochwasser der Weißen Elster, das zum kritischsten Zeitpunkt bei 4,58 Meter stand, hatte ca. 812 Hektar des Stadtgebietes überschwemmt. Verschiedene Stadt- und Ortsteile waren zeitweise nur per Boot zu erreichen. Sechs Kindertagesstätten und vier Schulen mussten vorübergehend geschlossen, bis zu 150 Bürger in vier Notunterkünfte evakuiert werden. Rund 10.000 Abnehmer waren zeitweise ohne Strom.

Bis zu 250 Feuerwehrleute, Bundeswehrsoldaten, Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks und von Hilfsorganisationen kämpften gemeinsam mit hunderten freiwilligen Helfern gegen die Auswirkungen der Katastrophe. Die Betroffenen erreichte eine Welle der Solidarität, denn schon in den ersten Tagen gingen rund 150 Hilfsangebote in der eigens eingerichteten städtischen Koordinierungsstelle ein.

Der Schaden belief sich nach damaligen Schätzungen auf 58,4 Millionen Euro. Straßen, Brücken, Sportstätten, Schulen, Museen, Theater, Musikschule und andere Gebäude wurden ebenso in Mitleidenschaft gezogen wie das Elektro-, das Gas- und das Fernwärmenetz sowie die Wasser- und Abwasseranlagen.

Schnell stellte das Land Thüringen Soforthilfen für Kommunen sowie betroffene Bürger und kleine Unternehmen bereit. Zudem wurden verschiedene Förderprogramme aufgelegt; darunter eines speziell für Schäden, die das Hochwasser an städtebaulicher, sozialer, verkehrlicher Infrastruktur, an wasser- und abfallwirtschaftlichen Einrichtungen sowie Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen hinterließ. Das betrifft auch freie Träger, Sport-, Kleingarten- und andere Vereinen. Um die in diesem Bereich zu erwartenden Anträge auf Fördermittel möglichst zügig bearbeiten zu können, nahm Anfang Oktober im Dezernat Bau und Umwelt das dreiköpfige Team Aufbauhilfe Hochwasser Infrastruktur seine Arbeit auf.

Basierend auf Zuarbeiten aus den Fachdiensten und Einrichtungen sowie von Dritten wurden die einzelnen Schäden ermittelt und als Bedarf im 1. Maßnahmeplan verankert. Nachdem diese 63 Maßnahmen wohlwollend geprüft wurden, reichte die Stadt Gera sofort einen 2. Maßnahmeplan mit weiteren 53 Vorhaben nach. Er wurde ebenso bestätigt wie drei über das Kultusministerium zu fördernde Projekte und 33 Maßnahmen des Zweckverbandes Wasser/Abwasser „Mittleres Elstertal“. Parallel dazu gab die Kommission wertvolle Ratschläge für Anträge bei anderen Fördermittel-Gebern. Das „grüne Licht“ aus Erfurt war das Startsignal, um die eigentlichen Anträge auf Fördermittel erarbeiten zu können. Vielfach sind die Schäden jedoch so gravierend, dass zunächst einmal Planungen beauftragt werden mussten und müssen. Das gilt insbesondere für die Otto-Dix-Schulen Untermhaus und verschiedene Sportstätten wie den Komplex Vollersdorfer Straße, aber beispielsweise auch für die „Hohle“.

Bereits abgeschlossen werden konnten u.a. die fünf Maßnahmen der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH. Auf Hochtouren indes laufen z.B. die Instandsetzung betroffener Einrichtungen sozialer Träger sowie bei Gemeinschaftsanlagen von Kleingartenvereinen und auch beim Tennisclub 90 Gera e.V..

Die beiden ersten Maßnahmepläne umfassen insgesamt 115 infrastrukturelle und drei beim Kultusministerium eingereichte Maßnahmen sowie die über die TAB beantragte Förderung für den Hofwiesenpark. Diese haben ein Gesamtvolumen von knapp 22,5 Millionen Euro. Für 48 dieser Maßnahmen stellte die Kommune inzwischen Anträge auf Aufbauhilfe in Höhe von insgesamt fast 9,6 Millionen Euro. Für 32 dieser Anträge mit einem Volumen von 3,1 Millionen Euro erhielt die Stadt inzwischen einen positiven Bescheid. So wurden die Anträge auf Fördermittel für die Instandsetzung von hochwasserbedingten Schäden an zwei Schulen, drei Sozialstationen, einem Sport- und sechs Kleingartenvereinen weitestgehend im gestellten Umfang bewilligt. Auch für acht der bislang elf Anträge auf Aufbauhilfe für die Reparatur von Straßen sind die Fördermittelbescheide eingegangen. Außerdem wurde Gera für drei Brücken ein sogenannter förderunschädlicher Maßnahmebeginn genehmigt. Den größten Nachholbedarf gibt es bei den Sportstätten, wo auf Basis von elf Bedarfsmeldungen erst ein Antrag gestellt und bewilligt werden konnte. Bei Besichtigungen vor Ort konnten dort ebenso Probleme angesprochen und offene Fragen geklärt werden wie bei der Begehung von durch das Hochwasser beschädigten Wasserläufen und Uferböschungen.

Inzwischen hat die Stadt Gera einen 3. Maßnahmeplan an die zuständige Prüfungskommission verschickt. Die Formulare für weitere Anträge gibt es auf www.gera.de/hochwasser (gelber Button „Aufbauhilfe Infrastruktur Gemeinden“) und diese können ausgefüllt noch bis 31. Dezember 2014 eingereicht werden bei:

Stadt Gera

Fachdienst Stadtentwicklung

Team Aufbauhilfe Hochwasser

Reichsstraße 1b

07545 Gera

( vorstufe, 06.06.2014 )

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