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Des Deutschen liebstes Kind

Import oder einheimisch, Finanzierung oder Barzahlung, altbewährt oder alternativer Antrieb? Bei kaum einer anderen Anschaffung gehen dem Verbraucher so viele Fragen durch den Kopf, wie beim Kauf eines Automobils. Um einige dieser Fragen etwas zu beleuchten und eventuell die nötige „Starthilfe“ zu geben, sprach Neues Gera mit Andreas Jokisch, Obermeister der Kfz-Innung Ostthüringen und Geschäftsführer eines Autohauses. Zu Beginn eines neuen Verkauf- und Absatzjahres zieht man gerne Bilanz des vergangenen. Was gibt es diesbezüglich von Ihnen zu berichten, Herr Jokisch?

In der Branche verzeichneten wir deutschlandweit im Bereich der Neufahrzeuge einen Zulassungsrückgang von 4,2 Prozent. Dem Gegenüber steht allerdings ein Zuwachs der Besitzumschreibungen, sprich dem Erwerb eines Gebrauchtwagens, von drei Prozent. Dazu zählt auch der Halterwechsel bei Tageszulassungen oder Jahreswagen.

Haben Sie auch konkrete Zahlen für Gera?

Bei den Neuwagen liegen wir mit 6,8 Prozent Rückgang leicht über dem Bundesschnitt. Und in meiner Funktion als Inhaber eines Autohauses kann ich sagen, dass bei bestimmten Fabrikaten sogar eine erhebliche Steigerungsrate der Erstzulassungen verzeichnet werden konnte.

Dennoch sind vier Prozent Rückgang nicht gerade wenig. Ist auch weiterhin mit einem negativen Trend in der Automobilbranche zu rechnen?

Nach Prognosen des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK), des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK) zum Glück nicht. Im Gegenteil: Die Nachfrage für den Absatz heimischer Kraftfahrzeuge sowie der Importe sind gut. Dies lässt sich auf ein insgesamt besseres Konsumklima durch die verstärkte, finanzielle Sicherheit der Kunden zurückführen.

Geben diese Prognosen auch Auskunft, was bei den Käufern begehrter ist: die klassische, deutsche Limousine, der kleine Franzose oder SUV`s „Made in Japan“ ?

Bezüglich der Wahl zwischen deutschen und importierten Fabrikaten ist kein klarer Trend zu erkennen. Entscheidend ist, dass die Verbraucher immer sensibler werden für die qualitätsrelevanten Aspekte und das ihnen neben funktionierender Technik auch die laufenden Kosten aus Verbrauch, Versicherung, Wartung sowie dem Werterhalt wichtig sind. Die Verarbeitungsqualität hat sich in den zurückliegenden Jahren insgesamt verbessert und fast jedes Fahrzeugsegment hat seine Daseinsberechtigung – vorausgesetzt, es findet sich eine relevante Anzahl von Interessenten bzw. Käufern.

Und welchen Einfluss auf die Kaufentscheidung sehen Sie bezüglich Vergleichstests oder auch automobiler Trophäen?

Ihre Frage zielt sicherlich auf die jüngst zu Tage getretenen Manipulationen in Sachen „Gelber Engel“ und die daraus resultierende Debatte ab. Bei der Anschaffung eines Autos sehen die Käufer viele Faktoren und wägen immer mehr ab. Ob jedoch Vergleichstests der Automobilpresse, Pannenstatistiken oder auch Qualitätsreports der großen Prüforganisationen zukünftig noch stark ins Gewicht fallen, kann man in Zweifel ziehen. Der Autokauf ist häufig eine sehr emotionale Geschichte. Der eine holt sich eine Vielzahl von Informationen aus dem Internet, dem anderen ist aber - nach wie vor - eine persönliche Beratung und das Vertrauen in die Kompetenz des Händlers wichtig.

Machen wir es doch einmal konkret: Ich möchte mir ein Auto anschaffen. Was empfiehlt der Obermeister und Experte bei der Vorgehensweise?

Sie sollten zunächst für sich selbst abwägen, was Ihnen wichtig ist: Sind Sie der Vielfahrer und häufig unterwegs? Oder eher der sporadische Kurzstreckenfahrer, auf der Suche nach dem freien Parkplatz? Fahren Sie viel allein oder doch eher mit mehreren Personen? Oder geht es gar eher um Transportaspekte? Mein Tipp: Vorher genau über Modell und Fabrikat erkundigen; Vergleiche unter den Anbietern und Händlern anstellen; finanziell schon einmal vorkalkulieren (auch hinsichtlich der Unterhaltungskosten); verschiedene Finanzierungsangebote vergleichen; den Weg zu kompetenten Autohäusern und Händlern antreten; dort das persönliche Gespräch suchen. Und ganz wichtig: nie ein Auto kaufen, ohne zuvor eine Probefahrt unternommen zu haben.

Welche zusätzlichen Hinweise gibt es beim Kauf aus privater Hand?

Zunächst sollte man sich genau vom Verkäufer über die Vorgeschichte sowie eventuelle Vorschäden informieren lassen, das Vorhandensein aller Schlüssel prüfen und das Auto ausgiebig inspizieren. Hat man selber eher wenig Ahnung von Fahrzeugen, unbedingt einen automobilen Profi zur Besichtigung mitnehmen. Außerdem empfehle ich einen genauen Blick in die Fahrzeugdokumente. Sind die Eintragungen plausibel und passen diese zum Zustand des Fahrzeugs (Stichwort: Kilometerstand/Abnutzung). Wenn man hier stutzig wird, dann doch lieber die Finger vom Wagen lassen. Schwarze Schafe gibt es leider überall. Und wer setzt sich schon gern juristisch auseinander, wenn das Wunschfahrzeug nicht das hält, was der Verkäufer zuvor versprochen hat.

Also doch lieber den Gebrauchten beim seriösen Händler kaufen?

Zumindest ist dort die sogenannte Sachmangelhaftung gewährleistet. Häufig gibt es dann noch eine Gebrauchtwagen-Garantie als vertrauensbildende Maßnahme obendrauf. Bei etwaigen Schäden ist man als Kunde recht weitreichend vor kostspieligen Reparaturen abgesichert. Zudem bei den seriösen Händlern die zu verkaufenden Gebrauchtwagen vor Veräußerung in der Regel die Werkstatt durchlaufen und die Fahrzeuge oftmals eine neue Haupt- und Abgasuntersuchung erhalten.

Herr Jokisch – ihr Statement zum Thema alternative Energien und Antriebskonzepte.

Durch die immer weitere Verbrauchsdezimierung bei vielen Modellen werden auch in den nächsten Jahren die Otto- und Dieselmotoren ihre absolute Daseinsberechtigung haben. Zahlen aus dem letzten Jahr zeigen, dass der Absatz der Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten wie Hybrid, Elektro oder Wasserstoff bei unter einem Prozent lag. Dies ist u.a. dem hohen Preis für Anschaffung, der noch mangelnden Verbraucherfreundlichkeit im Straßenverkehr und dem häufig gewöhnungsbedürftigen Design geschuldet.

Vervollständigen Sie bitte zum Abschluss des Gespräches folgenden Satz. Die Geraer sollten ihren Autofrühling besuchen, weil...

... dort die neuesten Modelle der regionalen Händler vorgestellt werden, somit sehr gute Vergleiche möglich sind, sie sich mit den Experten über die neuesten Trends unterhalten und auch direkt einen Probefahrttermin vereinbaren können. Und vielleicht trifft man ja zum verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 19 Uhr auch mal wieder jemanden – in der Stadt, den man schon lange nicht mehr gesehen hat.

( Benjamin Schmutzler, 14.03.2014 )

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