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Wasser als Idylle und Fluch

Wie Schmuck etwas zum Thema Wasser ausdrücken kann, zeigt auf eindrucksvolle Weise Ute Wolff-Brinkmann in der neuen Ausstellung der Galerie Kunstzone M1 am Mohrenplatz in Gera-Untermhaus. Als Schmuckgestalterin habe sie das Motto sehr gereizt, bekannte sie. Die Farben und die Struktur der Silberplatten kämen einem fließenden gurgelnden Wasser doch sehr nahe. Und rein zufällig befindet sich das Atelier der Erfurter Künstlerin an der Krämerbrücke über der Gera. Ihre Ringe, Ketten und andere Schmuckstücke gehören zu den zahlreichen Kunstwerken, die 22 Künstler für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben. Sie alle haben zum Thema etwas zu sagen.

„Gera=leise gurgelndes Wasser...“, so die verbriefte Deutung des Stadtnamens, und nicht von ungefähr wählten die beiden Künstler Sven Schmidt und Winfried Wunderlich als Organisatoren und Macher der M1-Ausstellung diesen Titel. Allerdings hat sich die Weiße Elster nicht als leise gurgelndes Wasser bewiesen, sondern als ein reißender Strom, der in Keller und Häuser eindrang und alles mitriss, was sich ihm in den Weg stellte. „Unsere Galerie gefiel der Elster so gut, dass sie uns sogar besucht hat und gleich durch die gesamte Galerie geflossen ist“, erzählte Winfried Wunderlich allen Kummer vergessend. Alle Kunstwerke konnten zwar in Sicherheit gebracht werden, doch das Hochwasser hat dem ohnehin sanierungsbedürftigen Gebäude ziemlich zugesetzt. Der Schlamm musste entfernt und der feuchte Putz abgehackt und erneuert werden, Malerarbeiten schlossen sich an. „Die Hilfsbereitschaft hat uns überwältigt“, bekannte Sven Schmidt. Nicht nur die Vereinsmitglieder legten mit Hand an, Künstler und Kunstfreunde halfen ebenfalls mit, die Schäden durch das Hochwasser zu beseitigen. Doch ohne finanzielle Unterstützung wäre die Wiedereröffnung der Galerie nicht so zügig zustande gekommen. Und dafür dankten Sven Schmidt und Winfried Wunderlich der Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen, der Geraer Bank eG, der OTWA Gera und dem Verein Bürgerschaft.

Die Ausstellung, die nicht nur künstlerische Vielfalt beweist, ist auch ein Stück Zeitgeschichte und wird in die Annalen Geras eingehen. Fast dokumentarisch hat der Fotograf Hans-Joachim Hirsch die zerstörenden Elsterfluten mit seiner Kamera eingefangen.

Weitere Fotografien sind von Roman Miller und Ralf Schenke zu sehen. Gemälde, Aquarelle, Druckgrafiken, Lithografien, Bronze- und andere Plastiken, Glasgestaltungen und Maltechniken der verschiedensten Art zeigen ausrucksstark, wie sich alle Künstler dem Thema näherten.

Gera als Lebens- und Stadtraum spiegeln sich auch in den Arbeiten wider, ein Mix aus Wasser und Stadt. „Wir waren zwar ziemlich erschöpft von der aufwändigen Arbeit zuvor, doch über die Wirkung der Ausstellung waren wir selbst verblüfft“, gestand Sven Schmidt, der wie auch Winfried Wunderlich mit Arbeiten vertreten ist.

„Gera=leise gurgelndes Wasser“ ist eine sehenswerte Schau, wobei natürlich Kunstwerke auch käuflich erworben werden können. Die Ausstellung ist bis 8. September zu sehen, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

( Helga Schubert, 01.08.2013 )

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