Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Touristische Service-Wüste oder aber Erlebnisparadies?

Thüringen als touristische Servicewüste oder aber als Erlebnisparadies für Gäste aus dem In- und Ausland? - Um diese Bandbreite der zugespitzten Fragestellung ging es diese Woche auf dem 2. Thüringer Tourismustag unter dem Motto "Für mehr Produkt- und Servicequalität". Die von den drei Thüringer Industrie- und Handelskammern ausgerichtete streitbare Veranstaltung fand nach Oberhof im Vorjahr diesmal in Gera statt. Im Bildungszentrum der IHK Gera trafen sich rund 200 Vertreter von Unternehmen und Verbänden, die sich von Berufs wegen oder aber ehrenamtlich der Entwicklung des Tourismusstandortes Thüringen verschrieben haben.
Die Grundlage für einen intensiven Gedankenaustausch (beispielsweise in drei Workshops) gab Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster. Der Tourismus im Freistaat sei einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche. Er sichere Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Die Branche erwirtschaftet etwa fünf Prozent des Bruttoininlandsprodukts (Bundesdurchschnitt: acht Prozent). Aber noch gäbe es unübersehbare Defizite in der effektiven Vermarktung.
Im ersten Halbjahr 2000 gab es 4,2 Millionen Übernachtungen. Aus dem Ausland kamen 73.000 Touristen mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Teilnehmer der Tagung setzten sich das Ziel, die Zahl der Übernachtungen so rasch wie möglich auf rund neun Millionen zu steigern. Dazu bedarf es entscheidender Fortschritte in der Kundenbetreuung. Denn die serviceorientierte Zusammenarbeit der Leistungsträger, der Tourismusunternehmen und der Urlaubsregionen steckt noch in den Kinderschuhen. Besonders Ostthüringen erweist sich noch als touristisch unterentwickelte Region.
Das Wirtschaftsministerium hat als eine der Schlußfolgerungen versichert, Fördermittel für touristische Projekte künftig nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip, sondern konzentriert auf komplexe Angebote auszureichen. bisher wurden seit 1990 rund 1,4 Milliarden Mark für den Fremdenverkehr bereitgestellt. Es gibt schon recht ordentliche Kapazitäten und attraktive Einrichtungen (Beispiel: Hotels und Freizeitbäder), die teilweise denen in den Alt-Bundesländern sogar überlegen sind. Woran es hapert, ist die Auslastung. Jetzt will das Ministerium zu ausgewählten Beispielen Moderatoren einsetzen, die alle Partner (Gastronomie und Hotellerie, Kommunalverwaltungen und Thüringer Tourismus GmbH) an einen Tisch führen, um neue kundenfreundliche Angebote ins Leben zu rufen.
Mehr Touristen ins Land zu locken ist nach Angaben von Geschäftsführerin Bärbel Grönegres Anliegen der Tourismus-GmbH und des Reiseveranstalters Ameropa. Die Partner wollen gemeinsam über 600 Thüringer Hotels und Pensionen vermarkten. Die Landesregierung ihrerseits will im Spätherbst eine neue Imagekampagne auflegen, so durch gezielte Fernsehwerbung. Dafür werden 1,5 Millionen Mark locker gemacht.

( NG/hb, 09.09.2000 )

zurück