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Offen, ehrlich und an einem Strick

Die Erkenntnisse nach drei Stunden Auswertung, Ausführung und Aussichten bei der ordentlichen Verbandsversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes Gera e.V. lauten: Unsere Feuerwehr ist gut, unsere Feuerwehr ist weiterhin wichtig, aber mangelnde Kommunikation und fehlende Investitionen sind Baustellen, die es hinsichtlich des humanitären Grundgedanken dringend zu beheben gilt.

Doch kurz der Reihe nach: Vergangenen Freitag lud der Verband Kameradinnen und Kameraden, alle Wehr- und Wachführer der lokalen Feuerwehren, alle Vereinsvorsitzenden der Feuerwehrvereine sowie alle Jugendfeuerwehrwarte zur Jahresversammlung ein. Zu den Gästen zählten außerdem Vertreter aller demokratischen Parteien und Fraktionen im Stadtrat und ebenso die Spitzen von Fachdienst und Verwaltung, allen voran Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn und erstmals auch Kurt Dannenberg, 1. Bürgermeister sowie Verantwortlicher für das Dezernat Allgemeine Dienste und Ordnung, zu welchem auch der Fachdienst Brand- und Katastrophenschutz zählt.

„Wir sind die, die Tag für Tag für funktionierende Feuerwehren Sorge tragen“, richtete sich Verbandsvorsitzender Steffen Höntsch an alle Einsatzkräfte und betonte ebenfalls, wie hoch dabei auch der ehrenamtliche Einsatz in den Freiwilligen Feuerwehren (FF) zu beurteilen ist. Es gebe keine finanzierbare Alternative zum Ehrenamt und um die Motivation der Feuerwehrleute hinsichtlich Ausstattung und Wertschätzung des Geleisteten Aufrecht zu erhalten, bedarf es stets auch neue Wege und Mut zur Veränderung. Er forderte ein rasches Handeln, um definitiv vorhandene Missstände bei Ausrüstung und Technik, Bedarfsplanung sowie bei der Kommunikation zwischen Verwaltung und den einzelnen Wehren zu beheben. „Ideen sind da, nur werden sie nicht diskutiert, geschweige denn organisiert“, richtete er deutliche Kritik an Fachdienstleiter Ludwig Geiger. Die Berufsfeuerwehr nicht weiter dezimieren und die Freiwilligen Feuerwehren intensiver mit in die Planung integrieren, waren zwei wesentliche Forderungen von Höntsch. Gleichzeitig ging ein Appell an alle Stadtratsfraktionen, dass eine zukünftige Absicherung des Brand- und Katastrophenschutzes und die dafür notwendige Unterstützung von Landesebene nur durch einen beschlossenen Haushalt zu erreichen ist.

„Größere Investitionen aus Eigenmitteln sind momentan nicht möglich. Wir brauchen die Unterstützung“, so auch die Rathauschefin, welche diesbezüglich bereits eine Petition beim Freistaat einreichte. Dass dringend finanzielle Mittel für neue Fahrttechnik und zeitgemäße Ausstattungen nötig sind, betonte in seinem Bericht auch der Interessenvertreter der Freiwilligen Feuerwehr, Tino Daume.

Eine klare Linie stellte Neudezernent Kurt Dannenberg vor. Seine „Vision der Feuerwehr“ sieht in Zukunft die Schwerpunkte wieder bei Hilfeleistung, Brand- und Katastrophenschutz. Zur Struktur im Fachdienst gehören weiterhin Leitstelle und Verwaltung. Hinsichtlich des Katastrophenschutzes kündigte Dannenberg eine Konferenz vom 4. bis 7. September im KuK an, zu deren prominenten Gästen u.a. der Bundesinnenminister zählen wird. Danach werde ein entsprechendes Übungskonzept vorgestellt und geprobt werden. Die Ausführungen des ehemaligen Offizieres trafen den Grundtenor aller Kameraden. In einem Punkt waren sich alle Gäste einig. Der beherzte und selbstlose Einsatz der Feuerwehrleute und anderer Schutzkräfte waren vor allem im Zeitraum des Junihochwassers 2013 beispiellos. Um einige Kameraden aufgrund dieser und anderer Dienste zu würdigen, kam es zu einigen Ehrungen - u.a. für bis zu 60 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Acht neue Mitglieder wurden per Handschlag von Dr. Hahn und den Anwesenden in der FF willkommen geheißen.

„Offen, ehrlich und an einem Strick. Das wünsche ich mir für die zukünftige Zusammenarbeit.“ Nun gilt es abzuwarten, ob die Schlussworte von Steffen Höntsch, welche zumindest an diesem Abend eine breite Zustimmung fanden, auch umgesetzt werden, oder ob es, und dieses Wortspiel sei hier erlaubt, nur bei einem Strohfeuer bleibt.

( Benjamin Schmutzler, 18.04.2014 )

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