Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Auf der Spur

Gera (NG/rs). Dr. Bruna Wendel-Plarre – Wer war diese Frau? Der Dokter-Titel lässt auf eine Ärztin schließen. Doch wer weiß schon, dass sie auch eine Sportlerin, ja Schwimmerin war, die als erste Frau, damals 35 Jahre alt, am 25. August 1938, den Ärmelkanal zwischen Calais und Dover durchschwamm. Bekannter ist da schon die Stifterin Henriette Zabel, schon allein durch das hiesige Zabelgymnasium, welches in diesem Jahr sein 125-jähriges Schuljubiläum feiert. Keine Unbekannte ist auch die Fotografin Aenne Biermann. Mit dem zur Diskussion herausfordernden Titel „Stadtgeschichte ohne Frauen ???“ will das Stadtarchiv in der Gagarinstraße 99 anhand von Fotos und Dokumenten am bundesweiten 7. Tag der Archive, welcher unter den Motto steht „Frauen – Männer – Macht!“ am 8. März zeigen, wie Frauen in ihren jeweiligen Zeitepochen politisch und gesellschaftlich aktiv wurden. Dabei wartet der Leiter des Stadtarchivs Klaus Brodale mit einer besonderen Rarität auf. So ist das Stadtarchiv im Besitz eines Tondokumentes, ein Mitschnitt des Rundfunk-Interviews mir Dr. Bruna Wendel-Plarre, unmittelbar nach ihrer Überquerung des Ärmelkanals. Es ist das erste Mal, dass sich das Stadtarchiv  am bundesweiten Tag der Archive beteiligt. „Wir sehen darin eine Chance, an diesem Tag den Bürgerinnen und Bürgern die jeweiligen Archive vorzustellen und ihr Anliegen, das archivalische Erbe als Kulturgut für die Erforschung der Vergangenheit und für das Verständnis der Gegenwart zu bewahren und aufzubereiten, stärker in das Bewusstsein zu rücken“, so Brodale. 
Dafür bietet das Stadtarchiv um 10 und 13.30 Uhr jeweils eine Veranstaltung an. Dazu wir es eine Archivalien-Ausstellung mit ausgewählten Dokumenten und Materialien aus dem Bestand geben, die bedeutungsvolle Frauen der Stadtgeschichte in den Mittelpunkt rückt. Angeboten wird auch, was ansonsten die Ausnahme ist, eine Magazinführung. 
Anders die Außenstelle Gera der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU), die den Tag der Archive schon genutzt und ihre Pforte in der Hermann-Drechsler-Straße 1 für Besucher geöffnet hatte. So auch am 8. März. „Wir möchten in unserem Haus Einblicke in die entschlüsselte Macht der untergegangenen Geraer Geheimpolizei gebe. Dabei geht es auch um die Frage, wie eine Diktatur funktioniert und was sie ermöglicht. Dafür möchte die BStU–Außenstelle Gera gerade auch junge Menschen sensibilisieren. Der Tag der Archive eignet sich dafür besonders“, so Reinhard Keßler, Leiter der BStU-Außenstelle Gera. 
Unter dem Motto „Im Dienste der Diktatur finden zwischen 11 und 16 Uhr stündliche Führungen durch die Hinterlassenschaften der Geheimpolizei statt. Jeweils um 11 und 13 Uhr berichtet Regina Karell, Mitarbeiterin der BStU-Außenstelle, über inoffizielle Mitarbeiterinnen der DDR-Staatssicherheit. Benedikt Vallendar, Studienrat für Geschichte und Spanisch am Wirtschaftsgymnasium Wolfenbüttel und die Autorin Jenny Krämer referieren um 15 Uhr zum Thema „Leben hinter Mauern“ zum Arbeitsalltag und Privatleben hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.
Komplettiert wird der Veranstaltungsplan durch eine Präsentation zum Thema „Alltag in der Bezirksverwaltung des MfS sowie einem 15-minütigen Film „Virtuelle Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen, der den ganzen Tag über zu sehen ist. 

( Reinhard Schulze , 07.03.2014 )

zurück