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Aus Gästen werden Bewohner

Immer einen wachen Blick werfen auf ihr zukünftiges Zuhause - dies hatten sich die Bewohner der Jugendstilvilla „Villa anders“ in Ronneburg vorgenommen. Und so gehört es zu ihrem Tagesablauf, sich ab und zu von der Goethestraße 5 auf den Weg in die Mozartstraße 16 zu begeben, um nach den Baufortschritten zu sehen. Im März 2014 sollen sie dort einziehen und der Architekt Thomas Hopp verspricht: „Wir liegen gut in der Zeit.“
Schon beim 1. Spatenstich waren viele Interessierte erschienen und auch bei der Grundsteinlegung wollten sie unbedingt dabei sein. Nicht nur das Wetter auch der Bauplatz erschien damals als recht trostlos und das verfallene Nachbargebäude, die ehemalige „Wismut-Vorbereitungsküche“, stand auch noch. 
Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Die Bodenplatte ist gefertigt, die ersten Mauern sind hochgezogen und das Wetter spielte auch mit. Während des Rundgangs erhalten die neugierigen Besucher ein erstes Gefühl für das, was bald ihr künftiges Zuhause sein wird. 
Bernd Koob, Geschäftsführer der Ortsvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Gera Stadt/Land e.V. weiß, dass es den Bewohnern der „Villa anders“ nicht leicht fallen wird, von dort auszuziehen und verspricht ihnen dafür aber etwas ganz Wunderbares, was da in der Mozartstraße 16 entsteht.
Und wie es sich zur Grundsteinlegung gehört, wurde eine Zeitkapsel mit aktueller Tageszeitung, Bauplänen, einem selbstgemalten Bild samt Unterschriften der künftigen Bewohner und einigen Münzen in der Bodenplatte versenkt und das Loch anschließend mit Mörtel vergossen, wobei einige der künftigen Bewohner sich als „kleine Maurer“ betätigten.
Das Wohnangebot richtet sich an 24 erwachsene Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung unterschiedlichen Alters und unabhängig von Art und Schwere der Behinderung, die gemeinsam in einem Haus wohnen möchten und dabei bei Bedarf rund um die Uhr auf Hilfe und Unterstützung zurückgreifen können. 
Für zwölf  ältere oder schwächer gewordene Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung werden Angebote zur Tagesstrukturierung vorgehalten. Die Angebote richten sich an interne Nutzer, aber auch an Interessenten aus dem Stadtgebiet.
„Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir hier in einem Wohnumfeld gebaut wird, in dem die Bewohner wie in der Goethestraße als gleichberechtigter Nachbar, Kunde und Bürger wahrgenommen werden“, meint Bernd Lauckner, der als Beigeordneter Ronneburgs Bürgermeisterin Krimhild Leutloff bei der vertrat. 
„Das stadtteilintegrierte Wohnhaus soll für die Menschen ein Ort zum Wohnen sein, an welchem sie rund um die Uhr bedarfsgerecht Hilfe und Unterstützung erhalten, an dem sie ihren persönlichen und individuellen Lebensbereich gestalten können, aber auch Kommunikation, Zusammenleben und die Teilhabe an der Gesellschaft möglich ist“, beschreibt Bernd Koob den Zweck des Neubaus.  
Gern wären sie in ihrer „Villa anders“ geblieben. Mit seinen steilen Treppen und den gemeinsam genutzten Sanitäranlagen entspricht das Wohnhaus aber längst nicht mehr den Erfordernissen der Zeit. So ist die Villa weder barrierefrei noch behindertengerecht. Was fehlt ist auch ein Fahrstuhl. „Das Haus ist eben, wenn auch optisch äußerst imposant, ein Wohnhaus, für ein oder zwei Familien. Für ein behindertengerechtes Wohnhaus ist es auf Dauer nicht geeignet“, begründet Bernd Koob die Entscheidung für diesen Neubau.

( Reinhard Schulze, 11.07.2013 )

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