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Unterirdische Welt voller Tiefgang

In Geras Unterwelt herrscht „TIEFGANG“. Doch hat das nichts mit Wasser zu tun, wohl aber mit Feuchte, Dunkelheit, mit Enge, Stille, Einsamkeit, vielleicht auch mit Tauchen. Eintauchen jedenfalls können Besucher, die die Stufen zu den Höhlern unter der Altstadt von Gera hinabsteigen, in eine Welt der unterirdisch grotesken, aber auch schönen Kunst.

33 Künstler stellen zur 6. Höhler-Biennale 29 Installationen und Objekte aus. 206 Einreichungen hat es gegeben, und das Kuratorium mit Prof. Wolfgang Kissel von der Bauhaus Universität Weimar, der Hauptpreisträgerin der 5. Höhler-Biennale Rosmarie Weinlich, den Geraer Künstlern Sven Schmidt und Winfried Wunderlich sowie der Projektleiterin Dr. Gitta Heil hat es sich nicht leicht gemacht, die Kunstwerke auszuwählen.

Die Höhler in Gera, die im Mittelalter zur Einlagerung des Bieres dienten, sind etwas Besonderes. Es ist dem Verein zur Erhaltung der Höhler zu danken, dass nicht nur die geologischen und historischen Aspekte bei der Bewertung der Höhler eine Rolle spielen, sondern sie für die Kunst entdeckt wurden. Und das unterstreicht den Einmaligkeitscharakter. In Millionen Jahre alten Zechstein gehauen, erlebt der Besucher heute Sinnbilder einer neuen Zeit. Mit Spiegel, Licht, Klang und bewegenden Bildern haben sich die Künstler dem Thema gestellt. Oft arbeiten sie mit außergewöhnlichen Materialien, wie z.B. Susanne Laufer, die Bienenwachs als künstlerische Mittel verwendete. „So lasst uns denn das Sonnenlicht in die Tiefe tragen“ nannte sie ihre Arbeit. Noch zeigt sich ihr Sonnenlicht im strahlenden Gold, doch was wird die Feuchtigkeit mit der aus natürlichem Material bestehenden Arbeit machen? Überhaupt ist dies auch eine Herausforderung an die Künstler, die mit der Veränderung ihrer Werke in den klammen Gewölben rechnen müssen. Doch auch das sei gerade das Spannende, wusste Dr. Gitta Heil. Eine andere Arbeit zeigt ein Geraer Müllverwertungsobjekt, doch immer wieder faszinierend ist, wie die Künstler mit Dunkelheit und Lichtreflexen die Sinne herausfordern. Die Höhler-Biennale wurde vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben. Zum zweiten Mal jedoch wird der Installationskunstpreis gestiftet. Er ist mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Und zum zweiten Mal gibt es auch eine Briefmarke, die von Citykurier herausgegeben wird. Die Kunstinstallationen sind bis zum 13. Oktober in den Höhlern unter der Stadtapotheke, unter der Geraer Bank (Eingang Schloßstraße), unter dem Pressehaus (hinter der Mauer) und unter dem Markt 14 (Zugang über Markt-Passage) untergebracht und sind mittwochs bis sonntags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen.

( Helga Schubert, 18.07.2013 )

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