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Dankbar für Hilfe von allen Seiten

Am Montagnachmittag dachte man, dass das schlimmste überstanden ist, denn in der Umgebung verbreitete sich schnell die Nachricht, der Scheitelpunkt sei erreicht und das Wasser weicht langsam zurück. Also atmete man auch in der Bad Köstritzer Pension Egerer durch und glaubte mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein.

Zwar stand der Parkplatz unter Wasser, aber zum Glück steht das Haus auf einem kleinen Hügel, so dass die braune Brühe gerade bis zur letzten Stufe vor dem Haus kam und hier stoppte. Erst vor einem Jahr hat Bastienne Taubert gemeinsam mit ihrem Mann die Pension gekauft und einiges umgebaut. So waren sie und die ganze Familie ganz froh, als die Nachricht kam. Doch diese Freude sollte nur von kurzer Dauer sein. „Wir selbst wohnen in Kaimberg und deshalb waren wir nicht betroffen und konnten so die ganze Zeit unserem Sohn und unserer Schwiegertochter helfen“, erzählt Eva Gellert, die Schwiegermutter von Bastienne Taubert, zu den Geschehnissen an diesem Tag. „Wir machten Pause und fuhren zu uns nach Hause und plötzlich kam ein Anruf von meinem Sohn, dass soeben eine Flutwelle von Seiten der Tankstelle kam und innerhalb von wenigen Minuten das Erdgeschoss des Hauses unter Wasser stand“, erinnert sie sich. So machte man sich wieder auf den Weg zur Pension und hier zeigte sich das plötzliche Ausmaß der Katastrophe. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, die Tankstelle zu sichern und jeder in den umliegenden Häusern kämpfte vergebens gegen das Wasser. Erst hieß es ein Deich sei gebrochen, doch wo die Flutwelle nun eigentlich so plötzlich herkam weiß die Familie bis heute nicht. Derzeitig hat man auch keine Zeit nachzufragen, denn als das Wasser am Dienstag endlich ging, wurde nun vieles sichtbar. „Wir haben nach dem Kauf noch einmal investiert, aber im Erdgeschoss war nichts mehr zu retten. Nur einige Möbel haben wir vorher schon nach oben geräumt. Die Trockenbauwände sind nass und auch die Bodenplatte des Hauses ist durchtränkt“, erzählt Bastienne Taubert, der die Flutwelle und die letzten Wochen ziemlich zugesetzt haben. Schnell war für die Familie klar, dass Aufgeben nicht in Frage kommt. „Allein hätten wir hierfür Wochen gebraucht, doch glücklicherweise war die Hilfsbereitschaft sehr groß. Wir hörten uns in Gera und Bad Köstritz um und baten um eventuelle Hilfe“, so Eva Gellert zur Organisation der Aufräumarbeiten und fügt ein wenig lächelnd hinzu: „Zum Glück war meine Schwiegertochter im Management tätig und nahm das Zepter in die Hand.“ Überwältigt war man nun, wie schnell Helfer den Weg zu ihnen fanden. So kam der Geraer Streetwork e.V. mit insgesamt sechs Personen vorbei und half einen Tag lang dabei, das Untergeschoss leer zu machen. Ebenfalls einen Tag half das Bad Köstritzer Förderzentrum mit einigen Schülern beim entkernen des Hauses. Familie Taubert und Gellert wollen sich auf diesem Weg noch einmal bei den Helfern bedanken, dass diese ihre Zeit geopfert haben um hier mitzuhelfen. „Im Grunde danken wir jedem, der irgendwo mitgeholfen hat. Ohne die vielen Helfer, welche wir ja nicht einmal kannten, wären wir niemals so schnell vorangekommen“, sagt Eva Gellert.

Das Erdgeschoss ist nun geräumt, alle Trockenbauwände wurden herausgerissen und alle Wände von Schlamm und Tapete befreit. Da die Bodenplatte nass ist, wurden nun Löcher in diese gebohrt, mehrere Heizstrahler mit Leitungen in die Erde aufgestellt und auf volle Leistung gedreht. Diese müssen nun noch ca. zwei Wochen laufen um die Platte zu trocknen. Erst dann wird man sehen ob diese einen weiteren Schaden abbekommen hat. Doch die Familie hofft das Beste und geht davon aus, dass man zwar nochmals investieren muss, aber dann in hoffentlich wenigen Monaten wieder voll eröffnen kann.

( Lars Werner, 20.06.2013 )

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