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Gästebücher erzählen Geschichte

Wer zählt die Länder, nennt die Namen? Zwei voll geschriebene Gästebücher sind auskunftsträchtige Bände, die ein Stück Hotelgeschichte erzählen, einer 20-jährigen Geschichte, die sich mit Schicksalen, Lebensdaten, Erfolgen, aber auch weniger guten Zeiten, mit Freuden und dem Ernst des Leben von Mitarbeitern und Gästen verbindet. 
Am 31. August wird das Hotel „Novotel Gera“ 20 Jahre alt, das heißt an diesem Tag zogen die ersten Gäste ein. Es war eine Fußball-Europauswahl, die gegen den SV Gera antrat. Und mit dem Eintrag dieser Fußballmannschaft beginnt auch das erste Gästebuch. Die offizielle Eröffnung des Dorint Hotels fand dann am 28. Oktober 1993 statt.
Seitdem haben sich die Gästebücher gut gefüllt. „Wir haben uns schnell in die Herzen unserer Gäste aus nah und fern, aber auch in die der Gerschen gearbeitet“, denkt Hoteldirektor Jörg Tempel zurück. Von Anfang an hat er die Geschicke des ersten Hauses am Platz geleitet. Er war Anfang 1990 nach Gera gekommen und hatte das Interhotel als Direktor übernommen. Als Dorint ihr erstes Hotel in den neuen Bundesländern in Gera eröffnete,  wurde er dessen Direktor. Stolz ist er, dass auch einige Mitarbeiter in das neue Haus am alten Standort zogen, und ganz besonders erfüllt es ihn mit Freude, dass von den 34 fest angestellten Mitarbeitern elf davon vom ersten Tag an dabei sind. 
Heute gehört das Haus zur französischen „ACCOR“-Gruppe, dem größten europäischen Hotelkonzern. Zahlreiche Investitionen, wie z.B. in ein völlig neues und modernes Küchenensemble, wertet Jörg Tempel als einen Vertrauensbeweis für die Zukunft des „Novotels“ am Standort Gera. „Uns wird es noch viele Jahre hier geben, auch wenn der Pachtvertrag ausläuft“, ist er überzeugt. Und so füllen sich die Seiten der Gästebücher weiter und weiter, kommen neue Namen hinzu, finden sich andere zum wiederholten Male, wie Jürgen von der Lippe, der schon mehrfach Gast in dem Hotel war. 
Überhaupt zeigt die Liste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft, Sport und nicht zu vergessen das bunte Völkchen der ernsten und der heiteren Muse eine interessante Mixtur verschiedener Menschen. Viele von ihnen hat der Hotelchef persönlich kennengelernt, und er erinnert sich gern an sie, an Gespräche ohne Protokoll und Vorschriften. 
Otto Graf Lambsdorff, Hans-Dietrich Genscher, Norbert Blüm, Jürgen Trettin, Peter Struck oder Franz Müntefering waren zu Gast. Montserrat Caballé, Harald Juhnke, Semino Rossi, Reinhold Messner, Otto, Armin Müller-Stahl und viele andere hinterließen ihren Eintrag „Ein schönes Haus, in einer schönen Stadt, Danke für die Gastfreundschaft“ schrieb Hape Kerkeling. 
Turbulente Zeiten erlebte das Hotel mit seinen Übernachtungsgästen „Kelly-Family“, die in ihrem Wohnwagen übernachtete, aber Strom vom Hotel bezog, und die Backstreet-Boys, die ungewollt für Chaos sorgten. „Da hatten sich doch wirklich viele kreischende  Teenies vor dem Haus versammelt. Einige hatten sogar mit ihren Müttern eingecheckt, um vielleicht auf dem Gang oder in der Lobby den Blick ihres Lieblings zu erhaschen. 
Aber auch auf die Besucher aus der Stadt und der Umgebung will der Direktor nicht verzichten. Im Gegenteil. Familienfeste jeglicher Art werden mit kulinarischen Höhepunkten gekrönt. Als besondere Überraschung werden auch Feiern angeboten. Kochkurse für Freunde und Genießer können verschenkt werden. Ein ganzer kulinarischer Kalender steht zur Verfügung.
Rund 600.000 Gäste wurden im Haus in der Berliner Straße begrüßt. Das Arbeitsklima erscheint dem erfahrenen Hotelier als ein wichtiges Aushängeschild. Derzeit lernen zwölf junge Menschen im „Novotel“ einen Beruf aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Seit der Eröffnung absolvierten 200 eine Lehre in dem Haus. Und nicht wenige von ihnen machten Karriere und nahmen an Meisterschaften teil. Jörg Tempel kann sich auf jeden seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen. Er bringt ihnen Vertrauen entgegen und sie ihm, denn sie gaben zu einhundert Prozent ihre Stimme für ihren Chef zur Wahl des Accor-Aufsichtsrates ab. Auf fünf seiner Mitarbeiterinnen muss der Hoteldirektor allerdings einige Zeit verzichten. „Sie sind im Babyurlaub“, lacht er. Wenn es auch für den Chef und die Kollegen etwas mehr Arbeit bedeutet, sieht Jörg Tempel den Babyboom ganz optimistisch – es wollen ja alle Muttis wieder kommen - und wertet es als ein gutes Zeichen.

( Helga Schubert, 30.08.2013 )

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