Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Veranstalter sind geteilter Meinung

Seit einigen Monaten gibt es in Gera ein großes Thema: das Kultur- und Kongreßzentrum, kurz KuK genannt. Entsetzt reagierte man als bekannt wurde, dass das Haus geschlossen werden soll. Grund hierfür ist der über Jahre hinweg aufgelaufene Investitionsstau, der durch das beschlossene Haushaltssicherungskonzept nun dafür sorgt, dass bis Ende 2014 ca. zwei Millionen Euro nötig sind, um den Weiterbetrieb zu gewährleisten. Um zu helfen gründete sich im Dezember letzten Jahres der Verein „Wir für das KuK Gera e.V.“, der Ideen erarbeitet und Geldgeber für das Haus sucht. Doch leider stellte sich heraus, dass es nicht einfach ist, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen und auch niemand Schlange steht um Geld in das Haus zu pumpen. So ist es ziemlich ruhig um den Verein geworden und es bleibt abzuwarten,  in wie weit man die Vorstellungen umsetzen kann.
Doch nicht nur die Bürger machten sich Gedanken um die Zukunft des Hauses. Auch Gaststättenbetreiber und Veranstalter befassten sich mit der Situation des Hauses und auch hier ist man geteilter Meinung. So findet es Frank Mittasch, Betreiber des Barclays und Veranstalter von Events wie Gera tanzt und dem Holy Festival mutig, aber genau richtig was OB Dr. Viola Hahn macht. „Es ist schon komisch wie von allen Seiten Kritik an ihr geübt wird, obwohl sie die Missstände aufgedeckt hat und nun versucht, die Stadt mit dem Sicherungskonzept wieder in eine bessere Zukunft zu lenken“, so Frank Mittasch. Mit seiner Meinung steht er dabei nicht allein da. Auch Kevin Schulz, Betreiber des Kaffee Kanitz und ebenfalls Veranstalter, denkt dabei wie sein Kollege. So sind beide der Meinung, dass schon vor Jahren eine andere Lösung hätte gesucht werden müssen, aber die Verantwortlichen dies immer wieder vor sich hergeschoben haben. „Jetzt ist das Geschrei groß. Klar gehört das Haus zu Gera, aber wenn man in jedem Jahr Zuschüsse von der Stadt benötigt, also somit wirtschaftlich desolat arbeitet und keine Investitionen tätigen kann, muss man schließen“, sind sich beide einig. „Wir haben jeder Angestellte und wenn wir so wirtschaften würden, wären wir pleite, könnten unsere Mitarbeiter nicht bezahlen und sehr schnell würden einige Ämter und Gläubiger vor unseren Türen stehen und dann wäre zu“, fügen beide hinzu. Eine Patentlösung haben sie auch nicht, aber man ist sich einig, dass es so nicht weitergehen kann. Etwas anders sehen das Daniel Zein und Stefan Wenzel, die Veranstalter der Geraer Songtage. Sie glauben, dass eine Schließung des Hauses fatal für Gera wäre. „Es ist sicherlich in der Vergangenheit vieles falsch gelaufen, aber das Haus und viele Veranstaltungen in diesem haben einen großen Wert für die Stadt. Ohne das KuK würde Gera einen wichtigen Pfeiler verlieren“, erzählen beide im Gespräch. Doch beide sind auch der Meinung, dass konzeptionell in den vergangenen Jahren wenig passiert ist und hier einiges passieren muss, damit das Haus wirtschaftlich wird. „Nein auch wir haben keine Patentlösung dafür und ob ein Investor das Haus privatwirtschaftlich auf die Gewinnerstrecke bringt, ist fraglich. Wir halten es für sehr schwierig“, fügen die beiden hinzu. Auch Frank Mittasch und Kevin Schulz betrachten dies so und bringen ein, dass die Stadt nicht auf Biegen und Brechen am KuK festhalten sollte, sondern auch neue und andere Ideen und Konzepte für Geras Kultur gefunden werden müssen.
Ob das KuK auch im Jahr 2015 offen sein wird, werden die kommenden Monate zeigen. Einen Anfang hat die Stadt bereits gemacht. So hat man bundesweit ein Interessenbekundungsverfahren veröffentlicht, mit dem ein Betreiber gesucht wird. Bis zum Ende der Angebotsfrist am 31. März reichten drei lokale Interessenten ihre Unterlagen ein. Das zeige zum einen die enge Verbundenheit der Geraer mit dem KuK und zum anderen werde durch die geringe Zahl der Interessenten deutlich, welch große Herausforderungen der Betrieb des Veranstaltungshauses stellt, teilt Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn mit. Jetzt werden die Angebote gesichtet und ausgewertet. 
Anschließend erhält der Werkausschuss des Eigenbetriebes Kultur- und Veranstaltungsmanagement eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen. „Keiner will das KuK schließen. Die Stadt kann sich den Betrieb im bisherigen Umfang aber nicht leisten. Deshalb brauchen wir eine Lösung, die unseren Haushalt deutlich entlastet“, so Dr. Hahn.

( Lars Werner, 04.04.2014 )

zurück