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Was Unternehmern Sorge bereitet

Foren, Vorträge, Werkstattgespräche, Erfahrungsaustausche: Für solche und ähnliche Veranstaltungen ist die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera (IHK) stets eine gute Adresse.

Kammerpräsident Albrecht Pitschel hatte zu einem Wirtschaftsgespräch eingeladen über die Hauptthemen, die den Mittelstand derzeit bewegen, so auch die 40.000 Unternehmen, deren Interessen die Ostthüringer IHK vertritt und deren Meinung deshalb bis in die höchsten Kreise der Politik gehört zu werden verdient. Knapp 100 Mittelständler hatten sich im IHK-Bildungszentrum eingefunden. Pitschel konnte prominente Gesprächspartner aufbieten, so den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der für etwa 3,6 Millionen Unternehmen in 80 Wirtschaftskammern spricht, und die beiden Thüringer Minister Wolfgang Voß (Finanzen) und Christian Carius (Bau/Verkehr). In der teilweise kontrovers geführten Debatte galt der Focus vor allem zwei Themen, die den Unternehmen Sorgenfalten bereiten: die Energiewende und der Fachkräftemangel. Die vorangegangene schwarz-gelbe Koalition, so Eric Schweitzer, habe nur ein Fünftel ihrer Wahlversprechen in die Tat umgesetzt. Jetzt bestehe mit der Großen Koalition schwarz-rot Hoffnung auf Besserung. Die Grundlage: Die wirtschaftliche Erholung komme voran. Der DIHK rechne sogar mit zwei Prozent Wachstum.

Die Gesprächspartner stimmten dem von der „GroKo“ geplanten Fortgang der Energiewende zu. Sie sei jedoch Chance und Gefahr zugleich. Viele Unternehmer sehen in den wachsenden Energie- und Rohstoffpreisen das größte Geschäftsrisiko. Albrecht Pitschel glaubt, dass wie überall, so auch in Ostthüringen, mehr als jeder zweite Mittelständler so denkt. Ulrich Winterstein, Regionalgeschäftsführer des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft, äußerte gegenüber Neues Gera: „Die steuerliche Belastung, vor allem bei den Strompreisen, ist für unsere Unternehmen und für alle Bürger unerträglich hoch.“ Streit gab es zum Thema der geplanten neuen Energietrassen. DIHK-Chef Schweitzer plädierte dringend für den Bau, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden. Pitschel legte dar: Die IHK Ostthüringen habe sich noch nicht festgelegt, ob sie die geplante Trasse entlang der A9 befürworte oder nicht. Bauminister Carius sprach sich so wie seine Chefin Christine Lieberknecht gegen die Trasse aus und verwies dabei u.a. auf die bundesweit höchsten Leitungskosten in Ostdeutschland.

Zweites Hauptthema  war die Situation beim fachlichen Nachwuchs. Dazu übernahm auch der Präsident der IHK Südthüringen, Peter Traut, das Wort. Er prognostiziert, dass bis 2025 in Thüringen etwa 280.000 Fachleute fehlen. Während die Zahl der jungen Leute, die eine Facharbeiterausbildung begannen, in den letzten zehn Jahren um 45 Prozent sank, stieg demgegenüber die Zahl der Studierenden um 14 Prozent. Schweitzer und weitere Teilnehmer kritisierten, dass viele Eltern glauben, ihre Kinder müssten unbedingt studieren, um etwas im Leben zu werden. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuße, denn viele junge Leute brechen ihr Studium vorzeitig ab.

Die hohe Zahl Abbrecher betrifft auch die Lehrstellen. Gemeinsam müssten Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Politiker in Land und Bund das bewährte duale System auf ein  solches Niveau anheben, dass der Mittelstand so viel wie möglich qualifizierte Fachkräfte bekommt.

( Harald Baumann, 21.02.2014 )

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