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Die beste Werbung sind gute Konzerte

Die Hälfte der Geraer Songtage 2014 ist vorüber – das heißt gut einen Monat sanfte Töne, rockige „Riffs“ und einfühlsame Texte am Stück. „Schon jetzt sind über 2.000 Festivalbesucher zu den tollen Auftritten gekommen. Dies lässt uns auch den nächsten Highlights freudig entgegenblicken“, so Daniel Zein und Stefan Wenzel, die beiden Hauptorganisatoren von DAKE-Events.

Definitiv ein Highlight wird dabei auch wieder die Aktion „Sprungbrett“, bei welcher in diesem Jahr gleich drei regionale Nachwuchskünstler die Möglichkeit erhalten, sich, vor allem musikalisch, vorzustellen. Die Tatsache, dass dabei am kommenden Dienstag eine fahrende Straßenbahn als Veranstaltungsort herhalten soll, war die Idee von Daniel Zein und der Wunsch der Veranstalter, ein gewachsenes Wahrzeichen der Stadt direkt in das Festival mit einzubinden, was durch die Unterstützung des GVB nun auch möglich wird. Doch wer sind die drei „rollenden“ Musiker und wie ist es für sie, wohl erstmalig bei einem Auftritt keinen festen Boden unter den Füßen zu haben?

Ich traf mich in der Manufaktur, einem Gerschen Szenelokal und ebenfalls Songtage-Veranstaltungsort, mit Theresa Schönfeld und Martin Ebert, die mir in für sie gewohnter Atmosphäre so einiges erzählten. Theresa ist 21 Jahre jung, arbeitet beim Schlupfwinkel e.V. in Lusan. Ihre musikalischen Vorbilder sieht sie in Interpreten wie Philipp Poisel und Alin Coen. Letztere war es auch, die sie bei einem Songtage-Auftritt inspirierte, hier selber einmal mitzumachen. „Viele meiner Freunde unterstützen mich bei meinen musikalischen Vorhaben, sodass ich auch die Zeit gefunden habe, extra zwei neue Songs für die Sprungbrett-Aktion zu entwerfen“, freut sich Theresa, mit Gitarre und ruhiger, melancholisch angehauchter Stimme die Fahrgäste zu unterhalten.

Während es für die Hundeliebhaberin, welche ebenfalls einen eigenen Youtube-Kanal betreibt, einer ihrer bisher größten Live-Auftritte werden wird, kann der 27-jährige Martin Ebert schon einen etwas anderen, musikalischen Karriereweg vorweisen. Seit zwölf Jahren spielt er Gitarre, seit zehn Jahren Schlagzeug und liebt es seitdem einfach nur, die Zuhörer live auf der Bühne von seinen verschiedenen Facetten zu überzeugen. Mal ruhig, mal laut - hauptsache authentisch könnte dabei sein Motto lauten und nachdem er erfolgreich ein Studium in Jena abschloss, steht für ihn jetzt erstmal die Selbstständigkeit als Musiker im Vordergrund. „Ich bin als selbstständiger Schlagzeug- und Gitarrenlehrer tätig, mein erstes Soloprojekt als Musiker steht ebenfalls in den Startlöchern und auch ein Album mit anschließender, kleiner Tour ist in Planung. Man muss die Öffentlichkeit von sich bzw. seiner Musik überzeugen und dafür eben auch viel investieren und hartnäckig sein“, weiß Martin mit seinem großen Traum realistisch umzugehen. Beide schreiben ihre eigenen Songs, wollen mit ihren Texten Gefühle zeigen, Geschichten erzählen, Emotionen wecken – und dies ausschließlich auf Deutsch, sind sie doch der Meinung, dass man mit handgemachter, deutschsprachiger Musik ein wirklich breites Publikum ansprechen kann.

Auch der Dritte im Bunde, Tobias Krügel, sieht als Autodidakt seine Stärken im geschriebenen und gesungenen Wort. Und er dürfte dem erprobten Songtage-Publikum kein Unbekannter sein, schließlich bewies er bereits beim Sprungbrett vor drei Jahren, welches melodische Repertoire in ihm steckt.

Die leidenschaftlichen Musiker sind sich einig, dass die Idee und das Konzept der gesamten Songtage-Veranstaltung genau das ist, was für kulturelles Aufleben an verschiedenen Orten sorgt. „Der Livemusik eine entsprechende Bühne geben“, so beschreiben sie den großen Vorteil der Veranstaltung.

Wie es genau ablaufen soll am 22. April, darüber wird noch Stillschweigen vereinbart. „Fest steht, dass wir in der Heinrichstraße, Zentrale Umsteigestelle, starten und ca. 120 Minuten mit unseren drei Sprungbrettkünstlern auf Geras Gleisen unterwegs sein werden“, freut sich Stefan Wenzel. Eines steht ebenfalls schon fest: die Bahn ist restlos ausgebucht, alle Steh und Sitzplätze sind belegt. Die kleinen Befürchtungen der DAKE-Jungs, ob sich die heimischen Musikfans auf eine schunkelnde Straßenbahn als Veranstaltungsort einlassen, konnten recht schnell zu den Notenblättern gelegt werden. Damit die Straßenbahn für die jungen Künstler auch wirklich ein Sprungbrett auf einen vielleicht größeren Zug sein wird, unterstützt der Songtage-Förderverein auch nach dem Festival, in dem er Tipps gibt, Kontakte vermittelt und versucht, die Musiker in weitere regionale Konzert- und Festivalhighlights einzubinden.

Daniel Zein, Stefan Wenzel und ihre Unterstützer haben eine feste Marke in Gera etabliert und auch Theresa, Martin und Tobias freuen sich über die Chance, einem interessierten Publikum in einer ausgefallenen Location Einblicke in ihre musikalische Welt zu ermöglichen. Wie gut, dass es die Songtage gibt...

( Benjamin Schmutzler, 18.04.2014 )

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