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Mit offenem Ohr

„Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, leisten eine schwierige, kräftezehrende Arbeit. Für viele geht dieser persönliche Einsatz an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Wie gerne möchte man da einfach nur mal jemanden zum Reden haben“, erzählt Annette Pfeffer und bringt damit das Anliegen des von Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit sowie von den Landesverbänden der Pflegekassen im Freistaat bundesweit geförderten Projektes „Pflegebegleiter“ auf den Punkt.
Monique Heinze und Beate Böhme, Projektkoordinatorinnen der Stadtverwaltung, hatten das Projekt auf den Weg gebracht. Nach 30 Unterrichtsstunden und qualifizierter Bildung konnten neun ehrenamtliche Pflegebegleiter aus der Hand von Sozialdezernentin Sandra Schöneich ihr Zertifikat in Empfang nehmen. „Ich finde es toll, dass sich diese Menschen bereiterklärt haben, anderen in solch schwierigen Lebenssituationen beizustehen. Ihnen gebührt größter Respekt und Anerkennung“, so Sandra Schöneich. „Im Moment sind wir dabei, uns im Stadtteil bekannt zu machen. Wir möchten uns das Vertrauen der pflegenden Angehörigen erwerben“, sagte Gilda Reinhold, für die Altenpflege kein Neuland ist. 
Während der Fortbildung wurden Themen wie die Rolle, Funktion und das Selbstverständnis der Pflegebegleiter, der Stellenwert des zivilgesellschaftlichen Engagements, Informationen zum Betreuungsrecht sowie zur Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung, zum Pflegeversicherungsgesetz, den Pflegestufen, Informationen zu Hilfsmitteln und Homecare, Gesprächsführung, Kommunikation sowie Möglichkeiten der Selbsthilfe besprochen. 
Angesprochen wurden auch Chancen von freiwilligem Engagement, das keine Fachkräfte ersetzen kann, wohl aber ergänzen. Die nun aktiv werdenden Pflegebegleiter wissen, das für sie höchste Gut ist das Zuhören und Wertschätzen. Ihnen sind die Probleme bekannt: Die meisten Menschen sind nicht darauf vorbereitet, dass Familienmitglieder pflegebedürftig werden. Pflegedienste, medizinische Hilfe, Fahrten und Finanzen müssen organisiert werden. Wenn dann noch Konflikte in den Familien aufbrechen, kommen viele Pflegende an ihre Grenzen. Was man nun braucht, ist ein Raum, um die Sorgen loszuwerden. 
„Für die Angehörigen ist es gut zu wissen, dass es jemanden gibt, den man anrufen kann, wenn es brennt“, erklären die Projektleiterinnen. Bei praktischen Problemen können die Begleiter Tipps geben oder bei der Formulierung von Anträgen helfen. Und sie machen Mut, damit die Pflegenden „nicht im Jammertal versinken“. Es gebe auch noch schöne Stunden mit den Kranken, weiß Annette Pfeffer. Als Modellprogramm wurde das Projekt „Pflegebegleiter“ zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung bundesweit erprobt. Nun soll auch in Thüringen nachhaltig ein Netzwerk Pflegebegleiter etabliert werden. 

( Reinhard Schulze, 14.03.2014 )

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