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„Aufs Jugenddorf kann Gera stolz sein“

Wahlkampfzeit - da mischen sich die Politiker gern unters Wahlvolk und besuchen möglichst solche Stationen, von denen sich Positives berichten lässt. Auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ist auf Wahlkampfreise und wird rund 50 Auftritte auf ihrer „Sommertour“ absolvieren.
Vergangenen Freitag galt ihr Besuch in Gera dem Christlichen Jugenddorfwerk – Berufsbildungswerk (CJD/BBW), dem Unternehmen Textilveredlung Getzner und in Wünschendorf der Firma Briefodruck. Lieberknecht wurde bei ihrer Stippvisite im CJD begleitet von der Landtagspräsidentin Birgit Diezel, von Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn und dem Mitglied des Bundestages Volkmar Vogel.
Das CJD ist so eine Station, von der sich viel Positives berichten lässt. Gera dürfe stolz darauf sein, dass die Leumnitzer Einrichtung unter den bundesweit 150 Jugenddörfern einen Spitzenplatz einnimmt. Mehrfach konnte beispielsweise das CJD Gera als hervorragende Ausbildungsstätte geehrt werden.
Geschäftsführer Gerd Diesel, Ausbildungsleiter Jörg Seiferth und der Leiter der Christophorusschule, Werner Krügel, informierten die Gäste über wesentliche Gesichtspunkte, die dem CJD den verdienten Beinamen „Der Chancengeber“ einbrachten. In der Tat: Der Bildungsträger gibt seit mehr als zwei Jahrzehnten behinderten jungen Menschen eine berufliche Orientierung und Ausbildung getreu der christlichen Motivation „Keiner darf verloren gehen“. 
Derzeit erhalten etwa 300 Lehrlinge mit Handicap in 27 Berufen und auf sieben Berufsfeldern eine solide Qualifikation durch die 24 speziell ausgebildeten Lehrkräfte. Und zwar alles dual unter einem Dach, weil der imposante gut ausgestattete Gebäudekomplex theoretische und praktische Ausbildung gleichzeitig ermöglicht. Erfreulich, dass etwa 60 Prozent der Lehrlinge in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit oder in eine berufliche Weiterbildung vermittelt werden.
Christine Lieberknecht konnte sich vor Ort vom hohen Ausbildungsniveau überzeugen. So verfügt das CJD auch über einen eigenen Ausbildungsbereich Gartenbau, in dem jährlich acht bis zehn junge Leute eine Lehre erhalten. Zwischen drei und fünf Jugendliche jährlich bewerben sich für eine Ausbildung als Floristin. Seit Jahren gehören CJD-Floristiklehrlinge zu den besten in Thüringen. Die Chancen auf einen Arbeitsplatz stehen gut. Floristinnen sind gefragt.
Einige der jungen Damen boten Proben ihres gärtnerischen Könnens. Die ausgewiesene Blumenliebhaberin Lieberknecht zollte ihnen Anerkennung. Gegenüber Neues Gera bekundete sie spaßig, sie habe ein Faible für Ringelblumen. Da mache sie u.a. Salbe draus, um die Lippen einzucremen. Das sei wichtig für die Redegefechte im Landtag.
Die Ministerpräsidentin zeigte sich von den Leistungen des CJD beeindruckt. Das betrifft auch die ca. 30 Freizeit- und Schulungsangebote für die Auszubildenden. 
Gern genutzt wird z.B. das Schwimmbad. OB Viola Hahn verwies darauf, dass das CJD wegen des derzeitigen Ausfalls des Geraer Hofwiesenbades dem Schwimmverein Gera die Hallennutzung ermöglicht.
Insgesamt, so resümierte Christine Lieberknecht, sei das Geraer CJD schon lange Vorbild für die seit einiger Zeit breit diskutierte und geforderte Inklusion, also das gemeinsame Lernen und Leben von Jugendlichen mit und ohne Handicap. Sie selbst sei eine leidenschaftliche Verfechterin dieses Miteinanders, müsse aber feststellen, dass sie auf Widerstand stoße, sogar in der eigenen Regierungskoalition. Aber sie wolle hartnäckig bleiben. 

( Harald Baumann, 23.08.2013 )

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