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Alte Geräte für ein neues Leben

"E-Schrotti kommt" verkündet zweimal im Jahr ein Aushang in Wohnhäusern Geras. E-Schrotti steht für die kostenlose Abholung von Elektroaltgeräten, ins Leben gerufen von der ERV Elektronik-Recycling und Verwertung GmbH Ostthüringen. Seit 1996 gibt es diesen Service, der in Zusammenarbeit mit der Stadtwirtschaft möglich wurde. Betriebsleiter Günter Domkowsky freut sich, dass die Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften die Aushänge in ihren Gebäuden ermöglichen, aber auch öffentliche Bekanntgabe macht auf die Sammlungen aufmerksam. Dann sollten schnell die Keller und Abstellräume geleert werden, denn E-Schrottis Rachen ist ziemlich groß. Da passen defekte Kühlschränke, Waschmaschinen, Wäscheschleudern, Fernsehgeräte, Radiorecorder, Elektroherde und Computer hinein. Platz ist dann immer noch für ein paar Toaster, Bügeleisen, Föne, Staubsauger, Wasserkocher, Kaffeemaschinen und alles andere, sas sonst noch elektrisch betrieben wird und den Geist aufgegeben hat. Das Unternehmen erfüllt mit dieser Leistung ein wichtiges Anliegen des Umweltschutzes, denn die gesammelten Geräte werden nicht nur fachgerecht in ihre Bestandteile zerlegt und je nach Art des Materials und der Baugruppe entsorgt, sondern, da, wo es sich lohnt, wird repariert und wieder in Gang gebracht.
"Das entscheidet der Werkstattmeister", erklärt Günter Domkowsky. Bei der sogenannten Weißware (Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner) würde das häufig der Fall sein. Aber auch Fernsehgeräte, Rundfunkgeräte, Monitore und Unterhaltungselektronik erhalten mitunter noch eine Chance. In der hauseigenen Werkstatt im Betriebsgebäude in der Hainstraße wirkt Fernsehmechanikermeister Harald Götze. Er hat schon viele Bildschirme wieder zum Leuchten gebracht. Was bei E-Schrotti nicht in seine Einzelteile demontiert wird, bringt Harald Götze wieder zum Klingen oder zum Gehen.
Hinter all dem verbirgt sich die zweite Säule des Unternehmens, nämlich die Verwertung. "Wir reparieren die Geräte natürlich nicht zum Selbstzweck", räumt der Betriebsleiter ein und deutet auf die Zusammenarbeit mit dem Sozialamt hin. Bedürftige Familien können die betriebsbereiten Haushaltsgegenstände zu einem sehr günstigen Preis kaufen. Aber auch jeder, der ein preiswertes Gerät sucht, wird in der Hainstraße fündig. "Selbst Sammler kommen bei mir auf ihre Kosten", schmunzelt der Werkstattmeister.

Gedanken um die Zukunft macht sich ERV-Beteriebsleiter Günter Domkowski auch. Dabei denkt er an die neuen EU-Richtlinien, womach die Hersteller selbst für die Entsorgung de Schrotts zuständig sind. "wir stellen uns, eine zentrale Annahmestelle zu werden, in der sortengerecht E-Schrott gesammelt wird. Wir können dann, je nachdem wie es der Hersteller wünscht, nach Baugruppen zerlegen", überlegt er. Doch das Gesetz trete erst nach 2003 in Kraft, aber schon jetzt nach neuen für Haushalte und Industrie kostengünstigen Wegen gesucht werden müsse.

Günter Domkowsky wünscht sich, dass noch mehr Geraer seinen E-Schrotti füttern. Zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung werfen die alten Geräte in den Müllcontainer oder - noch schlimmer - stellen sie in der Landschaft ab. Auch diese möchte er mit dem Aufruf erreichen. Im September ist es wieder soweit, dann sperrt E-Schotti seinen Rachen auf.

( NG/hb, 02.09.2000 )

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