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Auf dass sich weiter der Vorhang hebt

Die stolze Summe von 325.000 Euro hat die Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde Gera e.V. seit ihrem Bestehen für die Bühnen der Stadt Gera gesammelt.

Wenn heute Besucher der Bühne am Park oder Orchestermitglieder auf neuen Stühlen sitzen können, wenn sich die Vorhänge für das Spiel auf der Bühne auftun, wenn ein wohltemperierter Flügel ertönt – noch viele Beispiele können genannt werden, und an allen Aktionen hat Karl-Heinz Walther einen großen Anteil. Als er in den Ruhestand trat, hat er 2001 den Vorsitz des Vereins von der damaligen Chefdramaturgin Dagmar Kunze übernommen und jetzt sein Amt an Helga Klinger abgegeben. „Mir sind langsam die Ideen ausgegangen“, lacht er. Sein Rücktritt habe nichts mit seinem Alter – er wird in diesem Sommer 75 Jahre alt – und mit Krankheit zu tun, bestätigt er, sondern er wolle ganz einfach, dass jemand anderes frischen Wind in die Vereinsarbeit hineinbringe.

Karl-Heinz Walther ist ein begeisterter Theater-Gänger, und auch vor der Wende zählte er zu den eifrigen Besuchern, versuchte auch, jungen Leuten – er war Lehrer in der Berufsschule Technik – das Theater nahe zu bringen. „Dann, nach der Wende, ging es darum, das Theater in Gera zu erhalten. Wir wussten ja nicht, wie es weiter geht, deswegen haben wir die Gesellschaft gegründet, und zwar als Förderverein, dessen Aktivitäten grundsätzlich dem Theater zu Gute kommen“, erzählt er. Doch was ist ein Theater ohne Publikum, und deswegen ist natürlich auch das Publikum Nutznießer der Unterstützung durch den Verein. Karl-Heinz Walther erinnert an die zahlreichen Veranstaltungen wie die zum 100-jährigen Jubiläum der Bühnen „Wer zählt die Jahre, nennt die Namen“. „Alle elf Folgen in der BAP waren restlos ausverkauft“, berichtet er stolz. Oder der „Damentee“ im Szenario wurde ein Erfolg. Inzwischen ist der Theateroskar eine begehrte Trophäe bei den Ensemblemitgliedern geworden und beim Publikum eine beliebte Reihe. Schließlich seien die Veranstaltungen auch wichtige Einnahmequellen des Vereins, erinnert der Theaterfan. Diese Gelder, Mitgliedsbeiträge und Spenden fließen in den Topf, aus dem das Theater die finanzielle Hilfe erhält. „Wobei der größte Teil der Spenden von unseren Mitgliedern kommt“, bedankt sich der ehemalige Vorsitzende bei allen. Das gewinne um so mehr an Bedeutung, da eine große Zahl der Mitglieder Rentner seien, unterstreicht er. Mit großer Sorge denkt Karl-Heinz Walther an die Diskussionen um den Erhalt des Fünf-Sparten-Hauses zurück. „Ständig drehten sich die Gespräche um Schließung des Schauspiels und des Puppentheater oder des Balletts. Das durfte nicht geschehen. Gerade das kleine Ensemble unseres Puppentheaters spielt eine wichtige Rolle bei der Heranführung unserer Jüngsten an das Theater“, ist er der Meinung. Auch die jüngsten spartenübergreifenden Inszenierungen hätten die Einmaligkeit des Theater bewiesen. Mit Kerzenaktionen vor dem Großen Haus, dem Marsch vom Markt zum Theater, der öffentlichen Übergabe der Eingabe an den Petitionsausschuss in Erfurt waren Protestaktionen der Gesellschaft gemeinsam mit Besuchern und Beschäftigten und führten letztlich auch zum Erfolg. „Doch wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen und nicht ruhen, für das Theater zu kämpfen, ist sich Karl-Heinz Walther, der natürlich weiter im Vorstand mitarbeitet, sicher. Das Geld werde immer knapp sein. „Wir tun, was wir können“. Und als am 4. Juli in der Johanniskirche „Noahs Flut“ gemeinsam mit rund 200 Kindern aus Geraer und Altenburger Schulen aufgeführt wurde, dann hatte auch die Gesellschaft einen Anteil, denn mit einer Spende von 16.000 Euro war sie dabei. Besucher sollten sich für das Mysterienspiel, bei dem sich das Innere der Johanniskirche in eine Arche verwandelt und das Publikum mit einbezogen ist, Plätze sichern. „Für den 6. Juli sind noch Karten erhältlich“, weiß Karl-Heinz Walther.

( Helga Schubert, 04.07.2013 )

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