Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Ein eigenständiger Hochschulstandort

Die Berufsakademie Gera/Eisenach (BA) ist auf ihrem Weg zu einer dualen Hochschuleinrichtung einen großen Schritt vorangekommen. Nach Aussagen von Prof. Dr. Thomas Deufel, Staatssekretär im Thüringer Kultusministerium, sollen in der nächsten Woche vor dem Kabinett die Vorschläge dazu vorliegen. Ziel sei es, die Wandlung der BA zur dualen Hochschule rechtssicher zu machen. Das teilte der Staatssekretär auf einer Podiumsdiskussion in Gera mit, zu der der Studenten-Förderverein Gera eingeladen hatte. 
Damit hat der Verein einen wichtigen Etappensieg errungen, um die Zahl der Studenten in unserer Stadt langfristig auf über 5.000 zu erhöhen. Im Verlaufe der teilweise hitzig geführten Diskussion wurden allerdings auch die noch unterschiedlichen Positionen der Parteien deutlich, deren Vertreter sich aber wenigstens einig waren, dass die Otto Dix Stadt als eigenständiger Hochschulstandort erhalten und ausgebaut werden soll.
Der Diskussion stellten sich Dr. Mario Voigt (Generalsekretär CDU), Staatssekretär Prof. Thomas Deufel (SPD), Susanne Hennig-Wellsow (Landesvorsitzende Die Linke,) Uwe Barth (stellv. Bundesvorsitzender und Landesvorsitzender der FDP) sowie Eugen Weber (Bündnis 90/Die Grünen). 
Damit war klar, dass man trotz der in langer Zeit umkämpften Einmütigkeit um das Ziel durchaus noch unterschiedliche Ansichten hat, die in gegenseitigen Schuldzuweisungen mündeten und vor allem den Staatssekretär streckenweise in Aufregung versetzten. Bis 2016 sollen die Gespräche zwischen allen Beteiligten gelaufen sein, so der Staatssekretär. 
Das Hochschulgesetz, so Dr. Mario Voigt, werde das „Erfolgsmodell BA“ klar festschreiben. „Wir wollen aber in Thüringen nicht das achte oder neunte Rad am Wagen sein“,  betonte der FDP-Chef Uwe Barth und erinnerte daran, dass die Landesregierung noch vor vier Jahren auf eine FDP-Anfrage geantwortet habe, dass die Einflussname der Wirtschaft auf Lehrinhalte ein zentrales Hindernis für die Umwandlung der Hochschule sei. Die Landesvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, engagierte sich dafür, auch in der Hochschulpolitik einen Blick über den Tellerrand in Richtung Sachsen und Sachsen-Anhalt zu wagen, denn auch die Studierenden würden über die Landesgrenzen schauen. Daher sei die SRH-Fachschule für Gesundheit ein Glücksfall für Gera. Schließlich noch eine Breitseite in Richtung Landesregierung, der sich auch Uwe Barth anschloss: „Noch ist der Landtag Gesetzgeber, auch im Hochschulwesen. Also gehört das Parlament rechtzeitig informiert, bevor die Landesregierung das Fell des Bären verteilt.“ 
Eugen Weber bekannte sich ohne Einschränkung zu der engen Kooperation der Berufsakademie mit der Praxis: „Die BA versteht es einzigartig in Thüringen mit der Praxis umzugehen.“
Für den Studenten-Förderverein forderte Heiko Wendrich dazu auf, dass die Politik den Spielraum ausnutzt, um die SRH-Fachhochschule als einzige private Hochschule Thüringens zu unterstützen und zu fördern. Sein Verein, der von der Bürgerschaft getragen werde, finanziere z.B. weitgehend das Studium von sechs Studenten. „Wir wollen Gera zur einer vollwertigen Hochschulstadt machen“, so die Intention der Mitglieder und Vorsitzenden des Vereins. Dazu hatte Kai Metzner, Geschäftsführer der SRH-Fachhochschule, für die Bildungseinrichtung reichlich Forderungen und Wünsche: „Wir möchten, dass sich Thüringen klar positioniert. Von der Politik wird man bestenfalls ignoriert.“ Von der Anhörung zum Hochschulgesetz im Landtag habe er erst aus der Zeitung erfahren, SPD und CDU erwirkten schließlich dann eine Einladung, aber – so Kai Metzner: „Da durften wir dann einmal Hallo sagen und uns vorstellen, mehr nicht.“ 
Im nächsten Jahr sollen an der Fachschule in Gera 700 junge Leute mit dem Studium beginnen, dazu habe man auch das Gebäude der früheren Landeszentralbank mit einem Millionen-Aufwand gekauft, umgestaltet und hier ideale Arbeitsbedingungen für die Studierenden geschaffen.
(Lesen Sie mehr dazu in der kommenden Ausgabe.)

( Reinhard Schubert, 09.05.2014 )

zurück