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Zwischen Kompetenz und Abhängigkeit

„Unter den Schlagwörtern Internetsucht und exzessiver Medienkonsum geraten in jüngerer Zeit bestimmte Verhaltensweisen und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen in den Fokus einer kontroversen Diskussion. Den Befürchtungen der von Medien ausgehenden Abhängigkeit, Fremdsteuerung und Verwahrlosung stehen die positiven Potentiale der Medien gegenüber und die gesellschaftliche Anforderung, die Medien stärker in Bildungskontexte einzubeziehen. Pädagogisch Tätige und Eltern sind zunehmend einerseits gefordert, andererseits überfordert, die Aufgaben des Jugendmedienschutzes, der Medienerziehung und der Förderung von Medienkompetenz zu übernehmen”, mit diesen Worten leitete Dr. Hartmut Schubert, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit die Fachtagung „Mediennutzung zwischen Kompetenz und Abhängigkeit”, welche am Mittwoch in der Berufsakademie stattfand, ein.

Freundschaftsbeziehungen, Wissen und Information, Sport und Spiel bestimmen Kinder in ihrer Freizeitgestaltung zunehmend selbst. Mobile Medien und Online-Dienste spielen dabei eine wichtige Rolle. „Insbesondere in Bezug auf Online- und Spielemedien nehmen Eltern ihre (medien-) erzieherischen Aufgaben oft nicht wahr. Erwachsene haben oft wenig Einblicke in den Medienalltag von Kindern, sei es aus Überforderung, Desinteresse an digitalen Medientechniken oder in dem Vertrauen, dass ihre Kinder in der Lage seien, den Umgang mit Medien selbst kontrollieren und reflektieren zu können. Diese Defizite in der Medienerziehung verlangen nach differenzierten Unterstützungs- und Hilfsangeboten, die den Einzelfällen der Heranwachsenden und ihrer erwachsenen Bezugspersonen angemessen sein sollten”, führt er weiter aus.

Mit der PINTA-Studie („Prävalenz der Internetabhängigkeit”) wurde die erste repräsentative Studie zur Häufigkeit der Internetabhängigkeit bei den 14- bis 64-jährigen in Deutschland vorgelegt. In dieser vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Studie wurden etwa ein Prozent der 14- bis 64-jährigen als internetabhängig eingestuft und 4,6 Prozent als problematische Internetnutzer angesehen. Für Thüringen ergibt sich rechnerisch in der Altersgruppe der 14- bis 24-jährigen eine Zahl von rund 5.300 Internetabhängigen und 30.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einem riskanten Internetgebrauch.

Demgegenüber beschreibt die EXIF-Studie zur Exzessiven Internetnutzung in Familien, dass sich die Einschätzung, ab welchem Punkt Mediennutzung als „exzessiv” gilt, zwischen Jugendlichen und Erwachsenen sehr unterscheidet. Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge zwischen der Medienerziehung in den Familien und dem Phänomen einer als exzessiv bewerteten Computer- und Internetnutzung von Jugendlichen auf. „Das allgemeine Klima in Familien trägt wesentlich dazu bei, dass sich die Jugendlichen hinter ihre Bildschirme zurückziehen. Doch dürfen wir die moderne Mediengesellschaft nicht verteufeln, sondern müssen uns partnerschaftlich diesen Anforderungen stellen”, so Dr. Schubert abschließend.

Am Nachmittag verlieh der Erfurter Netcode e.V., der unabhängige Verein von Wissenschaftlern, Kirchenvertretern und Bildungsinstitutionen, sein Qualitätssiegel für besonders altersgerechte und pädagogisch wertvolle Angebote im Internet. Nur wenige Seiten erfüllen die strengen Kriterien, dazu gehören nun auch: www.kwerx.de, www.kindertrauerland.org, www.kinderfunkkolleg-trialog.de, www.trompis-zeitreise.de, www.tierchenwelt.de.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Thema „Mediennutzung zwischen Kompetenz und Abhängigkeit”. Schreiben Sie an neuesgera@verlag-frank.de oder Neues Gera, Ludwig-Jahn-Straße 2, 07545 Gera. 

( Gera (NG/zoe), 14.11.2013 )

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