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„...mit der großen, klugen Brille“

Wie war das damals, als es sogar in Lusan, dem weit über der Weißen Elster gelegenen Stadtteil, Hochwasser gab? Wo wurde der erste Wohnblock errichtet? Wann fuhr die erste Straßenbahn in das Neubaugebiet? Wie viele Stadtteilfeste wurden schon veranstaltet? Diese und andere Fragen werden in der Lusaner Geschichtswerkstatt, Kastanienstraße 7, jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gern beantwortet. Um es vorweg zu nehmen: Das 10. Stadtteilfest wird im Sommer 2014 über die Bühne gehen. Die Vorbereitungen dazu laufen schon.

Doch ehe dieses Jubiläum auf bewährte Weise gefeiert wird, stand vergangene Woche erstmal ein anderer Höhepunkt an. Die Geschichtswerkstatt wurde fünf Jahre jung. Das ist für ein solches kleines Museum, in dem weit mehr als das über 40 Jahre alte Neubaugebiet dokumentiert wird, schon etwas Besonderes.

Es wurde 2008 von der Geraer Wohnungsgesellschaft „Gewo“ ins Leben gerufen und wird seither von ihr auch vielseitig unterstützt, so auch die kleine Jubiläumsfeier mit Kulturprogramm und Verpflegung. Schon damals war klar, dass in den Werkstatträumen nicht nur etwas ausgestellt werden soll.

Vielmehr wurde die Geschichtswerkstatt auch als ein Ort der Begegnungen der Generationen konzipiert. „Hier wird angeschaut, gelernt und natürlich auch gestaunt“, erzählt Stephanie Gläser, die Leiterin der Einrichtung. Vor allem wundern sich die kleinen Lusaner immer wieder, wie ihre Eltern und Großeltern in der sogenannten Platte einst lebten. Beim Rundgang durch eine Wohnung aus den 70er Jahren können sie ihr Geschichtsbild vervollständigen und vielfältige Projekte erarbeiten.

Bei den „Großen“ sind die monatlichen „Plauderstündchen“ der Geschichtswerkstatt besonders beliebt. Immerhin gaben sich allein bei dieser Veranstaltungsreihe insgesamt rund 4.500 Besucher die Klinke in die Hand. Dabei beschäftigten sie sich nicht ausschließlich mit der Lusaner Historie, sondern auch mit der Stadtgeschichte und darüber hinaus.

Hannelore Chantaraud gehört zu den Besuchern der Geschichtswerkstatt, die regelmäßig die Vorträge hören. Sie kam vor vier Jahren in ihre Heimat zurück. „Ich habe 22 Jahre in Frankreich gelebt, und für mich ist diese interessant und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Ausstellung sehr lehrreich. Außerdem kann ich hier nette Leute kennenlernen und mit ihnen diskutieren“, erzählt die Seniorin.

Zur Feier vor und in der Geschichtswerkstatt hatten sich viele Besucher eingefunden, die gratulierten und miteinander ins Gespräch kamen. Für Unterhaltung sorgten auch die Musikschule Fröhlich und die jungen Mitglieder der Chorvereinigung „Cantabile“. Wie Chorleiter Christoph Berger sagte, wurde mit dem Auftritt ein Vertrag erfüllt, der mit der „Gewo“ zum „Marktplatz der guten Geschäfte“ abgeschlossen worden war. Die „Gewo“ hatte ihr Versprechen bereits realisiert und die Vereinsräume des Chores in der Rudolf-Diener-Straße renoviert. Nun waren die Sänger an der Reihe.

Höhepunkt des geschichtsträchtigen Geburtstages war der Auftritt von Frau Puppendoktor Pille mit der großen, klugen Brille, die wohl zumindest jeder Oma und Mutti bekannt sein dürfte. In Lusan trat sie schon am Nachmittag auf und nicht erst beim obligatorischen Fernseh-Abendgruß. Die „Doktorin“, die eigentlich Urte Blankenstein heißt und den Puppenmuttis schon seit 1969 kluge Ratschläge gibt, wunderte sich allerdings, dass so viele Omis erschienen waren.

Da hätte sie doch lieber ihr Programm für Erwachsene gezeigt. Doch zum Glück retteten die beiden Mädchen Vanessa und Mia die Situation. Dabei ist Mia noch nicht mal so jung wie die Geschichtswerkstatt.   

( Dietmar Walther, 07.10.2013 )

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