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Die Stadt als Hauptdarsteller

Dem ein oder anderen sind in letzter Zeit eventuell eine handvoll Menschen begegnet, die ausgerüstet mit Technik und für die heutige Zeit nicht gerade alltagstauglich bekleidet, durch Gera zogen um hier und da Filmaufnahmen zu machen. Sie gehörten dabei zum Team von Thomas Johannes Hauck, dem Autor, Regisseur und Künstler aus Berlin, der in und um Gera einen Kurzspielfilm drehte.

„Die Idee zum Film gaben mir das finnische Gemälde ‚Der verwundete Engel‘ von Hugo Simberg und die Kurzgeschichte ‚Tränenkrüglein‘ von Ludwig Bechstein“, erzählt der Berliner während der Vorbereitungen zum Dreh in der Villa Jahr. Kurz zusammengefasst geht es in der Produktion um die Vergänglichkeit eines jeden, den eigenen Glauben und um die Bewahrung von kindlicher Wahrnehmung. Als International kann man die Produktion beschreiben, da die Schauspieler aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und eben aus Gera stammen. „Ich habe schon oft hier gedreht und bin immer wieder fasziniert von der Stadt mit seinen Bauwerken und Parks. Und gerade weil die Stadt sehr facettenreich ist, macht es Spaß“, erzählt der Berliner. Hinzu kam, dass im Rahmen eines Medienbildungsprojektes des Geraer Bürgerfernsehens die Bürger der Stadt erstmals die technische Umsetzung einer professionellen Produktion übernahmen. So waren Filminteressierte wie der Videoclub Gera für Organisation, Aufnahmeleitung, Kamera und Ton verantwortlich. Gedreht wurde beispielsweise im Tierpark, in der Villa Jahr, im Haus Schulenberg und in den Stadtteilen Untermhaus und Ernsee, sodass die Stadt der Hauptdarsteller im Film war. Aber auch andere Hauptrollen wurden mit Bürgern der Stadt besetzt. So wurde die trauernde Mutter von Sibylle Hahn, einer ehemaligen Schauspielerin vom Theater, gespielt. Die Rolle des sterbenden Sohnes spielte Micha Steppan, der Jugendreferent des G26.

„Eigentlich sollte die Rolle jemand anderes spielen, aber wie der Zufall so will, ist dieser ausgefallen. So rief mich einen Tag vor dem Dreh Ute Reinhöfer, die Chefin des Bürgerfernsehens, an und fragte, ob ich mir das zutrauen würde. Ich sagte ja und nun steh ich hier im feinsten Krankenhauszwirn und warte auf die Dreharbeiten“, so Micha Steppan. Zu den anderen Schauspielern hat Thomas Hauck auch eine besondere Beziehung und sucht diese auch nach etwas anderen Kriterien aus. So lernte er die Schauspielstudentin Maria Strauss, welche die Rolle als Engel innehat, im Zug kennen, was dazu führte, dass sie jetzt in seinen Produktionen mitwirkt.

Die aus dem Kyffhäuser stammende Petra Kriem kennt der Regisseur schon seit Jahren und als feststand, dass auch im Tierpark gedreht wird, engagierte er sie kurzerhand für eine kleine Rolle. 90.000 Euro würde eine solche Produktion in etwa kosten, erzählen die Filmemacher, aber diese Summe hätte man so nicht stemmen können. Deshalb ist das Team der Stadt Gera, welche einige Locations zur Verfügung stellte, und zahlreichen Firmen, die Utensilien für den Dreh ohne Bezahlung bereitstellten, sehr dankbar. „Nach den Dreharbeiten liegt die größte Arbeit im Schnitt. Danach wird er von einer Komponistin vertont und nochmals geschnitten. Bis alles passt, werden noch einige Monate vergehen, aber ich denke im Herbst wird er fertig sein“, so Thomas Hauck. Premiere wird natürlich in Gera sein und auch im OK Gera wird der Streifen noch 2014 zu sehen sein.

( Lars Werner, 18.04.2014 )

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