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Größte Schwachstelle wurde ausgemacht

Die Beratungen des Hauptausschusses des Stadtrates werden meist von nur wenigen Interessierten besucht. Diesmal war es anders, rund 150 Geraer waren in den voll besetzten Rathaussaal gekommen, weil es konkret darum ging, wie die Stadtverwaltung vor und während des katastrophalen Hochwassers reagiert hat.

Das erfolgte eingangs rund eine Stunde lang, die man allenfalls als Interview bezeichnen konnte. Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn verlas die schriftlich vorliegenden Anfragen mehrerer Fraktionen, Dezernent Ramon Miller und der Fachdienstleiter Brand- und Katastrophenschutz, Ludwig Geiger, antworteten. Für die Zuhörer nicht viel Neues. Dadurch steigerte sich die Unruhe. Schließlich fand ein Geschäftsordnungsantrag von SPD-Fraktionschef Armin Allgäuer Zustimmung, allen Anwesenden Rederecht einzuräumen. Davon wurde rege Gebrauch gemacht.

Fast einmütig schilderten von den Fluten Betroffene, wie sie Hilfe erhalten haben, hielten aber auch nicht mit Kritik wegen der zu späten Reaktion auf die Ereignisse zurück. Als größter Mangel wurde immer wieder der offensichtlich nicht aktualisierte Notfallplan kritisiert, verbunden mit erheblichen Lücken bei der schnellstmöglichen Information der Bevölkerung. Eine Schwachstelle, die das Vertrauen erschüttert hat. Hier will die OB schnell gegensteuern mit Info-Blättern und einer Modernisierung des Alarmierungssystems.

Nach ihren Angaben war zur „BUGA 2007“ eine Hochwasserschutzmauer mit Spundwänden am Hofwiesenpark installiert worden. Auf der anderen Seite der Weißen Elster sei das Gegenstück wegen der Proteste nicht gebaut worden. Das habe sich nun gerächt. „Wir konnten die Spundwände auf der Seite des Parks nicht einsetzen, weil die zweite Seite fehlt“, erklärte Hahn, „sonst wäre das Wasser auf die andere Seite gedrängt worden und wir hätten Heinrichsgrün dem Untergang preisgegeben.“

Der Bau einer derartigen Schutzwand müsse schnell nachgeholt werden, dazu sei ein entsprechender Antrag an die Landesregierung in Vorbereitung.

Zudem will die OB einen „Elstergipfel“ mit anderen Anrainern der Elster einberufen, um sich beim Hochwasserschutz und bei der Zusammenarbeit im Katastrophenfall besser abzustimmen

Allerdings dürfe bei aller Kritik nicht vergessen werden, dass durch den Einsatz vieler freiwilliger Helfer noch größere Schäden abgewendet werden konnten. So habe es glücklicherweise keine Verletzten oder gar Todesopfer gegeben. Im Wald-Klinikum waren 300 Betten für den Notfall vorbereitet, die glücklicherweise nicht in Anspruch genommen werden mussten. Zahlreiche Firmen haben Mitarbeiter und Technik bereitgestellt. Für die ungezählten Initiativen sprach die Rathauschefin ihren Dank aus.

Gerüchteweise wurde behauptet, dass die Talsperren nicht genug Wasser zurückgehalten hätten. Das sei nicht der Fall gewesen, meinte Ralf Rauch, Hauptgeschäftsführer der Thüringer Fernwasserversorgung, der als früherer langjähriger Oberbürgermeister Geras die Bedingungen genau kennt.

Es müsse aber sofort gehandelt werden. Dabei könne man allerdings nicht nur Dämme erhöhen, sondern müsse Retentionsflächen für das Wasser schaffen. „In einigen Fallen muss man sogar umsiedeln, auch wenn das für viele sehr hart ist.“ Viele Fragen konnten während der Sitzung beantwortet werden, andere blieben offen. Dafür zwei Beispiele: Muss der Bundeswehreinsatz bezahlt werden? (Antwort: nein). Ist das Gemüse aus den überschwemmten Kleingärten mit Schwermetallen belastet? (Frage offen).

( Reinhard Schubert, 27.06.2013 )

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