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A-capella rund um die Welt

33 Frauen und ein Mann? „Das stimmt nicht ganz“, lacht Ildiko Martin, Vorsitzende des Aequalis-Frauenchores Gera, „seit einiger Zeit haben wir auch ein Ehrenmitglied: Raimund Kolbe, Inhaber der Firma Raiko Gastronomiebedarf Bad Köstritz. Er unterstützt uns seit Jahren, wofür wir ihm auch sehr dankbar sind. Doch den Ton gibt unser Chorleiter Sebastian Göring an“, unterstreicht die Chorchefin.

Jeden Dienstag, 19.30 Uhr, treffen sich die Frauen in der Aula der Otto-Dix-Schule in Untermhaus, um ihrem Motto „Gleichgesinnt – gleichgestimmt“ – so die Bedeutung des Namens Aequalis – treu zu sein. Und das seit 25 Jahren. Zwar haben die Probenorte gewechselt, doch geblieben ist die Freude am gemeinsamen Singen, Erlebnissen, Auftrittsfieber und Konzerten. „Es ist das liebevolle Miteinander“, meint Ildiko Martin, „und das gute Gefühl, das man nach einer Chorprobe oder einem Auftritt hat. Musik als Balsam für die Seele, gerade in dieser hektischen Zeit“, spricht sie im Namen aller Mitglieder. Und gern denken alle an die Chorreisen in die USA oder Italien oder an die Gestaltung einer Hochzeitsmesse von Anna und Wolf von Trotha im Merseburger Dom und andere Konzerterlebnisse zurück.

Die Gründung des Chores 1989 kam nicht von ungefähr, kannten sich doch viele der Gründungsmitglieder. Sie hatten bereits als Kinder im zur DDR-Zeit bekannten und erfolgreichen Chor des Hauses der Pioniere „Walter Erdmann“ zusammen gesungen. Nun, den Mädchenschuhen entwachsen, einen Beruf erlernt und vielleicht auch schon eine Familie gegründet, wollten sie wieder gemeinsam singen und musizieren. „Wir fragten Manfred Werner, den wir aus unserer Kinderchorzeit kannten und der auch den Aequalis-Mädchenchor leitete, ob er auch unseren Chor übernehmen würde“, erinnert sich Ildiko Martin. Er war 16 Jahre lang Chorleiter des Aequalis-Frauenchores. Während dieser Zeit begleitete Ursula Seyfarth als Pianistin den Chor zu Konzerten, Wettbewerben und Reisen. „Sie war auch früher schon unsere gute Seele und der Ruhepol im Chor“, denkt Ildiko Martin an die Zeit im Kinderchor zurück. „Und heute ist sie ein treuer Fan und regelmäßiger Zuhörer bei unseren Konzerten“.

In 25 Jahren hat sich das Gesicht des Chores gewandelt. Neue Sängerinnen kamen hinzu. Es gibt rote T-Shirts, schwarze Auftrittskleidung mit bunten oder mit Noten bedruckte rote Schals, und seit 2006 führt Sebastian Göring den Stab, ein ehemaliger Thomaner mit Musikstudium und speziellem Studium für Chor- und Orchesterdirigieren in Weimar, Erfurt und Leipzig, der neben Aequalis noch weitere Chöre und Ensemble leitet. Zwar sind die alten Lieder nicht vergessen („Wir haben sie eben immer noch drauf“, schmunzelt Ildiko Martin), doch Sebastian Göring führt den Chor liedmäßig rund um die Welt, ausschließlich A-capella. Zu den üblichen Texten in Englisch und Latein, gesellten sich Norwegisch, Finnisch, Schwedisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch, Estnisch, Russisch, Französisch, Tschechisch, Ungarisch und sogar Japanisch. Dabei legt er Wert auf eine den Jahrhunderten und Ländern entsprechende stilgerechte Interpretation. „Das hat uns doch einiges abverlangt“, gesteht die Chorvorsitzende. „Aber es macht natürlich auch unheimlichen Spaß, sich der Herausforderung zu stellen. Natürlich erhalten auch das deutsche Volkslied oder Kompositionen moderner und alter Meister ihren Platz im Repertoire.

Eine Probe seines Könnens gibt der Chor zu seinem Festkonzert am Sonnabend, 7. Juni, 15 Uhr, im Rathaussaal. Auf dem Programm stehen Lieder aus 25 Jahren. Dazu gehören „Ave verum“ von Mozart, „Der See“ von Schumann und viele Neueinstudierungen wie das japanische Fischerlied „Souran Bushi“ oder „Má Hvĕzda“ von Smetana, das Pflichtlied für einen internationalen Chorwettbewerb, mit dem sich die Aequalis-Frauen im Herbst in Prag beteiligen wollen.

( Helga Schubert, 06.06.2014 )

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