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Der große Wunsch, hier zu leben

An der Tür im 1. Obergeschoss der Breitscheidstraße 7 liest man: „Herzlich Willkommen“. 
Ab dem 7. September wird hier Ilse Küntzel ihr neues Zuhause finden. Noch sind die Räume ihrer Drei-Raumwohnung leer und das ist gut so. Denn kürzlich herrschte reges Treiben in ihren künftigen vier Wänden und das mit sehr viel Prominenz. Gern ist sie dem Wunsch ihres Vermieters, der GWB „Elstertal“ Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH nachgekommen, ihre Wohnräume stellvertretend für die symbolische Schlüsselübergabe von 76 neuen Wohnungen in der Breitscheidstraße 1 bis 11 zur Verfügung zu stellen. 
Zwar wird in und um den Gebäudekomplex noch emsig gewerkelt, doch sind bereits vier Eingänge des Gebäudes mit insgesamt 51 Wohnungen bezogen. In die verbleibenden zwei Eingänge mit 25 Wohnungen ziehen die Mieter bis Anfang September ein, darunter auch Familie Erhard und Siegrid Schieck. Sie waren bereits bis 2003 über 30 Jahre Mieter der GWB „Elstertal“ in Debschwitz. Die Sanierung der Breitscheidstraße war für sie Anlass, wieder zurück zur GWB zu ziehen, „um noch einmal neu zu starten“, wie Siegrid Schieck scherzhaft sagte. 
Mit einem Aufwand von 6,6 Millionen Euro sind der Teilrückbau und die Modernisierung dieses Gebäudekomplexes die umfangreichsten Baumaßnahmen der GWB im Innenstadtbereich überhaupt. Dafür standen Mittel der Wohnungsbauförderung (2,8 Millionen Euro für Sanierung), Städtebaufördermittel (ca. 248.000 Euro für Abriss) des Landes Thüringen, sowie Eigen- und Fremdmittel für die Baumaßnahme zur Verfügung.
Ein Blick ins Internet brachte Ilse Küntzel auf die GWB. „Ich habe auf gut Glück vorgesprochen. Ich glaube, es war so im April. Noch ehe ich wieder zu Hause war, hatte man mir schon ein Angebot übermittelt“, erinnert sie sich. Im Sommer 1989 sei sie von Gera noch Greiz gezogen, doch so recht warm geworden ist sie dort über die Jahre nicht. „Ich habe mich immer wieder nach Gera gesehnt. Hier habe ich gelebt, gearbeitet, meine Kinder sind hier geboren, hier habe ich meine Freunde. Ich hätte auch in Greiz, im Haus meines verstorbenen Mannes weiter wohnen können, doch der Wunsch zurück nach Gera war einfach größer. Eine Wohnung im Zentrum, war mein Wunsch und vielleicht noch in der Nähe des Theaters. Ich liebe das Theater“, erzählt die ehemalige Lehrerein, die bei einem Blick durchs Fenster auf den begrünten Innenhof mit einem Lächeln meint: „Ich bin hier angekommen“.
Aus den ursprünglichen 118 Wohnungen entstanden 76 modernisierte Wohnungen, heute Breitscheidstraße 1 bis 11, mit zum Teil neuen Grundrissen und alles barrierefrei. Zur Verbesserung des Wohnkomforts wurden größere Balkone angebracht und  neue Aufzüge eingebaut, die nun in jeder Etage halten.  
Ein Highlight bilden die drei  komfortablen Dachterrassen-Wohnungen, entstanden durch den kompletten Rückbau der oberen Stockwerke, wobei vom 7. Obergeschoss jeweils einige Wände stehen blieben. Zwei dieser Wohnungen verfügen über eine Grundfläche von 110 Quadratmetern mit separatem Bad und Dusche sowie eine 16 Quadratmeter große Dachterrasse mit einem grandiosen Ausblick.
Mit der symbolischen Schlüsselübergabe durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Jörg Dannenberg und Geschäftsführerin Martina Schramm von der GWB „Elstertal“, im Beisein von Geras Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn, steht die Sanierung und Modernisierung des „Sonnenhofes“ kurz vor dem Abschluss. 
Der Startschuss fiel 1998 u.a. mit dem Durchbruch in der De-Smit-Straße, dem Bau des Parkdecks mit 140 Stellflächen und der Sanierung der ersten 82 Wohnungen. 2007/08 folgte Rückbau und Modernisierung – von den 132 Wohnungen blieben 79 Wohnungen - in der Friedericistraße und 2012 dann der Startschuss für die Breitscheidstraße. Der Gesamtinvestitionsaufwand für den Sonnenhof beläuft sich auf ca. 20,8 Millionen Euro, darunter mehr als die Hälfte kamen als Fördermittel von Bund und Freistaat. 
„Ohne diese umfangreiche Förderung wäre die Sanierung dieses Innenstadtquartiers nicht möglich gewesen“, resümierte Martina Schramm. Mit der Sanierung und Modernisierung des Sonnenhofes seien gleich mehrere Effekte erreicht wurden, hebt Geras Oberbürgermeisterin hervor. „ Ich denke zunächst an die Mieter. Für sie verbessern sich die Wohnbedingungen entscheidend. Für das Stadtbild ist das attraktive Gebäudeensemble mit einem gepflegten Wohnumfeld wohltuend. Und nicht zu vergessen die Baufirmen, vor allem die aus der Region. Für sie war die Sanierung des Sonnenhofes ein kleines Konjunkturprogramm.“ 


( Reinhard Schulze, 23.08.2013 )

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